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Einige hundert neue Stellplätze am Traunsteiner Bahnhof geplant

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Erst in Umrissen beginnen sich die Planungen abzuzeichnen, doch die Diskussion läuft schon: Der Landkreis will der Stadt den »Park & Ride-Parkplatz« an der Güterhallenstraße (unser Bild) abkaufen und dort dann ein Wohnheim errichten. Auf der anderen Straßenseite möchte er ein Parkhaus bauen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Noch keine detaillierte Planung entworfen hat der Landkreis Traunstein für das Parkhaus, das er am Bahnhof im Zuge des Aufbaus eines Bildungscampus errichten will. Und so hat er bis jetzt auch erst vage Vorstellungen, wie groß das Gebäude einmal werden soll. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts sagte Michael Reithmeier, der Pressesprecher des Landratsamts, dass »einige hundert Stellplätze« geplant seien.


Der Landkreis beabsichtigt, westlich der Gleise einen Campus für die berufliche Bildung zu schaffen. Den Stand der Dinge hat Landrat Siegfried Walch dieser Tage im Kreisausschuss erläutert. Zum Start in das Projekt will der Kreis eine Reihe von Flächen kaufen. Unter anderem möchte er von der Stadt Traunstein den »Park & Ride-Parkplatz« und das Grundstück mit der Güterhalle erwerben. Sein Plan: Er will den Parkplatz auflösen und dort ein Wohnheim für Schüler und Studenten errichten, die Güterhalle abreißen und dort dann ein Parkhaus bauen.

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Viele Pendler nutzen das Angebot der Stadt

Die Gebühren auf den öffentlichen Stellplätzen am Bahnhof sind im Vergleich zu jenen auf den privaten günstig. Vor allem auch viele Pendler nutzen das Angebot der Stadt, lassen dort ihr Auto stehen und steigen in den Zug ein.

Einen privaten Investor will der Landkreis nach wie vor nicht zum Zuge kommen lassen. Der Landkreis wolle das Parkhaus selbst bauen, erläuterte Reithmeier die »aktuelle Planung«. Und weiter: »Die exakte Größe ist derzeit noch offen. Wir gehen von einigen hundert Stellplätzen aus – auf jeden Fall mehr als auf dem bisherigen »P & R-Parkplatz«. Gedacht seien die Stellplätze »für die Nutzer des Campus ebenso wie für die Öffentlichkeit, beispielsweise für Pendler«. Über die Parkgebühren »können wir gegenwärtig noch keine Aussage treffen«.

Der Landkreis und die Stadt wollen Hand in Hand vorgehen – so lautet unisono der Tenor, der aus dem Landratsamt und aus dem Rathaus kommt. Reitmeier und auch Carola Westermeier, die Pressesprecherin der Stadt Traunstein, betonen, dass sich der Landkreis und die Stadt »eng miteinander abstimmen« werden.

Die Stadt sei sich bewusst, dass im Bahnhofsbereich Parkplätze notwendig sind, so Westermeier. Deswegen habe sie in der Vergangenheit Parkmöglichkeiten unter anderem im Parktunnel geschaffen und außerdem den »Park & Ride-Parkplatz« hergestellt. Die Schaffung eines »Campus Berufliche Bildung Chiemgau« setze voraus, dass sich alle Beteiligten gemeinsam und unterstützt durch Fachleute auch Gedanken über das Thema Verkehr – nicht nur über den fließenden, sondern auch den ruhenden – machen. »Parken wird also sicherlich ein Thema bei der baulichen Gestaltung des Bahnhofsareals sein.«

Und auch dieses Thema wird zur Sprache kommen: Wenn die Stadt den »Park & Ride-Parkplatz« am Bahnhof in der nächsten Zeit an den Landkreis verkauft – und falls dann die Auflösung der Anlage erfolgt –, dann muss sie einen Teil der Förderung, die sie für dessen Bau bekommen hat, zurückbezahlen.

Auf rund 2900 Quadratmetern hatte die Stadt 103 Pkw- und 156 Fahrradabstellplätze geschaffen. Die Fertigstellung der Anlage an der Güterhallenstraße fiel ins Jahr 2001. Die zuwendungsfähigen Kosten betrugen 535.000 Euro. Die Stadt erhielt eine 80-prozentige Förderung: 428.000 Euro. Die finanzielle Unterstützung war »zweckgebunden«: an die Bedingung geknüpft, dass die Stadt den »Park &Ride-Parkplatz« 25 Jahre auch als solchen nutzt. Die »Bindungsfrist« endet also erst 2026. Wenn die Anlage vor dem Auslaufen dieser Frist aufgelöst wird, dann müssen für jedes Jahr 17.000 Euro zurückgegeben werden.