Ein Dutzend infizierte Mitarbeiter in Quarantäne

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Die Corona-Pandemie hinterlässt auch in den Reihen der Mitarbeiter im Klinikum Traunstein weiter ihre Spuren: Zwölf der insgesamt 2160 Mitarbeiter sind derzeit nach einem positiven Covid-Befund in Quarantäne. Foto: Pültz

Traunstein – Covid macht auch vor dem Personal im Klinikum Traunstein nicht Halt. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Ralf Reuter, der Pressesprecher der Kliniken Südostbayern AG, mitgeteilt, dass in dem Krankenhaus derzeit zwölf der insgesamt 2160 Mitarbeiter aufgrund eines positiven Covid-Befunds in Quarantäne seien. Die Kliniken Südostbayern AG ist der Träger des Klinikums in der Kreisstadt.


Weder hoch noch tief sei gegenwärtig die Zahl der Infektionen unter den Mitarbeitern im Klinikum Traunstein, so der Pressesprecher weiter. Sie liege in einem »normalen Bereich«. Die Ansteckungen mit dem Corona-Virus verteilen sich seinen Angaben zufolge über alle Berufsgruppen. Und wer infiziert und zuhause ist, bekomme die Zeit, die er braucht, um sich voll und ganz auszukurieren. Reuter betont: »Es werden keine an Covid erkrankten Mitarbeiter vor der Genesung in Dienst gestellt. Uneingeschränkt werden die entsprechenden Regelungen beachtet.«

Auch die Mitarbeiter des Klinikums Traunstein seien, wie Reuter ausführt, ein »Teil unserer Gesellschaft mit Arbeits-, Familien- und Freizeitleben und damit ebenso sämtlichen Ansteckungsrisiken ausgesetzt«. Laut dem Pressesprecher haben sich zwar viele, aber nicht alle gegen eine Infektion mit einem Pieks gegen Covid geschützt. »Der überwiegende Teil der Mitarbeiter ist geimpft. Dennoch gibt es, wie in der übrigen Bevölkerung, auch bei uns erwartbare, vereinzelte Impfdurchbrüche.«

Nicht nur in Traunstein ist das Virus unter der Mitarbeiterschaft präsent, auch in den anderen Krankenhäusern, die die Kliniken Südostbayern AG unterhält, ist und bleibt die Pandemie unter Pflegern und Ärzten ein Dauerthema. Die Kreiskliniken Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Ruhpolding und Trostberg sowie das Klinikum Traunstein – diese sechs Krankenhäuser gehören zu dem von den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein getragenen Unternehmen – verfügen nach Angaben von Reuter über insgesamt rund 3800 Mitarbeiter. »Knapp 20 Kolleginnen und Kollegen« seien aktuell aufgrund eines positiven Covid-Befunds in Quarantäne.

Aufgrund der hohen Inzidenzen in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein, die bundesweit zu den Spitzenwerten zählen, resultiere »in Kombination mit einer bekannt unterdurchschnittlichen Impfquote der Bevölkerung in unserem Versorgungsbereich eine deutlich höhere und eigentlich auch in großen Teilen vermeidbare Krankenhaushäufigkeit von Covid-Patienten und Versorgungspflichtigkeit auf der Intensivstation«, so der Pressesprecher. Zusätzlich werde die Situation durch die anlaufende, jährlich wiederkehrende »Infekt-Welle« in Bezug auf Grippe und Viruserkrankungen der Atemwege belastet, »sodass die Situation in den Kliniken Südostbayern als sehr angespannt bezeichnet werden muss«. Obwohl, auf Bayern insgesamt bezogen, die Krankenhausampel »grün« anzeige, sei die Situation in Südostbayern und speziell in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein »deshalb gänzlich anders«. Vor diesem Hintergrund und der starken, überproportionalen personellen Ressourcenbindung durch stationäre Covid-Patienten seien die Kliniken Südostbayern, so Reuter, »in besonderem Maß in dieser zugespitzten und strapaziösen Situation gefordert, zumal wir die Notfallaufnahmefähigkeit rund um die Uhr sicherzustellen haben«.

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