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"Da kann sich die Stadt nicht raushalten" – extra Hundeweg ohne Salz?

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Auch die Stadt Traunstein trägt Mit-Verantwortung für die Wohnbau-Genossenschaft Haidforst. (Screenshot Google Maps)

Traunstein – Dr. Christian Hümmer sprach im Stadtrat die Vorgänge bei der Wohnbaugenossenschaft Haidforst an. Er ist der Meinung, dass sich die Stadt in der Sache nicht raushalten kann.


»Wenn wir Teil der Genossenschaft sind, dann müssen wir uns da auch mehr beteiligen«, betonte er. Denn schließlich gehe es um sehr viele Wohnungen im sozialen Wohnungsbau. »Da haben wir eine Verantwortung.«

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Überrascht zeigte sich der CSU-Fraktionsvorsitzende auch darüber, dass in der Stadt angeblich Pläne liegen sollen, auf denen einige Häuser in Haidforst verschwunden und diese durch Neubauten ersetzt sind. »Von wem geht das aus?«, wollte Hümmer wissen. Außerdem fragte er nach den Wohnbaukonferenzen, die zu diesem Thema bereits stattgefunden haben. »Auch da bin ich sehr überrascht, das ist für mich eine absolute Neuigkeit, die mir so nicht bekannt war«, betonte Hümmer, der Referent für Stadtplanung ist.

Es sei nichts Neues, dass die Stadt Traunstein Teil der Genossenschaft sei, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. »Das sind wir seit Jahrzehnten.« In Bezug auf die Pläne betonte der Rathauschef: »Das sind Studien.« Nachdem das Thema sozialer Wohnungsbau äußerst wichtig sei, sei es auch nicht ungewöhnlich, dass man sich zusammensetze und darüber diskutiere, fand der Oberbürgermeister. »Die Stadt ist extrem abhängig von der Wohnbaugenossenschaft. Das sind 550 Wohnungen. Stellen Sie sich bloß mal vor, wir hätten die nicht.« Zu den Vorgängen innerhalb der Genossenschaft könne er allerdings nichts sagen, so der Oberbürgermeister.

»Hundeweg« ohne Salz?

Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU) gab einen Wunsch von Hundebesitzern weiter. Sie würden sich einen »Hundeweg« wünschen, der nicht gesalzen wird. Denn die Pfoten der der Tiere seien sehr empfindlich und würden durch das Salz häufig spröde und rissig.

Manfred Bulka vom Ordnungsamt sagte, dass dies innerorts und auf öffentlichen Wegen nicht möglich sei. »Da haben wir ein Problem mit der Haftung«, betonte er. Er könne sich aber vorstellen, einen solchen Spazierweg im Außenbereich auszuweisen mit entsprechender Information, dass hier nicht gesalzen werde. »Wir prüfen das«, sagte er den Hundebesitzern zu.

Wilfried Schott (Grüne) sprach ein derzeit heiß diskutiertes Thema an. Er wollte wissen, ob auf städtischen Flächen Glyphosat eingesetzt wird.

»Ich gehe sehr stark davon aus, dass wir kein Glyphosat verwenden«, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel. Er sagte zu, sich bei der Stadtgärtnerei zu erkundigen. – Eine Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts bei Stadtgärtner Reinhard Niederbuchner ergab, dass seit mindestens sechs Jahren kein Glyphosat mehr verwendet wird. »Das ist gesetzlich auch gar nicht erlaubt auf kommunalen Flächen«, sagte der Leiter der Stadtgärtnerei. »Wer es einsetzen möchte, braucht eine Ausnahmegenehmigung. Diese gibt es nur in besonderen Härtefällen.«

29 000 Euro für Barrierefreiheit eingeplant

Einhellig verabschiedete der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die Umsetzung weiterer Verbesserungsmaßnahmen für ein barrierefreies Traunstein. Konkret sollen dieses Jahr folgende Maßnahmen umgesetzt werden: Durchgängige Plattenstreifen an einigen Stellen am Stadtplatz mit den erforderlichen Angleichungen, das Absenken von Bordsteinen an der St. Oswald-Straße/Ecke Bachmayerstraße, der Haslacher Straße/Ecke Seuffertstraße sowie am Karl-Theodor-Platz und am Festplatz.

Verbessert werden soll auch die Beleuchtung in der Apothekerstiege und der Büchelestiege. Außerdem werden Verkehrsschilder versetzt, die beispielsweise die Sicht beeinträchtigen. Für diese Maßnahmen ist zunächst ein Betrag in Höhe von insgesamt 29 000 Euro erforderlich. Es können aber Zuschüsse der Städtebauförderung bei der Regierung von Oberbayern beantragt werden, hieß es vonseiten der Stadt.

Als eigenständiger Geh- und Radweg gilt künftig der Weg abgehend vom Bahnweg entlang der Bahnstrecke Rosenheim-Freilassing bis zur Staufenstraße. Einen entsprechenden Beschluss zur Widmung dieses Wegs verabschiedete der Stadtrat ohne Gegenstimme.

Baugrundstücke in Traunstein sind heiß begehrt. Deshalb ist die Stadt auch immer auf der Suche nach neuen Flächen, die im sogenannten Ansiedelungsmodell vergeben werden können. Nun ist ein Grundstück in Haslach in Sicht. Ein Gutachten muss zunächst aber die Auswirkungen eines landwirtschaftlichen Erweiterungsbaus auf die dort geplante Wohnbebauung ermitteln.

Bereits beschlossene Sache ist das neue Baugebiet in Traunstorf, auch wenn eine Bewerbung für die Grundstücke derzeit noch nicht möglich ist. Grund sind Probleme mit dem Oberflächenwasser in dem Baugebiet (wir berichteten). Erst wenn hier eine Lösung gefunden wurde, kann das notwendige Bauleitplanungsverfahren abgeschlossen werden und das Bewerbungsverfahren starten.

Der Stadtrat befasste sich nun mit einem weiteren Gebiet, in dem Grundstücke nach dem Ansiedelungsmodell ausgewiesen werden könnten. Dabei handelt es sich um eine Fläche von rund 6000 Quadratmetern in Haslach. Die Stadt geht davon aus, dass vier bis fünf Grundstücke im sogenannten Einheimischenmodell vergeben werden könnten.

Nachdem ein direkt angrenzender Landwirt seinen landwirtschaftlichen Betrieb erweitern möchte, müssen allerdings zunächst die Auswirkungen der vorgesehenen landwirtschaftlichen Erweiterungsbauten auf die geplante Wohnbebauung gutachterlich neu bewertet werden. Die Einleitung eines möglichen Bebauungsplanverfahrens zur Erweiterung des Ortsteils Axdorf im Bereich der Gemarkung Haslach wird bis dahin zurückgestellt. KR