Die Welt von oben gesehen - heute kein Problem mehr

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Georg Unterhauser ist derzeit in Kammer unterwegs, um mit seiner Drohne für das neue Heimatbuch Luftaufnahmen der einzelnen Ortsteile zu machen. (Foto: Oberkandler)

Traunstein – Georg Unterhauser ist, wenn man so sagen möchte, ein »Drohnenpionier« im Landkreis Traunstein. 2013 hat er sich sein erstes mit High-Tech-Kamera ausgestattetes Fluggerät gekauft und damit sein Hobby Fotografie in eine neue Dimension gehoben. Derzeit ist er in Kammer unterwegs und macht Fotos für das neue Heimatbuch.


Was heute selbstverständlich ist, das war bis vor 25 Jahren noch eine außergewöhnliche Perspektive, die beim Urheberhinweis am Ende der Bildunterschrift immer etwas amtliches hatte: »Freigegeben von der Re-gierung von Oberbayern…« – worauf eine Buchstaben-Zahlen-Kombination folgte, welche der Registriernummer entsprach.

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Denn bis 1994 musste jede vom Flugzeug oder Ballon aus gemachte Aufnahme dem Luftamt Südbayern vorgelegt und deren Veröffentlichung von der Regierung genehmigt werden. Heute kann man über diesen bürokratischen Aufwand nur noch schmunzeln. Jedes Kind kann sich im entsprechenden Fachgeschäft oder Elektronikmarkt Drohnen für ein Taschengeld kaufen, sie daheim starten und damit Luftaufnahmen machen. Doch Vorsicht! Es gibt Regeln und Vorschriften, die einzuhalten Pflicht für alle Hobbypiloten von Drohnen ist. Und das hat seinen guten Grund. Wer will schon, dass ein solcher mit Kamera ausgerüsteter Miniflugkörper über das eigene Grundstück schwebt und gestochen scharfe Fotos macht? Die Privatsphäre wäre damit empfindlich beeinträchtigt.

»Passieren kann das, aber erlaubt ist es nicht«, sagt Georg Unterhauser. Er weiß über alle gesetzlichen Vorgaben Bescheid, hält sie natürlich penibel ein und erklärt in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt, was man beachten muss, wenn man sich selbst ein solches Fluggerät mit Kamera anschaffen will. Für alle Drohnen gilt, dass ihr Besitzer für sie eine Haftpflichtversicherung abschließen muss. Die private Haftpflichtversicherung schließt Unfälle mit Drohnen nämlich nicht mit ein. Ist das Fluggerät schwerer als 250 Gramm, dann muss es zusätzlich mit einer feuerfesten Platte versehen sein, auf der Name und Anschrift des Besitzers vermerkt sind. Drohnen darf man nicht höher als 100 Meter steigen lassen und wenn man das in Siedlungsgebieten tut, muss man die Grundstücksbesitzer fragen. Außerdem muss man immer auf Sicht fliegen. Ist der Apparat schwerer als zwei Kilogramm, dann muss der Besitzer einen sogenannten Drohnenführerschein machen. Unterhauser hat die Prüfung in Regensburg mit Erfolg abgelegt. Er ist der Überzeugung, dass jeder, der ein solches Gerät betreibt, einen solchen Führerschein machen sollte. Noch gibt es keine einheitliche europäische Regelung, doch gehe man davon aus, dass sich die Mitgliedsstaaten noch heuer auf gemeinsame Regelungen einigen werden, so Unterhauser.

Er ist regelmäßig im Landkreis unterwegs, um mit seiner Drohne Luftaufnahmen zu machen. Derzeit fotografiert er für das neue Heimatbuch Kammer. -K.O.-

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