Dreijähriger besucht Lebensretterin: »Er hat gelacht, gespielt und gesungen«

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Nach Rettungsaktion im Traunsteiner Freibad: Der Bub hat das Krankenhaus gesund wieder verlassen und mit seiner Familie die Retterinnen kontaktiert.

Traunstein – Was für ein großes Glück: Christin Schönfeld ist noch immer ganz gerührt von ihrem Besuch am Sonntag. Es klingelte und als sie die Tür öffnete, stand der kleine Bub mit seiner Familie vor der Tür, dem die zweifache Mama am Donnerstag im Traunsteiner Schwimmbad zusammen mit einer anderen Mama das Leben gerettet hatte (wir berichteten). »Er hat gelacht und mit meinen Kindern im Kinderzimmer gespielt und gesungen.«


Nach zwei Tagen im Krankenhaus konnte der Bub die Klinik gesund wieder verlassen, hatte zuvor bereits Klinikensprecher Ralf Reuter dem Traunsteiner Tagblatt bestätigt. »Wir wünschen ihm alles, alles Gute!«

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Der Dreijährige war am Donnerstagmittag im Traunsteiner Freibad ohne Schwimmflügel ins Wasser gesprungen und untergegangen. Laut Polizei war er unbemerkt davongelaufen, als seine Mutter gerade bei der Essensausgabe am Kiosk anstand. Sie hatte den Buben sofort gesucht, aber erst entdeckt, als er leblos aus dem Becken gezogen wurde.

Was im Polizeibericht nicht stand: Ein siebenjähriges Mädchen hatte den Buben beim Tauchen im Erlebnisbecken entdeckt, sofort richtig reagiert und seine Mutter um Hilfe gerufen. Diese stand mit zwei weiteren Mamas am Rand des Beckens. »Mama, da liegt ein Junge«, erinnert sich Christin Schönfeld an die Worte des Mädchens.

Die Siebenjährige sei sofort nochmals abgetaucht, um sich zu vergewissern, dass der Bub nicht nur tauche. Eine der anderen Mütter – Tina Zimmermann – sei hinterhergesprungen und habe das Kind aus dem Becken herausgezogen. »Es war schon ganz blau und schlaff«, erinnert sich Christin Schönfeld an den schrecklichen Anblick.

Sofort begannen sie und Martina Zimmermann mit der Wiederbelebung, während die anderen Schwimmmeister und Rettung verständigten. »Nachdem ich ihn dreimal beatmet hatte, hat er das erste Mal Wasser gespuckt«, erinnert sich Christin Schönfeld. Andere Helfer hätten ihn dann zur Seite gedreht. »

Aber wir hatten da noch nicht den Eindruck, dass er wieder atmet.« Also haben sie weitergemacht, bis der Bub erneut Wasser spuckte und zu wimmern begann. Als die Badeaufsicht und wenig später der Notarzt dazukamen, haben sich die beherzten Retterinnen zurückgezogen.

Allen saß der Schreck auch Tage danach noch tief in den Knochen. Die Bilder seien immer wieder aufgetaucht, erzählt Christin Schönfeld weiter. Deshalb sei es wunderschön gewesen, dass die Familie des geretteten Buben den Kontakt zu den Retterinnen aufgenommen habe. »Ihn so lebendig zu sehen und die liebe Familie dazu, das war wirklich sehr erleichternd.«

ka

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