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Ein Winter mit vielen Extremen ist zu Ende – Rückblick aufs Wetter in Traunstein

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Winter in Bayern
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Starke Schneefälle haben diesen Winter besonders die Menschen in Bayerns südlichen Landkreisen gefordert. In mehreren Regionen, darunter Traunstein und Berchtesgadener Land, wurde sogar der Katastrophenfall ausgerufen. (Foto: Lino Mirgeler/dpa)

Traunstein – Wie heißt es so schön im Kinderlied von Hoffmann von Fallersleben? »Winter, ade! Scheiden thut weh.« Doch ist anzunehmen, dass viele ganz froh sind, dass dieser Winter vorbei ist. So geht es auch in dem Lied weiter und man freut sich auf den Frühling: »Aber dein Scheiden macht, daß jetzt mein Herze lacht. Winter, ade! Scheiden thut weh.«


Der Winter 2018/19 war von einigen Extremen geprägt. Jeder erinnert sich an die Schneekatastrophe im Januar. Nichts ging mehr in einigen Regionen. Es gibt einige die sich noch etwas Schnee wünschen, doch sicher sind viele nun froh, dass der Frühling vor der Türe steht. Doch wie war nun der Winter 2018/19, wenn wir nicht die einzelnen Extremsituationen betrachten, insgesamt?

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Es war eher ein durchschnittlicher, jedoch milder Winter. Mit zwei Grad im Durchschnitt war es 1,3 Grad wärmer als der Mittelwert seit 1974. Der kälteste bei uns am Traundamm aufgezeichnete Winter war in diesem Zeitraum 1986/87 mit minus 3,1 Grad, der wärmste Winter war mit vier Grad 2006/07. Nachtfrost hatten wir diesmal 52-mal und zehnmal Dauerfrost. Im langjährigen Durchschnitt haben wir 65-mal Nacht- und 15-mal Dauerfrost. Im Winter 1983/84 gab es sogar 89-mal Nachtfrost, dagegen 1993/94 nur 30-mal. Den meisten Dauerfrost gab es 1986/87, damals waren es 36 Tage, das Jahr darauf dagegen nur viermal Dauerfrost.

Den wärmsten Tag hatten wir diesmal zum Winterende am 17. März mit 22,8 Grad. Das ist auch ein neuer Rekordwert. Die niedrigste Tageshöchsttemperatur war am 23. Januar mit minus 2,4 Grad. Hier hält der 13. Januar 1987 mit minus 14 Grad den Rekord. Die kälteste Nacht hatten wir diesen Winter am 6. Februar mit minus 12,2 Grad und die wärmste Nacht war am 16. März mit 9,2 Grad. Die Spitzenwerte liegen jedoch auch hier in der Vergangenheit; minus 26 Grad am 8. Januar 1985 und 12 Grad am 25. Dezember 2013.

Doch wie sahen die weiteren Wetterwerte aus? Die Durchschnitts- (Ø) und die Höchst- und Tiefstwerte: Die Sonne zeigte sich diesen Winter an 55 Tagen (Ø: 52-mal; 82-mal 1990/91; 44-mal 1979/80). Niederschläge hatten wir diesmal an 43 Tagen (Ø: 40; 54-Mal 1987/88; 24-mal 1992/93), davon 26-mal mit Schnee (Ø: 24-mal; 37-mal 1984/85; siebenmal 1988/89). Wintergewitter gab es nicht. Nebel hatten wir an elf Tagen (Ø: zwölfmal; 30-mal 1985/86; viermal 1998/99).

Weihnachten hatten wir leider keinen Schnee. Anfang Januar hatten wir Starkwind mit Böen, der zusätzlich zu den Schneemengen für eine erhöhte Lawinengefahr sorgte. Auch im Februar hatten wir verstärkt kalten Ostwind und auch im März setzte sich dieser Wettertrend fort. Durch diese kalten Winde fühlten sich die Temperaturen wesentlich kälter an. Zum Schluss noch eine Bauernregel: »Der Winter scheidet nicht, ohne noch einmal zurückzusehen.« HM

 

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