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Eigentümer will leerstehendes Juhasz-Gebäude nutzen

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Traunstein: Eigentümer will leerstehendes Juhasz-Gebäude nutzen
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Das Gebäude, das früher das Kaufhaus Juhasz beherbergte, steht seit 25 Jahren leer. Der jetzige Eigentümer plant, das Haus dem Gewerbe zu öffnen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Das Gebäude an der Marienstraße, das einst das Kaufhaus Juhasz beherbergt hatte und seit rund 25 Jahren leer steht, will der neue Eigentümer wieder einer Nutzung zuführen. So beabsichtigt er, das Haus dem Gewerbe zu öffnen. Die Voraussetzung ist jedoch, dass die Stadt rund 20 Parkplätze einzieht und die Marienstraße für Lastwagen bis zu 40 Tonnen befahrbar macht.


Mit seinen Plänen für eine Wiederbelebung des ehemaligen Juhasz-Gebäudes stößt der neue Eigentümer im Rathaus auf offene Ohren. Im Planungsausschuss des Stadtrats hat das Vorhaben große Zustimmung erfahren. Das Gremium zeigte sich bereit, den Weg zu ebnen. Die Entscheidung fällt im Stadtrat.

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Wann in das verwaiste Gebäude möglicherweise wieder Leben einzieht und wer sich dort niederlässt, bleibt offen. Der neue Eigentümer hält sich bedeckt. Wie er in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt sagte, will er nicht namentlich genannt werden. Zum Projekt möchte er sich nicht äußern.

Einst schlug das Herz der Einkaufsstadt Traunstein nicht nur, aber auch in der Marienstraße. Das Kaufhaus Juhasz war über lange Zeit ein Magnet für die Bürger. Doch die Zeiten änderten sich. Weil die Geschäfte nicht mehr so gut liefen, musste Juhasz schließen. Und mit dem Ende des Kaufhauses kehrte in dem Gebäude vor 25 Jahren Ruhe ein. Viel Leben ging in der Marienstraße verloren – was bis heute so blieb.

Doch jetzt ändern sich die Zeiten möglicherweise erneut. Das Gebäude wechselte – innerhalb der Familie – den Eigentümer. Und der neue Besitzer schmiedet nun Pläne, den Leerstand zu beseitigen.

Zusammen hängen sie mit den Veränderungen, die er auf dem angrenzenden Grundstück plant. So gehört ihm auch das Gebäude, das früher einmal die Firma Schürnbrand beherbergt hatte. Dort plant er einen Neubau. So hat er vor einiger Zeit eine Bauvoranfrage in dieser Ausrichtung in der Stadtverwaltung eingereicht.

Um ins Geschäft zu kommen, sprich Gewerbetreibende zu finden, die einziehen, braucht der Immobilienbesitzer jedoch die Unterstützung der Stadt. So bemängelt er, dass die Zufahrt zu schmal und zu eng sei. Auf der Marienstraße könnten nicht einmal kleinere Lieferfahrzeuge – Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 7,5 Tonnen – verkehren. Um die Anwesen vermieten zu können, sei jedoch eine uneingeschränkte Liefermöglichkeit zwingend erforderlich. So wünscht sich der Hausbesitzer, dass die Stadt die Marienstraße für Lastwagen bis zu 40 Tonnen befahrbar macht – was nur geht, wenn die Stadt Parkplätze einzieht.

Der Planungsausschuss war bereit, dem Eigentümer entgegenzukommen. Dem Ziel, Leben in das seit Jahren leerstehende Gebäude zu bekommen, ordnete das Gremium alles andere unter.

So betonte etwa auch dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD): »Ich wünsche mir sehr, dass das Gebäude wiederbelebt wird.« Allerdings sei es »problematisch, dass 20 Parkplätze wegfallen«. Zu überlegen sei, ob es nicht auch einen anderen Weg gibt – etwa dergestalt, dass man Lieferzeiten ausweist und in diesen Zeiträumen dann das Parken der Autos verbietet. Manfred Bulka, der Leiter des Ordnungsamts, erklärte, dass der Eigentümer »Maximalforderungen« gestellt habe. Die Frage sei vor allem auch, wer denn letztlich in die leerstehenden Räume einzieht – und welche Möglichkeiten der Anlieferung ihm dann zur Verfügung gestellt werden müssen.

Sepp Kaiser (UW) sagte, dass nicht nur das Ex-Juhasz-Gebäude, sondern auch das angrenzende frühere Schürnbrand-Haus betrachtet werden müsse. Er schlug vor, dass der Eigentümer die Bebauung ein Stück weit von der Straße absetzt und so in Form eines Kompromisses auch – wie die Stadt, wenn sie Parkplätze einzieht – Platz für den Lieferverkehr schafft.

Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) sagte, dass es ein »Riesenfortschritt« wäre, wenn nach 25 Jahren des Leerstands eine Belebung des Gebäudes stattfinden würde. Robert Sattler (ebenfalls SPD) meinte in Anspielung auf die Auflösung von Parkplätzen durch die Stadt: »Wenn eine jahrzehntelange Ruine verschwinden würde, dann würde ich schon auch bereit sein, eine kleine Kröte zu schlucken.« Auch Uwe Steinmetz (UW) und Walburga Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßten die Entwicklung.

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