Demonstration im Stadtpark: Eltern fordern „Schule ohne Test“

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Foto: Julia Christl

Traunstein – Um gegen die geltenden Corona-Maßnahmen an Schulen, insbesondere die Testpflicht für Schüler, zu demonstrieren, versammelten sich laut Polizeiangaben knapp 150 Personen – davon etwa 30 Kinder – am Dienstagnachmittag im Traunsteiner Stadtpark.


Organisatoren der Veranstaltung waren Julia Kamml aus Waging und Florian Fernsebner aus Siegsdorf. Um die Technik kümmerte sich Florian Obermüller von „Querdenken-861“. Viele Teilnehmer hielten die Mindestabstände nicht ein und trugen keine Masken.

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Als Erste ergriff Julia Kamml das Mikrofon: „Unsere Kinder müssen trotz Schulpflicht mit dem Test eine Gegenleistung erbringen, um in die Schule gehen zu dürfen. Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung und sollte nicht benachteiligt werden. Die vielen Tests sorgen doch gerade für eine hohe Inzidenz.“ Kamml habe sich mit anderen Müttern vernetzt und eine WhatsApp-Gruppe namens „Schule ohne Test“ gegründet, die mittlerweile auf Telegram umgesiedelt sei. Erklärtes Ziel der Versammlung sei gewesen, die virtuelle Gruppe ins echte Leben zu übertragen.

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Florian Fernsebner und Florian Obermüller. Foto: Julia Christl

Man erhoffe sich durch die Veranstaltung mehr Aufmerksamkeit von Landrats- und Schulamt, erklärte der 46-jährige Florian Fernsebner. Er habe selbst schulpflichtige Kinder und sei schockiert, wie schlecht es ihnen durch die Corona-Maßnahmen gehe: „Die Verhältnismäßigkeit der Tests muss überdacht werden.“ Er mache sich außerdem Sorgen um die Sicherheit der Schüler bei Durchführung der Tests: „Lehrer sind kein medizinisches Personal. Wie wollen sie das alles überblicken?“

Martin Huber, Vater von Julia Kamml, bemängelte, dass über Gefahren der Schnelltests wie Verätzungen und Augenreizungen nicht aufgeklärt werde: „Die Tests schädigen die Kinder definitiv und das Verhältnis von Nutzen und Schaden wird völlig ignoriert. Das übersteigt die Grenze des Erträglichen, dass unsere Kinder unter Generalverdacht gestellt werden.“ Ebenjene Kinder durften dann auch selbst ans Mikrofon treten und riefen: „Ich möchte wieder Fußballspielen“ oder „Ich will selbst entscheiden, ob ich eine Maske tragen muss.“

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Monika Seidl und Klara Loidl aus Kirchanschöring. Foto: Julia Christl

Gegen Ende der Veranstaltung ging es in den Wortbeiträgen der Redner noch um einen „Great Reset, in dessen Agenda wir uns gerade befinden“, „dauerhaft eingeschränkte Grundrechte“ oder „Impfzwang“. Dafür gab es nur verhaltenen Applaus vom Publikum. Auf Nachfrage unserer Zeitung wollten sich die Organisatoren der Kundgebung von diesen Aussagen nicht klar distanzieren, da solche Behauptungen „nicht zu überprüfen“ seien.

Die Veranstaltung verlief insgesamt friedlich und wurde nach knapp zwei Stunden beendet. Die Polizei musste die Teilnehmer jedoch dazu aufrufen, Mindestabstände und Maskenpflicht einzuhalten – was aber nicht alle befolgten.

JuC

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