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Ein Programm für die Entwicklung der Stadt

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Eines der vielen Ziele, die sich die Stadt Traunstein setzt, ist die Ausweisung eines neuen Baugebiets in Seiboldsdorf. Im Brennpunkt steht eine Fläche an der Hochstraße auf Höhe des Kreisverkehrs.
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Im Gespräch ist nun auch, dass der Jugendtreff aus dem Rathaus ins Kulturzentrum (unser Bild) umzieht.

Traunstein – Die Stadt weist neue Wohngebiete für Einheimische aus. Zusammen mit dem Landkreis hebt sie den Bildungscampus Chiemgau aus der Taufe und verbindet ihn mit dem Bau einer Fußgängerbrücke über die Eisenbahnlinie mit der Innenstadt. Und sie schafft im Kulturzentrum im Stadtpark einen neuen, großen Jugendtreff – Diese und andere Ziele und Visionen stehen im »TraunsteinPlan« für die Zeit bis 2030, den der Stadtrat auf Initiative von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) aufgestellt hat. Das Programm für die Zukunft hat der Rathauschef am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz präsentiert.


Begleitet von der CIMA Beratung + Management GmbH habe sich der Stadtrat im vergangenen Jahr auf den Weg gemacht, Ziele und Visionen für die Entwicklung von Traunstein zu formulieren. Er habe sich viel Zeit genommen, »um in wesentlichen Feldern Handlungsstrategien zu entwickeln«. Das Programm sei in seinen Inhalten »nicht zufällig« entstanden, sondern vielmehr als Produkt seiner Zeit. Auch die Stadt Traunstein sei den »Megatrends« unterworfen und in diesem Sinne angehalten, sich mit den landauf, landab heiß diskutierten Themen zu befassen, die vom Wohnen über den Klimaschutz und die Digitalisierung bis zum Fachkräftemangel reichen. Der Stadtrat habe »in großer Gemeinsamkeit« Antworten auf die drängenden Fragen gegeben. Nach der Verabschiedung des »TraunsteinPlans« folgen nun laut Hümmer konkrete Schritte zur Umsetzung.

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»Wir werden mehrere Wohngebiete entwickeln«

Ziele und Visionen für die nächsten zehn Jahre verfolgt die Stadt auf insgesamt sieben Handlungsfeldern. Im Brennpunkt steht unter anderem »Wohnen für Traunsteiner«. Hümmer sprach von der »entscheidenden sozialen Frage unserer Zeit«. In Traunstein sei, bedingt durch die hohen Preise, Wohnraum für Einheimische »nur noch sehr schwer bezahlbar«. Laut dem Oberbürgermeister verlassen immer wieder Bürger die Stadt, weil sie sich das Wohnen nicht leisten können. Um diesem Trend entgegenzuwirken, setze sich die Stadt das Ziel, die Ausweisung von Wohngebieten im Ansiedlungsmodell verstärkt und aktiv anzugehen. Hümmer: »Wir werden mehrere Wohngebiete entwickeln.« Neben der Ausweisung von Baugebieten plane die Stadt auch die Gründung einer Wohnbaugesellschaft wie auch die Förderung der Wohnentwicklung in der Innenstadt.

In Sachen Seiboldsdorf berichtete der Oberbürgermeister, dass der Entwurf für den Bebauungsplan im Mai oder Juni vorliege. Als Ziel gab Hümmer aus, den Bebauungsplan dann bis Ende des nächsten Jahres zu verabschieden – womit anschließend dann die Bauarbeiten beginnen können. Hümmer sagte, dass sich der Stadtrat viele Gedanken über die Bebauung gemacht habe. So verfolge er etwa auch eine ökologische Bauweise. Was die Wohnformen betrifft, sei eine Mischung geplant. Hümmer betonte in diesem Zusammenhang, nicht nur, aber auch das »klassische Einfamilienhaus« zu ermöglichen. Auch für Mehrfamilienhäuser stelle die Stadt die Weichen.

Stadt verhandelt mit Grundstückseigentümern

Neben der Entwicklung des Baugebiets Seiboldsdorf verfolge die Stadt das Ziel, »weitere Flächen zu erwerben« und neue Baugebiete im Ansiedlungsmodell auszuweisen. »Aktuell stehen wir an verschiedenen Stellen mit Grundstückseigentümern in Verhandlungen«, sagte Hümmer, ohne Einzelheiten zu nennen. Er gab sich zuversichtlich, das Thema »Wohnen für Traunsteiner« bis Mitte des Jahrzehnts zu bewältigen.

