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Der »Wohnplan Traunstein« soll's richten

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Mit Einheimischen-Modellen Wohneigentum fördern, für Familien soziale Wohnbauprojekte schaffen, das Erbbaurecht neu beleben, eine eigene städtische Wohnungsbaugenossenschaft gründen und Eigentümer leer stehender Gebäude ansprechen – all das sind Punkte, die die CSU mit ihrem »Wohnplan Traunstein« umsetzen will.

Traunstein – »Mehr Wohnraum für alle – egal, ob jung oder alt, alleinstehend oder mit Familie« – das möchte die Traunsteiner CSU mit ihrem »Wohnplan Traunstein« schaffen, den sie jüngst bei einer Veranstaltung der Öffentlichkeit vorstellte.


»Bezahlbarer Wohnraum ist das große Thema der Gesellschaft«, sagt Fraktionssprecher Dr. Christian Hümmer dann auch im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt dazu.

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Ein Punkt des Wohnplans ist die Beschleunigung der Ausweisung des Einheimischenmodells in Traunstorf, das bis zu 33 Familien einen Bauplatz bescheren soll. Da es seit Dezember 2016 nahezu keinen Planungsfortschritt gegeben habe, habe man in der jüngsten Stadtratssitzung einen Dringlichkeitsantrag eingebracht. »Auch wenn auf unseren Antrag hin jetzt etwas Bewegung in die Sache gekommen ist, sollte man nach 14 Monaten schon mal eine Vorstellung haben, wie man das Wasser wegbringt«, so Hümmer zu den Problemen, die das Oberflächenwasser bereitet. »Ich verstehe nicht, warum man diese Frage nicht schon vor einem dreiviertel Jahr angegangen ist. Da muss ich auch als Stadt mal den Druck erhöhen.«

Grundsätzlich aber müssten die beschleunigten Verfahren des Baugesetzbuchs angewendet werden. Wohnbauprojekte müssten auch verwaltungsintern Priorität haben, positiv begleitet und unterstützt werden, fordert die CSU. Dritter Punkt des Wohnplans sei die Forderung nach einer Wohnraumstrategie auf drei Säulen: Förderung der Eigentumsbildung durch Einheimischen-Modelle, Förderung des Mietwohnungsbaus durch ein Familien-Sozialmodell im Geschoßwohnungsbau mit einem Anteil von 30 Prozent für den sozialen Wohnungsmarkt und Etablierung eines Erbbaumodells.

»Dabei würde die Stadt den Grund für Jahrzehnte verpachten, er bliebe aber im Eigentum der Stadt, ähnlich, wie man das von kirchlichen Grundstücken kennt«, erklärte Hümmer. Der Pächter könne darauf ein Haus bauen und auch an die nächste Generation weitergeben.

Nach Ablauf der Vertragslaufzeit falle der Grund zurück an die Stadt, dann könne man über eine weitere Verpachtung verhandeln oder je nach Bauzustand eine Ablöse für das Haus ausbezahlen. Von der in der Regel sehr günstigen Verpachtung erwarte man sich langfristig auch eine Dämpfung der überhitzten Grundstückspreise, »auch wenn uns klar ist, dass das allein noch nicht der große Wurf ist. Aber wenn wir auf diese Weise günstig Grund anbieten können, machen wir dadurch Spekulanten Konkurrenz.«

Vierter Punkt des Wohnplans wäre die Gründung einer städtischen Wohnbaugesellschaft »Traunstein Wohnen GmbH«. Diese sollte sich um eine strategische Bodenpolitik, also die ständige Akquise von Bauland, kümmern. Sie könne auch als Vermittler oder Generalmieter im sozialen Wohnungsmarkt auftreten.

Fünfter Punkt wäre ein Baulücken- und Leerstandsmanagement – das Erfassen von Baulücken und leerstehenden Gebäuden, die gezielte Ansprache der Eigentümer, der schonende Flächenverbrauch und die Aktivierung von Bauland. All das wären Dinge, um die sich die Wohnbaugesellschaft idealerweise kümmern könnte. »Es wäre einfach wichtig, jemanden zu haben, der sich außerhalb der Verwaltungsstruktur schnell und flexibel um solche Dinge kümmern kann«, so Hümmer.

Um Flächen zu sparen, sei der sechste Punkt des Wohnplans das Bauen in die Höhe, wo immer es städtebaulich und nachbarlich verträglich ist, also etwa im Bahnhofsgelände West. Siebter und letzter Punkt sei der Kauf bundeseigener Grundstücke, die es in Traunstein durchaus gebe, »wenn die Konditionen akzeptabel sind«. coho

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