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Ein Jahr nach Haus-Einsturz in Traunstein: Stadt und Besitzer vor Gericht

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Viel getan hat sich in einem Jahr nicht: Noch immer türmen sich die Schuttberge vor dem eingestürzten Haus an der Bundesstraße 304 von Traunstein Richtung Teisendorf. (Fotos: Reiter)

Traunstein – Vor ziemlich genau einem Jahr stürzte das völlig marode Haus an der Salzburger Straße in Traunstein ein. Teile davon fielen auf die Bundesstraße 304. Es gab einen Großeinsatz von Feuerwehren und Rettungskräften. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Doch viel passiert ist seither nicht.


Noch immer türmen sich die Schuttberge, Teile der Mauern sind eingestürzt, andere stehen noch. Am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof läuft derzeit ein Verfahren in der Sache. Und auch das Amtsgericht Traunstein befasst sich nun mit der Thematik.

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Ein Bauzaun umgibt das eingestürzte Gebäude an der Salzburger Straße, Ziegel, Wellblech und Schutt liegen auf dem Boden. Auf einem Schild ist zu lesen »Luxussanierung in traumhafter Stadtrandlage!« – ein Witz. Denn gebaut werden darf hier laut Stadt nicht mehr. »Der baurechtliche Bestandsschutz eines Gebäudes erlischt mit dem Abbruch – oder wie hier auch durch den Einsturz eines Gebäudes«, teilte die Stadt auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts mit.

Diese hat gegen den Eigentümer, der nicht aus dem Landkreis Traunstein ist, eine Beseitigungsanordnung erlassen. Unternommen hat der aber nichts, weshalb die Stadt den Rechtsweg geht. In erster Instanz habe das Verwaltungsgericht München die Rechtmäßigkeit der von der Stadt erlassenen Anordnung bestätigt, teilte Eva Schneider, die Pressereferentin der Stadt, mit. Dagegen hat der Besitzer des Hauses geklagt.

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Ein Großaufgebot an Feuerwehrkräften war gefordert, als Teile des Hauses auf die Straße fielen.

Derzeit ist die nächste Instanz, also der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, mit der Sache befasst. »Wir hoffen auf eine schnelle Entscheidung, damit die Beseitigung durchgeführt werden kann«, betonte Schneider.

Ein weiteres Verfahren ist am Amtsgericht Traunstein anhängig, wie unsere Zeitung erfuhr. »Es wurde ein Strafverfahren wegen des 'Abbruchhauses' eingeleitet«, teilte Cornelia Sattelberger, die Pressesprecherin des Amtsgerichts Traunstein, schriftlich mit. Die Verhandlung ist für Ende Januar angesetzt. Was genau verhandelt wird, ließ sich bis Redaktionsschluss nicht klären.

KR