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»Die Hindernisse sind veraltet und sinken im Teer ein«

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Eine Neugestaltung und Erweiterung des Skateparks in Traunstein wird nach ersten Schätzungen zwischen 125 000 und 200 000 Euro kosten. (Foto: Reiter)

Traunstein – Im Hauptausschuss des Traunsteiner Stadtrats wurde über zwei wesentliche Punkte diskutiert: Die Kosten für eine mögliche Neugestaltung und Sanierung des Skateparks und die Frage, ob unbedingt eine Fachfirma das Konzept erarbeiten muss. Letztlich votierte das Gremium bei zwei Gegenstimmen für eine Erweiterung und Neukonzeption. Die Stadtverwaltung wird Angebote von verschiedenen Firmen einholen und Gespräche führen. Danach wird sich auch der Stadtrat mit dem Thema befassen.


Die Traunsteiner Skaterszene erlebt derzeit einen Aufschwung. Laut Stadt nimmt dadurch aber auch die Gefahr von Unfällen und Zusammenstößen zu. »Oftmals fahren 20 Skater gleichzeitig auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern«, so die Verwaltung in der Beschlussvorlage für die Sitzung des Hauptausschusses, an der auch die Skater fleißig mitgearbeitet haben. Bei ihren Recherchen haben die jungen Leute in Gesprächen mit anderen Gemeinden auch herausgefunden, dass eine Neugestaltung und Erweiterung zwischen 125 000 und 200 000 Euro kosten wird.

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»Größere Löcher in der Fahrbahn«

Der Skatepark im Gewerbepark Kaserne neben dem BRK-Zentrum ist in die Jahre gekommen, er wurde 2005 errichtet. Insgesamt gebe es mehrere Schwachstellen, wie die Stadt mitteilte. »Die Hindernisse sind veraltet und sinken im Teer ein, die Fahrbahn weist größere Löcher auf und es gibt kaum Schattenplätze und Sitzgelegenheiten«, so die Stadt. Sie fände es daher sinnvoll, eine Fachfirma mit der Entwicklung eines Konzepts für die Errichtung eines neuen Skateparks zu beauftragen.

Laut Stadt könnte die Skatefläche von derzeit 500 auf 800 Quadratmeter erweitert werden, »denn rund um den Skateplatz gibt es Grünflächen, die abgetragen werden könnten«. Oberbürgermeister Christian Kegel betonte im Hauptausschuss, dass er die Sache gerne unterstützen würde. »Wir könnten die Szene beleben.« Es sei gut und wichtig, wenn junge Leute ein Hobby haben. »Und nicht alle wollen im Verein organisiert sein«, betonte Kegel.

Auch Christa Fuchs (CSU) sah die Sache positiv, auch wenn sie die Kosten von bis zu 200 000 Euro sehr hoch fand. »Wenn wir das machen, dann wäre es auf alle Fälle wichtig, dass wir Toiletten in die Planung mitaufnehmen.« Denn im Sommer würde es am Skateplatz ziemlich streng riechen.

»Mit eigenen Vorschlägen eingebracht«

Fraktionskollegin Isabelle Thaler betonte, dass jeder Euro, der in die Jugend investiert werde, grundsätzlich gut investiert sei. »Doch wir müssen es uns auch leisten können«, betonte sie und richtete eine entsprechende Frage an Kämmerer Reinhold Dendorfer.

Dieser betonte, dass gegen eine Neukonzeption nichts spreche. »Aber wir müssen es ja nicht gleich im kommenden Jahr umsetzen«, sagte er. Hier sollte man bei den jungen Leuten auch keine falschen Hoffnungen wecken.

Jugendreferent Thomas Stadler (Grüne) freute sich, dass die Jugendlichen beim Thema Skatepark fleißig mitgearbeitet haben. »Sie haben sich mit eigenen Vorschlägen eingebracht. Es ist tolle Vorarbeit geleistet worden«, betonte er und fragte deshalb auch, ob man für eine Neukonzeption des Skateparks unbedingt eine Fachfirma engagieren müsse. »Vielleicht könnten das auch unsere Jugendlichen zusammen mit dem Bauamt?«, überlegte er laut.

Für dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) ist der Skatepark »ganz was Wichtiges«. Dort würden sich Jugendliche unterschiedlichen Alters und Herkunft tummeln. Sie schlug vor, einen Teil des Skateparks zu überdachen und ein Flutlicht aufzustellen.

Stefan Namberger (CSU) fragte, ob man in dieser Sache nicht den Landkreis mit ins Boot holen könnte. »Da skaten ja nicht nur Traunsteiner, sondern die kommen von überall aus dem Landkreis«, betonte er.

Oberbürgermeister Christian Kegel sagte, dass man zu gegebener Zeit selbstverständlich Kontakt mit dem Landratsamt aufnehme. »Doch jetzt geht es erst mal um die Neukonzeption.«

Ernst Haider (UW) fände es besser, wenn im Zuge der Neukonzeption auch über einen neuen Standort nachgedacht würde. »Ich bin nicht ganz begeistert. Wir werden da viel Geld ausgeben.« Ihm ist der Skatepark im Gewerbepark Kaserne zu weit ab vom Schuss.

Oberbürgermeister Christian Kegel, Traudl Wiesholler-Niederlöhner und Thomas Stadler sahen gerade darin einen großen Vorteil, weil die Jugendlichen niemanden stören, wenn sie doch mal etwas lauter sein sollten. »Die Jugendlichen haben ja gerne mal Musik dabei. Dort können sie sich ungestört aufhalten«, sagte Stadler.

Der Stadtrat wird sich am morgigen Donnerstag noch nicht mit der Thematik befassen. Zunächst einmal sollen Angebote von Fachfirmen eingeholt werden. Danach wird das Thema in den Gremien erneut diskutiert – und ein endgültiger Entschluss gefasst. KR