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Das Aufräumen im Stadtwald geht zu Ende

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Jede Menge Holz hatte Stadtförster Gerhard Fischer in den vergangenen Wochen und Monaten zu begutachten. Der überaus schneereiche Winter hatte zu vielen Schäden im Stadtwald geführt. (Foto: Pültz)

Traunstein – Fast vollständig beseitigt hat die Stadt die Schäden, die der überaus schneereiche Winter in ihren Wäldern verursacht hat. Die tonnenschwere, weiße Last, die sich auf die Äste legte, hatte nach Angaben von Stadtförster Gerhard Fischer auf rund einem Drittel ihrer 600 Hektar zu »spürbarem Bruch« geführt. Monatelang waren die Arbeiter damit beschäftigt, das Holz zu entfernen. Jetzt ist ihr Werk nahezu vollendet. »Das Schneebruchholz ist weitestgehend aufgearbeitet, verkauft und abgefahren«, sagt der Stadtförster im Gespäch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Vorerst unbeachtet bleiben Nester mit schwachen, verbogenen Bäumen.«

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Die Stadt besitzt insgesamt etwa 600 Hektar Wald. Den größten Teil mit 240 Hektar bildet der Bürgerwald im Osten. Im Norden liegt der Haidforst mit 145 Hektar. Angekaufte Flächen in Froschham zwischen Kammer und Otting umfassen mit Umgriff 146 Hektar, in Truchtlaching am Alzknie 42. Zu diesen Wäldern kommen noch einige kleinere Flächen in Chieming und in Surberg.

War die weiße Pracht in vorausgegangenen Wintern oft überschaubar gewesen, so kam der Schnee diesmal in der kalten Jahreszeit in rauen Massen. Meterweise lag er auf den Häusern, auf den Straßen und in der Landschaft. Als sich die Lage zuspitzte, rief der Landkreis Traunstein den Katastrophenfall aus.

Der Schnee, der im Übermaß fiel und dann vor allem auch wochenlang liegen blieb, machte den Wäldern der Stadt schwer zu schaffen. Langwierig war die Bestandsaufnahme nach dem Winter – und überaus hoch am Ende die Zahl der Bäume, die angeschlagen waren. »Die Schadholzmenge beträgt circa 2500 Festmeter«, bilanziert Fischer. Größere, zusammenhängende Löcher seien aber nicht entstanden. Die Bestände seien vielfältig aufgebaut, gemischt in den Baumarten und unterschiedlich im Alter. In dieser Form seien sie nicht so anfällig gegenüber Lasten und Stürmen.

Nennenswerter Schneebruch im Jahr 1979

Zwei Drittel mehr Schadholz als gewöhnlich brachte der vergangene, sehr schneereiche Winter. »Die Schadensmengen lagen bisher im Durchschnitt bei 1500 Festmeter pro Jahr«, berichtet Fischer.

In der kalten Jahreszeit hinterlassen in der Hauptsache immer wieder Stürme in den Wäldern der Stadt ihre Spuren. Diesmal jedoch führte vor allem auch der Schnee zu Schäden. Sie hätten durchaus noch höher ausfallen können. Doch Fischer sagte: »Die am stärksten gefährdeten, älteren Fichtenbestände aus Wiesenaufforstungen und diejenigen auf den nassen Plateaus des Bürgerwaldes gibt es aber nicht mehr.«

In diesem Jahr war alles ganz anderes als sonst. »Schneebruch im nennenswerten Umfang gab es im Stadtwald seit 1979 nicht mehr«, sagt der Stadtförster. Damals seien 10 000 Festmeter Holz gebrochen, viele Bäume mit schadhaften Spitzen seien stehen geblieben – Bäume, die nach Angaben von Fischer heute noch bestehen. Durchforstungen wie auch der Aufbau gemischter Waldbestände hätten das Risiko in den vergangenen Jahren »deutlich herabgesetzt«.

Die sichtbarsten Spuren hinterließ der vergangene Winter in den reinen Fichtenbeständen, die ab 1970 in Froschham aufgeforstet wurden. Und Gerhard Fischer weiter: »Im Haidforst und im Bürgerwald gab es Einzelbrüche, die keine sichtbaren Löcher hinterließen.«

Landab, landauf macht die Befürchtung die Runde, dass sich nach dem Winter der Borkenkäfer ausbreitet, der im Holz, das auf dem Boden liegen bleibt, ideale Bedingungen für seine Populationen vorfindet. In Traunstein jedoch halten sich die Sorgen in Grenzen. »Als Plage kann man den aktuellen Befall hier nicht bezeichnen«, sagt Fischer. Bis jetzt liege die Befallsmenge im Bereich von 250 Festmetern – womit sie, wie er meint, »also relativ gering« sei.

Das Holz, das aus Forstschutzgründen nicht liegen bleiben darf, verkauft die Stadt. Diese Regel fand auch jetzt nach dem schneereichen Winter mit dem Anfall von großen Mengen Schadholz wieder Anwendung. »Ein größerer Teil konnte im Rahmen vorhandener Verträge relativ gut vermarktet werden«, sagt Fischer. Weitere Mengen habe die Stadt zu »abgestürzten Holzpreisen« vermarktet. Qualitativ minderwertiges oder sonst nicht anders verwertbares Holz und Äste habe die Stadt als Hackschnitzel verwertet.

Holzpreise haben sich im Durchschnitt halbiert

Bedingt durch das riesige Schadholzangebot aus Stürmen und Käferbefall in ganz Mitteleuropa seien die Preise in den Keller gerutscht. Sie haben sich laut dem Stadtförster »im Durchschnitt mehr als halbiert«. Der Preis für die Massenware Fichtenholz sei von 90 Euro pro Festmeter im Winter 2017 auf jetzt 50 abgestürzt, der für verblautes, minderwertiges Käferholz von 40 auf 25 Euro. pü