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So könnten nach dem Radverkehrskonzept Fahrradstraßen in Zukunft aussehen, je nach Bedarf für Anlieger oder auch für den motorisierten Verkehr generell freigegeben. Injedem Fall hätten hier Radfahrer Vorrang vor dem Autoverkehr. (Foto: i.n.s)

»Den roten Teppich für Radfahrer ausrollen«: Stadtratsfraktionen weitgehend einig über Notwendigkeit gut ausgebauter Radwegeverbindungen

Traunstein – »Die kennen unsere Stadt besser als mancher da herinnen«, sagte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) zum Argument des Fraktionsvorsitzenden der Traunsteiner Liste, Simon Steiner. Er hatte beklagt, dass die Testphase an der Haslacher Straße im Rahmen der Erstellung des – letztlich mit großer Mehrheit beschlossenen – Radverkehrskonzepts (wir berichteten) so nie hätte stattfinden dürfen. Es sei »viel Porzellan zerschlagen« worden, nicht zuletzt, weil das Büro i.n.s. doch ortsfremd sei: »Wenn es um solche Projekte geht, sind wir als Verwaltung und Stadtrat gefragt«.


Ähnlich wie bei Haushaltsberatungen, hatten die Vertreter der Fraktionen jeweils wenige Minuten Redezeit für ihre Stellungnahme zu dem Projekt. So sagte CSU-Fraktionssprecher Konrad Bauer: »Unser Radverkehrskonzept ist kein Instrument der Umerziehung der Verkehrsteilnehmer. Für uns ist es vor allem ein Instrument der Verkehrssicherheit für alle, besonders auch für die Schwächsten.«

CSU: »Wahlfreiheit vor Zwangsmissionierung«

Es gehe um die Frage: »Wie komme ich sicherer und schneller von A nach B?«, so Baur. Wichtig seien drei Punkte: Wahlfreiheit vor Zwangsmissionierung – »die Innenstadt muss erreichbar bleiben für alle«; Realitätsnähe vor Ideologie: Traunstein sei Pendler- und Einkaufsstadt. Wichtig sei ein ehrlicher und transparenter Testbetrieb. Auch durch das Radverkehrskonzept werde nicht von heute auf morgen jede Straße einen Radl-Weg haben. Hier zähle Qualität vor Quantität.

»Eine ganze Gesellschaft hat eine neue Form der Mobilität entdeckt«, sagte Thomas Stadler, Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen. Die Stadt müsse sich dem stellen. Die Bevölkerung habe sich sehr intensiv an der Befragung zu Verbesserungen des Radverkehrs beteiligt. »I.n.s hat uns rückgemeldet, dass Traunstein hier außergewöhnlich ist«, so Stadler.

SPD/Linke: Es gibt keine reinen Radler

»Den Einkaufsbummel machen wir zu Fuß, den Großeinkauf aber lieber mit dem Auto«. Manchmal sei man mit dem Rad aber am schnellsten. »Deshalb brauchen wir ein gut ausgebautes und sicheres Radwegenetz«. Denn auf dem Fahrrad sei man größeren Gefahren ausgesetzt. »Daher wollen wir den roten Teppich mit vielen roten Radwegen für die Traunsteiner ausrollen«, so Bödeker. »Es ist keine Einschränkung. Es ist eine Einladung«.

coho

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der heutigen Ausgabe (Samstag, 2. Juli) des Traunsteiner Tagblatts.

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