Digitalisierung im Rathaus: »Megathema« für Oberbürgermeister

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Das Thema Digitalisierung beschäftigt zunehmend auch die Verwaltungen. Nun hat Dr. Joachim Kohn dem Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung einen Überblick darüber gegeben, was bereits gemacht wird in Traunstein und was künftig noch gemacht werden soll. Foto: dpa

Traunstein – Einen Überblick über den Stand der Digitalisierung – vor allem in Bezug auf die Verwaltung, aber auch im Verhältnis zum Bürger – gab Dr. Joachim Kohn im Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer sprach von einem »Megathema«.


Zunächst informierte Dr. Kohn, der Justiziar der Stadt, über interne Abläufe – wie digitale Sitzungsdienste über Session, digitale Steuerakten, eAkten im Fachverfahren OK.EWO im Einwohnermeldeamt oder revisionssichere Archivierung der Kassenanordnungen mit zahlungsbegründenden Unterlagen sowie der SEPA-Lastschriftmandate. Dies führe zu einer Reduzierung der Papierakten und zu einem schnelleren digitalen Zugriff, wie Kohn betonte.

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Datenaustausch mit anderen Behörden

Des Weiteren sei die Stadt Traunstein an das bayerische Behördennetz angeschlossen. »Das ermöglicht einen Datenaustausch in einem geschlossenen Benutzerkreis mit anderen Behörden.« Kohn sprach auch die grafischen Informationssysteme (GIS) an, mit denen die bildliche Darstellung der Flurkarten und fachübergreifende Inhalte wie etwa Straßen- und Kanalnetz, Grünflächenkataster oder Baumkontrollen eingesehen werden könnten.

Erwähnt wurden auch die mobile Parkraumüberwachung mit Onlineanbindung, die digitalen Datentransfer-Plattformen wie KommSafe und BayernBox, der Ausbau der bestehenden Kapazitäten bei Videokonferenzen und die Schaffung technischer Voraussetzung für ein flexibles Arbeiten im Homeoffice. Das sei auch für die Zeit nach Corona wichtig – mit dem Ziel einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wie Kohn sagte. Die Schulen in Trägerschaft der Stadt und das Rathaus sollen noch in diesem Jahr einen Glasfaseranschluss bekommen. »Die Aufträge dazu wurden erteilt.«

WLAN-Lösungen gebe es bereits im Rathaus, den Schulen, dem Kulturforum Klosterkirche, im Schwimmbad und in der Bücherei. Die Klimadaten des Bildarchivs der Galerie werden laut Kohn über vier Datenlogger aufgezeichnet und über eine zentrale Software ausgewertet. Digitale Spracherkennung löse mittlerweile die wenig effiziente Transkription durch Mitarbeiter ab.

Neben diesen Punkten, die unter der Überschrift standen »Interne Abläufe – Was wir schon machen« zählte Dr. Joachim Kohn noch zahlreiche weitere auf, wie den digitalen Straßenzustandskataster, das georeferenzierte Tracking des Winterdiensts zum Nachweis bei Unfällen und bei Bürgerfragen oder die Onlineübernahme der Steuermessbeträge vom Finanzamt.

Im Anschluss gab der Rechtsjustiziar der Stadt einen Ausblick unter der Überschrift »Was wir noch machen werden«. Hier erwähnte er unter anderem die Umstellung der Papierrechnungen auf digitale Rechnungen, die Einführung der echten eRechnung mit volldigitalem Rechnungsverlauf, die Digitalisierung der Aktenführung, die Einführung der ePersonalakte sowie eine Online-Terminvergabe von Einwohnermeldeamt über das Standesamt bis zur Bauverwaltung.

Für Bürger gebe es bereits ein Online-Bürgerservice-Portal. Dort könnten Traunsteiner ein Bürgerkonto anlegen, Anträge direkt an die Stadt weiterleiten und die Gebühren über das enthaltene Payment-Verfahren direkt online bezahlen. Beschlüsse der Gremien würden über Session im Internet den Bürgern zur Verfügung gestellt und über »Fundamt online« könnten Bürger im Internet selbstständig nach verlorenen Gegenständen suchen. Des Weiteren erwähnte Kohn das Kita-Onlineportal, die Livestreams der Stadtratssitzungen und die gerade erst beschlossenen Hybridsitzungen, die es Stadträten erlaubten, sich durch Zuschaltung auch von zu Hause an der Sitzung zu beteiligen.

Eingegangen wurde auch auf die erfolgreichen Online-Bürgerversammlungen, die Online-Umfragen, das Handyparken über die Parkster-App, die Onlineterminvergabe für Bestattungen auf dem Waldfriedhof, den Online-Wahlscheinantrag, das Onlinewahlverfahren für den Jugendbeirat, die Möglichkeit zum kontaktlosen Ein- und Ausbuchen der Medien in der Stadtbücherei und die digitalen Wanderkarten mit GPX-Geodaten.

»Wir haben große Schritte gemacht«

In seinem Ausblick ging Dr. Joachim Kohn unter anderem darauf ein, dass künftig auch Bauanträge digital eingereicht werden sollen können. Abschließend betonte er, dass Digitalisierung kein einmaliges Ereignis sei, sondern ein Prozess, der in Prozessen gedacht werden müsse. »Dafür braucht es einen langen Atem«, betonte der Justiziar.

Hümmer sagte, dass in den vergangenen zwölf Monaten viel passiert sei. »Wir haben da große Schritte nach vorne gemacht und etwa mit der Online-Bürgerversammlung auch eine ganz andere Zielgruppe erreicht.« Für ihn sei aber auch wichtig, diejenigen nicht abzuhängen und zu vergessen, die nicht digital unterwegs seien. »Wir müssen auch all die alten Formen weiter ermöglichen«, wie er sagte.

KR

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