Bildtext einblenden
Beim Reiterhof in Geißing soll ein neuer Kindergarten gebaut werden. Der Bauernhof soll nicht abgerissen, sondern in die Planung mit aufgenommen werden. Dort, wo derzeit noch die Bäume und Büsche stehen, soll ein Neubau errichtet werden. (Foto: Reiter)

Erste Ideen für neuen Kindergarten kommen gut an – Altes Gebäude in Geißing soll erhalten und Teil der Einrichtung werden

Traunstein – Ein neuer Kindergarten mit vier Gruppen soll in Geißing entstehen. Das alte Gebäude am Reiterhof soll dabei nicht abgerissen, sondern in die Planung integriert werden. Den Traunsteiner Stadträten gefiel diese Idee gut – vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit und weil das Gebäude ortsbildprägend sei. Die voraussichtlichen Kosten für den neuen Kindergarten betragen rund 5,3 Millionen Euro. Die Stadt rechnet mit einer Förderung von etwa 1,5 Millionen Euro.


Der Stadtrat hatte im Dezember 2021 den grundsätzlichen Beschluss gefasst, dass auf einem Teilstück des städtischen Anwesens an der Innstraße (Reiterhof) eine Kindertagesstätte errichtet werden soll. Nun wurde in der Sitzung ein erster Entwurf vorgestellt. Dieser wurde von »Leonhard Architekten« erstellt. Das Architekturbüro hat bereits die Kindertagesstätte an der Vonfichtstraße geplant. In Geißing soll zum Einen ein zweigeschoßiger Erweiterungsbau im Südosten des bestehenden Gebäudes entstehen, zum Anderen soll der Wohnteil des ehemaligen Bauernhofs erhalten, saniert und planerisch integriert werden, wie es hieß.

Im Neubau soll auf zwei Ebenen Platz für vier Gruppen sein, im Bestandsgebäude könnten nach dem ersten Entwurf ein Mehrzweckraum, ein Speisesaal und die Verwaltung untergebracht werden. Durch einen Aufzug im Neubau wird der Kindergarten barrierefrei.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer ging in der Diskussion auf den stetig steigenden Bedarf an Kitaplätzen in der Stadt ein. Man gehe von 60 zusätzlichen Krippenplätzen und 100 zusätzlichen Kindergartenplätzen bis 2025 aus. »Wenn wir da fertig sind, dann müssen wir woanders weiter bauen«, blickte er auf das nun geplante Projekt an der Innstraße und dann bereits in die Zukunft. »Wir wollen eine stabile Versorgungssituation in der Stadt und nicht jedes Jahr wieder auf wackeligen Beinen stehen«, betonte der Oberbürgermeister.

Richard Hagenauer, der Sachgebietsleiter »Planen und Bauen« in der Stadt, sagte, dass man das alte Gebäude intensiv geprüft habe. »Die Substanz ist erhaltenswert«, betonte er. Dadurch könne auch der dörfliche Charakter erhalten werden. Geplant sei ein Bau in Holzbauweise, führte Richard Hagenauer weiter aus und sagte, dass es mit der AWO auch bereits einen Betreiber für den neuen Kindergarten gebe.

Bildtext einblenden
Dieser erste Entwurf mit verschiedenen Ansichten kam im Stadtrat gut an. (Stadt Traunstein/Leonhard Architekten)

Susanne Deckert (Initiative Traunstein) fand den Entwurf »sehr gelungen«. Ihr gefiel, dass das alte Gebäude erhalten bleiben soll. Allerdings wollte sie wissen: »Wo können die Kinder rausgehen?«

Richard Hagenauer sagte dazu, dass die Freifläche im Süden vorgesehen sei.

Thomas Stadler (Fraktionsvorsitzender der Grünen) betonte, dass jeder Euro, der für Kinder ausgegeben werde, gut investiert sei. Und der Entwurf gefalle ihm aus Gründen der Nachhaltigkeit und der Holzbauweise gut.

»Das gefällt uns auch sehr gut«, sagte auch Nils Bödeker (SPD/Die Linke). Doch er sprach zwei Dinge an, die ihm Sorgen bereiten. Zum Einen den Verkehr in der Innstraße, der jetzt schon kritisch sei und mit einem Kindergarten noch zunehme. Und zum Anderen den schon einmal geäußerten Wunsch nach einer Querung über die Wolkersdorfer Straße. »Dort ist es sehr gefährlich«, betonte Bödeker. Und die Thematik werde mit einem neuen Kindergarten noch eine größere Bedeutung bekommen.

Hans Zillner fand den Entwurf »hervorragend«. Doch er wollte wissen, wie groß die Freifläche für die Kinder ist. »Viel Platz ist da ja nicht«, gab er zu bedenken.

Richard Hagenauer bat hier noch um etwas Geduld in Bezug auf konkrete Quadratmeterangaben. Er betonte aber, dass es genug Platz im Freien für vier Gruppen gebe. – Der Stadtrat stimmte einhellig zu, den vorgestellten Entwurf weiter zu verfolgen.

KR

Mehr aus der Stadt Traunstein