Neben dem Klimaschutz – auf diesem Handlungsfeld setzt die Stadt mit der Erarbeitung eines Klimaschutzkonzepts und dem Angebot von Förderungen für energieeffizientes Bauen und die Gewinnung von Solarstrom schon Akzente (wir berichteten) – stellt die Stadt gemäß dem Rathauschef in den nächsten Jahren auch den Bildungscampus Chiemgau westlich der Eisenbahngleise und das Bahnhofsareal auf der östlichen Seite der Schienen in den Brennpunkt. Der Landkreis sei der Projektträger für den Campus, die Stadt sei aufgefordert, für eine Anbindung zur Innenstadt zu sorgen. Und in dieser Zielsetzung sei auch dran zu denken, eventuell eine Fußgängerbrücke von der östlichen auf die westliche Seite der Gleise zu bauen.

Bücherei wird sich auf dem Campus wiederfinden

»Wir bekommen auf dem Campus eine Bibliothek, die universitären Ansprüchen genügt«, sagte der Oberbürgermeister weiter. Nicht nur für die Studenten, auch für die Bürger werde dieses Angebot aufgelegt. In diesem Zusammenhang erläuterte der Rathauschef, dass die Stadtbücherei eines Tages das Kulturzentrum verlassen werde. Sie werde sich, wie er in die Zukunft blickte, »auf dem Campus wiederfinden«.

Was das Bahnhofsareal-Ost betrifft, so wolle die Stadt, wie Hümmer ankündigte, eine »städtebauliche Feinuntersuchung« in Auftrag geben. Seinen Angaben zufolge möchte man im Rathaus erreichen, dass sich die positive Entwicklung vom Campus auf die Innenstadt überträgt.

Neben der Mobilität – auf diesem Handlungsfeld will die Stadt nun aktuell insbesondere an die Aufstellung eines Radwegkonzepts gehen – möchte sie laut Hümmer vor allem auch »Vorfahrt für Familien« geben. So wolle sie ein Investitionsprogramm für Kinder und Schulen auflegen.

Weil die Zahl der Kinder bis 2028 steigen werde, ergreife die sie die Initiative. Was die Schaffung zusätzlicher Krippenplätze betrifft, so gehen die Überlegung im Rathaus laut Dr. Christian Hümmer dahin, möglicherweise einen Neubau zu schaffen. Im Bereich der Betreuung im Kindergarten seien Erweiterungen vorhandener Einrichtungen voraussichtlich ausreichend. »Völlig offen« sei die Debatte, was die Stadt letztlich unternimmt, damit sie – wie es erforderlich sein wird – 200 bis 250 Kinder mehr in ihren Grundschulen unterrichten kann. Eine Erweiterung der Ludwig-Thoma-Grundschule könne er, der Oberbürgermeister – weil das Gebäude in der Innenstadt liegt und kein Platz für eine Vergrößerung vorhanden ist – ausschließen. Ob ortsbezogene Lösungen in den Grundschulen in Kammer und Haslach anzustreben sind oder ob die Weichen für einen weiteren Standort zu stellen sind, sei zu diskutieren.

Pläne für Jugendtreffim Kulturzentrum

Im Bereich des Handlungsfeldes Jugend setze sich die Stadt Traunstein zum Ziel, einen neuen, großen Treff zu schaffen. Und nach vielen Diskussionen über alte Lösungen ergibt sich laut Hümmer nun eine neue Perspektive: Der Oberbürgermeister schlug vor, den Jugendtreff, der bislang in den Rathaus-Gebäuden untergebracht ist, in das Kulturzentrum im Stadtpark umzusiedeln. Er sprach von der Möglichkeit, »zeitnah« einen neuen Jugendtreff im Keller- und Erdgeschoß des Kulturzentrums zu schaffen. Den Jugendlichen stünden dann nicht mehr nur 200 Quadratmeter, sondern stattdessen 500 zur Verfügung.

Über die Ziele im Bereich Wirtschaft, Digitalisierung und Innenstadt will Hümmer noch gesondert ausführlich informieren.

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