Die Radio-Retter: Eine Liebe zu alten Radioapparaten

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Das schwarze Kofferradio »Bajazzo Sport« von Telefunken war das erste eigene Radio von Gerold Schneider (links). Er und Christoph Bernauer sammeln leidenschaftlich alteRadios. (Fotos: Wannisch)
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Riesig muten die drei Lautsprecher des Radios – ein Saba Freiburg 8 – aus dem Jahr 1958 an.

Traunstein – Erst einmal passiert gar nichts, als Gerold Schneider das Einschaltrad an seinem alten Röhrenradio der Marke Siemens bewegt. »Es muss erst warmlaufen«, erklärt der 70-Jährige. Es klingt liebevoll, wenn der passionierte Radiosammler das sagt. Als würde er über einen in die Jahre gekommenen Kameraden sprechen, bei dem es eben nicht mehr ganz so schnell geht. Plötzlich hört man einen Brummton und dann leise Musik, die immer lauter wird, das alte Röhrenradio aus den 1950er Jahren spielt im satten Klang.


Radios sind das Hobby von Gerold Schneider. Eine Leidenschaft, die er seit ein paar Monaten mit dem erst 19-jährigen Christoph Bernauer aus Nunhausen teilt. Bernauer ist wie Schneider ein Fan der alten Technik, des Klangs und ja, auch der Musik, die in der Hochzeit der Röhrenradios aus den Geräten klang. Vor allem deutschsprachige Schlager der 50er und 60er Jahre haben es den beiden angetan – auch wenn diese Musik nur mehr selten im Radio zu hören ist, wie die beiden bedauern. Rund 160 Radios – überwiegend Kofferradios aus den 1950er bis 70er Jahren – stehen im Haus der Schneiders in Traunstein verteilt.

Das erste Radio, dass sich Gerold Schneider gekauft hat, kostete 280 D-Mark und ist ein schwarzes Kofferradio – ein »Bajazzo Sport« der Marke Telefunken. »Das hatte sogar einen Autoanschluss«, erklärt Schneider begeistert und deutet auf der Unterseite des Radios auf den entsprechenden Eingang: »Das konnte man dann waagerecht einsetzen und über die Autoantenne die Sender empfangen.« Gekauft hat Schneider sich das gute Stück, das immer noch seinen Dienst tut, in den 1960er Jahren. Begleitet hat ihn sein Bajazzo-Transistorradio auf den vielen Baustellen, auf denen Schneider als Ofensetzer und Fliesenleger tätig war. Die Tätigkeiten beim Fliesenlegen seien recht monoton, die Arbeit erledigt man meist allein, da habe das Radio immer eine schöne Abwechslung geboten. »Sogar bei Rex Guildo in Bad Feilnbach, den man damals viel im Radio gehört hat, hab ich Fliesen gelegt«, sagt Schneider stolz und fischt die handsignierte Vinyl-Single aus dem Regal.

Irgendwann ist ihm der Bajazzo dann runtergefallen und war kaputt. Ein neues Radio hat man sich nicht sofort gekauft, »die waren sauteuer damals, nicht wie heute, wo man ein Radio für ein paar Euro bekommt«. Auf einem Flohmarkt hat er sich dann ein ähnliches, etwas größeres Modell gekauft für 100 Mark. Auch das steht neu heute in einem der dicht an dicht mit Radios bestückten Regale, die mit durchsichtigen Planen verhängt sind, um die Geräte vor Staub zu schützen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der heutigen Ausgabe (24. September) des Traunsteiner Tagblatts.

vew

Besondere Geschichten

Hans Nothegger ist leidenschaftlicher Hobbybierbrauer, Gerold Schneider und Christoph Bernauer sammeln alte Radios, andere planen verrückte Aktionen – das Traunsteiner Tagblatt ist auf der Suche nach diesen Geschichten. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich an die Redaktion wenden unter lokales(at)traunsteiner-tagblatt.de oder unter Telefon 0861/9877-111. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Hobby, eine besondere Fähigkeit oder eine bemerkenswerte Persönlichkeit handelt.

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