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Drei-Königs-Konzert der Stadtmusik Traunstein

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Traunstein: Drei-Königs-Konzert der Stadtmusik Traunstein
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Die Stadtmusik unter der Leitung von Daniel Schmid gab in der voll besetzten Pfarrkirche Mariä Verkündigung in Haslach ein bemerkenswertes Konzert. (Foto: Oberkandler)

Traunstein – Zum Hochfest »Erscheinung des Herrn« (auch »Epiphanias« oder »Dreikönigsfest«) gab die Stadtmusik Traunstein unter der Leitung von Daniel Schmid in der voll besetzten Pfarrkirche Mariä Verkündigung in Haslach ein Konzert.


Das Programm war vor allem geprägt von feierlichen Klängen, die das mehr als 30-köpfige Orchester mit Hingabe präsentierte. Im Altarraum mit dem Jesuskind in der Krippe und einem großen Christbaum fingen die Mitwirkenden musikalisch die winterliche Stimmung der dunklen Jahreszeit ein – auch wenn draußen von Schnee weit und breit nichts zu sehen war.

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Zu Beginn des Konzerts boten die Musiker das Vorspiel zur spätromantischen Oper »Hänsel und Gretel« von Engelbert Humperdinck, die besonders häufig in der Weihnachtszeit aufgeführt wird. Das liegt, wie Daniel Schmid erzählte, einzig daran, dass das Stück zu Weihnachten Premiere hatte. Die Staatskapelle Weimar führte es am 23. Dezember 1893 erstmals im Deutschen Nationaltheater in Weimar auf.

Mit dem Werk »The Fields« von Jakob de Haan beschrieb die Stadtmusik eine einzigartige niederländische Landschaft – das Musikstück ist eine Ode an die Landschaft von Westerwolde, einer Region im Nordwesten der Niederlande, wo der 1959 geborene de Haan lebt.

Waren diese ersten beiden Stücke wohl einem großen Teil des Publikums unbekannt, hatte die Klänge des nächsten Stücks wohl schon jeder einmal gehört. Die Stadtmusik präsentierte die »Petersburger Schlittenfahrt« von Richard Eilenberg. Es ist sein bekanntestes Stück, das der Salon- bzw. Unterhaltungsmusik zuzurechnen ist. Der im Revolutionsjahr 1848 geborene Komponist war Musikdirektor und Dirigent in Stettin. Eilenberg komponierte vor allem Märsche und Tänze, Militärmusik, Operetten und den Krönungsmarsch für Alexander III. von Russland.

Nach der schwungvollen »Schlittenfahrt« regte Pfarrvikar Martin Gehringer die Kirchenbesucher mit einer kleinen Geschichte zum Nachdenken an: Vater und Sohn gerieten in Streit und trennten sich. Der Vater wirtschaftete dies-, der Sohn jenseits des Baches. Ein Handwerker fragte beim Sohn um Arbeit nach und bekam den Auftrag, eine hohe Mauer am Bach zu bauen, damit er seinen Vater nie mehr sehen müsse. Der Sohn verreiste und als er zurückkam, war das Werk vollendet. Der Handwerker hatte statt einer Mauer jedoch eine Brücke gebaut, über die nun der Vater kam, seinen Sohn in die Arme nahm und sich für begangenes Unrecht entschuldigte. Das Angebot zu bleiben, schlug der Handwerker aus und zog von dannen mit dem Hinweis, er habe noch anderswo viele Brücken zu bauen.

Weiter ging es mit der Stadtmusik und dem Huldigungsmarsch zu dem Schauspiel »Sigurd Jorsalfar«. Dieser Marsch zählt zu den bekanntesten Werken des norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1843 bis 1907). Das Stück wurde im November 1892 in Oslo uraufgeführt. Zum Abschluss bot die Stadtmusik ein Medley mit Weihnachtsliedern. Dirigent Daniel Schmid, der die Leitung der Stadtmusik 2018 von Augustin Spiel übernommen hatte, regte die Besucher anschließend zum Mitsingen eines Liedes aus dem Gotteslob an, was diese nur zaghaft taten.

Mit lang anhaltendem Applaus dankten die Besucher den Mitwirkenden für ihre Darbietungen. Für die Stadtmusik geht es in den nächsten Wochen mit einer ganzen Reihe von Terminen weiter. Bis zum 22. Februar werden sie noch bei sieben Auftritten der Traunsteiner Schäffler für die musikalische Untermalung des traditionellen Schäfflertanzes sorgen. -K.O.-

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