Bildtext einblenden
So soll der neue Kletterturm mit Umkleidegebäude der Traunsteiner DAV-Sektion aussehen, der ab kommendem Frühjahr im Kletterbereich am Traunsteiner Schwimmbad für Nettobaukosten von 609 000 Euro errichtet werden soll. (Repro: Effner)

Der neue Kletterturm nimmt Gestalt an

Traunstein – Mit Freude kann die Sektion Traunstein des Deutschen Alpenvereins (DAV) aufs neue Jahr schauen. Nicht nur, dass heuer bereits die Marke von 8000 Mitgliedern geknackt wurde und der Zuwachs weiter nach oben zeigt. Endlich losgehen soll es im Frühjahr 2023 auch mit den Bauarbeiten für den neuen Kletterturm in Traunstein samt Neubau für ein Umkleidegebäude. Läuft alles nach Plan, soll 2024 der Betrieb beginnen. Details stellten Schatzmeister Bernhard Kraus und Thomas Fröhlich, Betreuer der Kletteranlage, in der Jahreshauptversammlung im Brauereiausschank Schnitzlbaumer in Traunstein vor. Claudia Bork von der Traunsteiner Bergwacht berichtete aktuell mit eindrucksvollen Bildern von den dramatischen Rettungsversuchen bei der Bergung eines vermissten 24-Jährigen am Hochkalter. 


Vorsitzender Hans Gfaller blickte auf die zahlreichen Aktivitäten im abgelaufenen Jahr zurück. Seine Stellvertreterin Julia Jobst berichtete von der neugestalteten Homepage und einem Newsletter sowie weiteren Online-Aktivitäten der Sektion, die die Arbeit und Angebote transparenter machen sollen. Ein großer Erfolg auch für die Nachwuchswerbung war die Vorstellung der Sektion beim Tag der Vereine auf dem Stadtplatz in Traunstein. »Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist die Nachfrage sehr groß, deshalb bräuchten wir dringend weitere Jugendleiter«, so Jobst. Dass sich in diesem Bereich viel tut, machte Jugendreferentin Anna Viehhauser mit ihrem Team deutlich.

Hier hakten die beiden neuen Ausbildungsreferenten Josef Eisenberger und Andreas Thiele ein. Sie übernehmen das Ressort von Michael van der Giet, der nach neun Jahren engagierter Ausbauarbeit aus beruflichen Gründen ausscheiden musste. »Eine gute Ausbildung ist nachweislich eine zuverlässige Versicherung, dass man für die Gefahren am Berg gut gewappnet ist«, erläuterte Thiele. 23 Kurse mit 241 Teilnehmern konnten im vergangenen Jahr abgehalten werden. Da die Nachfrage ungebrochen hoch ist, sucht das Team noch weitere Fachübungsleiter für die verschiedenen Bereiche.

Gfaller erinnerte auch an den Abschluss der Baumaßnahmen und die laufende energetische Optimierung der Neuen Traunsteiner Hütte, die heuer fortgesetzt werden soll. Die Alte Traunsteiner Hütte kann jetzt ebenfalls wieder besucht werden. Bei der Hütte auf der Winklmoosalm bildet aktuell der Bau einer neuen Wasserversorgung das zentrale Thema.

Großen Zuspruchs erfreute sich ab Frühjahr nach den Corona-Einschränkungen die Kletteranlage des DAV am Traunsteiner Schwimmbad. Wie Thomas Fröhlich berichtete, sind an den Türmen inzwischen 200 Routen verfügbar. Gerade bei jungen Leuten sei das Interesse groß. Mittlerweile nutzen allein vier Traunsteiner Schulen das Areal für das Wahlfach »Bouldern«. Die Erweiterung um einen weiteren Kletterturm sei deshalb nur konsequent.

Dieser wird als Holzkonstruktion mit Mehrschichtplatten gebaut, informierte Schatzmeister Kraus. Der Turm soll auf einer Kletterfläche von 429 Quadratmetern 26 neue Routen umfassen. Die Kostenschätzung sieht einen Nettopreis von rund 609.000 Euro vor. Mehr als 273.000 Euro erwartet sich der Verein an Förderungen, darunter rund 180.000 Euro allein von LEADER. Bereits zugesagt wurde eine Finanzspritze der Stadt Traunstein von 40.000 Euro. Der Eigenanteil von 335.728 Euro soll über Rücklagenentnahme und Darlehen abgedeckt werden. Um die Kletteranlage auch in Zukunft wirtschaftlich betreiben zu können, so Kraus, müssten die Preise der Tagestickets um 35 Prozent und der Jahreskarten um 50 Prozent angehoben werden. Zu berücksichtigen sei aber, dass es seit 2012 keine Erhöhung gegeben habe.

Dass der Verein trotz zahlreicher Investitionen in den letzten Jahren gut dastehe, machte Kraus mit einem Blick auf das Geschäftsjahr deutlich. So habe sich bei einer Bilanzsumme von 1,25 Millionen Euro der Mehraufwand für die Hüttenkosten in 2020 wieder deutlich reduziert. Zusammen mit den Mehreinnahmen bei den Mitgliedsbeiträgen ergab sich gegenüber dem Vorjahr eine Ergebnisverbesserung um 105.000 Euro. Das Bankguthaben stieg auf über 238.730 Euro, die Verschuldung sank deutlich auf etwas über 127.347 Euro. Richard Mühlbacher hatte in seinem Bericht der Rechnungsprüfer nichts zu beanstanden, sodass der Vorstand einstimmig entlastet wurde. Zu einer kurzweiligen Bilderreise wurden die Berichte der einzelnen Orts- und Tourengruppen.

eff

Mehr aus der Stadt Traunstein