Ein neues Jugendzentrum in Traunstein kommt in Sicht

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Die Stadt plant, im Erd- und im Untergeschoß des Kulturzentrums im Stadtpark einen Jugendtreff einzurichten. Die Bücherei zieht mittelfristig auf den Campus Chiemgau, den der Landkreis am Bahnhof plant. (Foto: Pültz)

Traunstein – Nach Jahren der Suche hat die Stadt nun einen neuen Standort für ihr Jugendzentrum gefunden: Sie plant jetzt, den Treff, der bislang in den Gebäuden des Rathauses untergebracht ist, in das Kulturzentrum im Stadtpark umzusiedeln. In diesem Falle stehen den Jugendlichen dann nicht mehr nur wie bisher rund 200, sondern etwa 500 Quadratmeter zur Verfügung. Einstimmig hat der Ausschuss für Familie, Bildung und Soziales des Stadtrats beschlossen, dass die Verwaltung die Planung in diese Richtung fortsetzt.


Schon viele Jahre hält die Stadt Ausschau nach einer großen und zentrumsnahen Alternative für den jetzigen Jugendtreff. Mehrere Planungen hatte sie im Laufe der Zeit entwickelt, dann aber – aus unterschiedlichen Gründen – wieder verworfen. 2016 hatte die Stadt ein Jugendzentrum in der Güterhalle vorgesehen, ehe die Bürger ihr Veto einlegten. 2020 kamen dann zwei weitere Ideen zur Sprache: die Einrichtung eines Jugendzentrums zum einen auf dem Grundstück beziehungsweise in dem Haus an der Einmündung der Herzog-Wilhelm- in die Wasserburger Straße und zum anderen auf dem Skaterplatz im Gewerbepark Kaserne. Doch auch diese Pläne erfuhren keine Verwirklichung. Die Lage der Standorte war dann doch zu ungünstig.

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Planung von 2011 findet wieder Beachtung

In einem Arbeitstreffen zum Thema »Bedarf und künftige Ausrichtung der Jugendarbeit« im Januar waren sich die Vertreter der Fraktionen im Stadtrat einig, eine Nutzung des Erd- und des Untergeschoßes für das Jugendzentrum im Kulturzentrum am Stadtpark zu prüfen. Das Sachgebiet Hochbau im Rathaus hatte bereits 2011 einen Planungsvorschlag zur Nutzung dieser beiden Geschoße für einen Jugendtreff erstellt. Diesen Entwurf griff die Stadtverwaltung wieder auf. In Zusammenarbeit mit der Leitung des Jugendtreffs erweiterte, aktualisierte und überarbeitete sie ihn.

Sollte die Planung zur Umsetzung kommen, müssten im Erdgeschoß das Mietverhältnis mit dem Verein Haus- und Grund sowie im Untergeschoß der Nutzungsvertrag mit der VHS für den Gymnastikraum beendet werden. Mittelfristig ist geplant, dass die Stadtbücherei das Kulturzent-rum verlässt und eine neue Unterkunft auf dem Campus Bildung Chiemgau erhält, den der Landkreis aufbaut.

Die Einrichtung eines Jugendtreffs im Kulturzentrum sei denkbar, möglich und sinnvoll, betonte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU). Als er vor einigen Tagen den »TraunsteinPlan« für die Entwicklung der Stadt bis 2030 vorstellte, hatte er diese Persepektive bereits aufgezeigt (wir berichteten). Hümmer betonte jetzt im Ausschuss unter anderem, dass sich die Größe des Jugendzentrums mit dem Umzug von 200 auf 500 Quadratmeter mehr als verdopple. Im Kulturzentrum habe der Treff eine zentrumsnahe Lage. Und nicht zuletzt sei auch die Substanz des Gebäudes im Stadtpark »sehr gut«.

Denis Holl (SPD/Die Linke) freute sich, dass sich die Stadt mit ihren neuen Plänen der Empfehlung des Bayerischen Jugendrings, ein Jugendzentrum in einer Größe von 750 Quadratmetern zu schaffen, »deutlich annähert«. Monika Stockinger (ebenfalls SPD/Die Linke) gefiel die Planung, wie sie sagte, »sehr gut«. Das Kulturzentrum sei ein »günstiger Platz« für einen Jugendtreff. Gleichwohl habe die Stadt auch Überlegungen anzustellen, wo die VHS künftig untergebracht werden kann. Stockinger: »Wir haben eine gewisse Fürsorgepflicht.« Hümmer betonte: »Wir lassen die VHS nicht hängen.« Die Stadt werde darauf achten, dass eine Lösung zustande kommt, die »für alle Seiten passt«.

Freude im Ausschuss

Auch Jugendreferent Thomas Stadler (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, dass die Planungen sehr erfreulich seien. Wichtig sei, die Jugendlichen »mitten in die Stadt reinzusetzen«. Die Errichtung eines neuen Zentrums sei ein »ganz großer Schritt« in der Jugendarbeit.

Das Kulturzentrum sei ein Standort, »der für Jugendliche interessant ist«, meinte Ursula Lay (UW). Sie sei froh, dass die Stadt nach vielen Jahren der Suche nun etwas für die Jugendlichen im Zentrum gefunden habe. Unter anderem machte Lay auch deutlich, dass der große Raum im Erdgeschoß nach der Einrichtung des Jugendzentrums nicht mehr für Veranstaltungen zur Verfügung stehen werde – und dass die Stadt dann einen anderen Raum für Konzerte und anderes benötigen werde. Lay meinte, dass der Kapuzinerraum im Kulturforum Klosterkirche in Betracht zu ziehen sei. Hümmer entgegnete ihr, dass der Landkreis das Sparkassengebäude am Stadtplatz erworben habe. Im Erdgeschoß wird nach Angaben des Oberbürgermeisters ein Raum entstehen, der Veranstaltungen ermöglicht.

Susanne Deckert (Initiative Traunstein) sprach sich dafür aus, die Jugendlichen in die Planung miteinzubeziehen – und damit die Voraussetzung zu schaffen, dass die Jugendlichen das neue Zentrum dann auch annehmen. Hümmer versicherte ihr, die Jugendlichen in der Planung weiter mitreden zu lassen.Isabelle Thaler (CSU) freute sich, dass die Stadt die Planungen nicht an einen externen Gutachter vergeben habe, sondern dass sie selbst das Heft in die Hand genommen habe. Der von der Verwaltung im Rathaus erstellte Entwurf sei toll. Simon Schreiber (ebenfalls CSU) freute sich, dass über die Fraktionen hinweg Einigkeit bestehe.

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