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Erneuerung der Kläranlage: Schlammentwässerung für 1,85 Millionen Euro

Traunstein – Viel Geld wird die Stadt Traunstein in den kommenden zwei Jahren für die Erneuerung der Kläranlage ausgeben. Die Kostenberechnung für eine neue Schlammentwässerung beläuft sich auf 1,85 Millionen Euro. Der Stadtrat stimmte einhellig für diese Maßnahme. 


Auf der Kläranlage in Traunstein fallen rund 40.000 Kubikmeter Faulschlamm aus der Abwasserbehandlung im Jahr an, wie Andreas Prams, der Sachgebietsleiter Stadtentwässerung, im Stadtrat sagte. Dieser Schlamm habe einen Feststoffanteil von rund drei Prozent und somit noch einen Wasseranteil von 97 Prozent, der für die thermische Verwertung reduziert werden müsse. »Dies erfolgt maschinell über derzeit zwei Zentrifugen, die seit 1995 im Einsatz und mittlerweile verschlissen sind«, sagte Prams. Aufgrund des Alters der Maschinentechnik gebe es auch keine Ersatzteile mehr. Deshalb müsse die Schlammentwässerung einschließlich der zugehörigen Pumpen, Rohrleitungen sowie der Regel- und Steueranlage erneuert werden. Mit der geplanten Sanierung werde das Ganze auch effizienter, wie der Sachgebietsleiter ausführte. Derzeit müssten die Mitarbeiter der Kläranlage etwa alle Stunde mit dem Traktor den Klärschlamm nach hinten in die Halle zum Trocknen fahren. Das falle nach dem Umbau weg.

Geplant ist, den Standort der Entwässerung von der Maschinenhalle in die Klärschlammhalle zu verlagern. »Durch eine automatische Schneckenbeschickung mit mehreren Abwürfen kann dort eine gezielte Verteilung und dadurch eine optimale Nachtrocknung des entwässerten Schlamms erreicht werden«, sagte Prams. Der ausgefaulte Schlamm aus den Faultürmen werde zukünftig über eine in frostsicherer Tiefe verlegte Edelstahlleitung von der Maschinenhalle (derzeitiger Standort der Zentrifugen) zur Klärschlammlagerhalle gepumpt. Im Bereich der Klärschlammlagerhalle werde ein Bauwerk errichtet, in dem die neue Zentrifuge zur Schlammentwässerung untergebracht wird.

Wilfried Schott (fraktionslos) sagte, dass es bislang ja zwei Zentrifugen gebe, nach dem Umbau aber nur noch eine. »Was ist, wenn diese ausfällt? Und wie lange wird die neue Zentrifuge halten?« »Wir gehen davon aus, dass die Neue 20 Jahre in Betrieb ist und störungsfrei läuft«, betonte Prams.

Denis Holl (SPD/Die Linke) wollte wissen, wie sich die Investition auf die Abwassergebühren der Bürger auswirke. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) und Stadtkämmerer Reinhold Dendorfer sagten, dass die Abwassergebühren über einen längeren Zeitraum kalkuliert würden. »Wir haben gewisse Investitionen mit eingeplant. Daher dürfte sich das nicht gravierend auswirken«, sagte Dendorfer.

Andreas Kaiser (CSU) wollte wissen, ob man den Neubau nicht so auslegen könnte, dass eine zweite Zentrifuge Platz habe. »Das ist nicht vorgesehen«, sagte Prams. Auf eine entsprechende Frage von Thomas Stadler, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen, sagte der Sachgebietsleiter Stadtentwässerung: 50 Prozent des Strombedarfs für die Kläranlage würden selbst produziert. »Wir werden immer effektiver«, betonte Prams. »Mein Ziel ist es, dass wir energieautark sind, wenn ich in Rente gehe.«

Simon Schreiber (CSU) sprach bei der Kläranlage von einem »Herzstück der Stadt, das wenig Beachtung findet«. Doch das sei auch gut so, denn das bedeute, dass das Abwasser der Bürger problemlos gereinigt werde. Der Referent für Abwasserwirtschaft ging darauf ein, dass in der Kläranlage in Traunstein auch das Abwasser auch Siegsdorf, Vachendorf und Neukirchen gereinigt werde. »Diese Gemeinden beteiligen sich auch an den Kosten«, sagte Schreiber, der die geplante Maßnahme als »absolut sinnvoll« bezeichnete.

Das sah auch der gesamte Traunsteiner Stadtrat so und stimmte einhellig für eine Erneuerung der Schlammentwässerung. Das Ingenieurbüro Dippold & Gerold Beratende Ingenieure GmbH wird mit den Leistungsphasen zur Bauausführung sowie der örtlichen Bauüberwachung beauftragt.

Im Haushalt 2022 stehen für die Maßnahme 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Für das Jahr 2023 wurde bereits eine Vergabeermächtigung von 650.000 Euro eingeplant, sodass die berechneten Kosten von1,85 Millionen Euro im Haushalt der Jahre 2022 und 2023 abgedeckt sind.

KR

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