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»D' Schmidhamer san bisher a net verhungert« – 14 neue Wohnhäuser geplant

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14 neue Häuser plant die Stadt Traunstein auf einem Grundstück in Schmidham. (Grafik: PLG)

Traunstein – 14 neue Einfamilienhäuser plant die Stadt Traunstein auf einem 8900 Quadratmeter großen Grundstück in Schmidham, das sie »Gott sei Dank« kaufen konnte, wie Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses sagte. Ein 15. Haus könnte noch auf einem Grundstück entstehen, das der Stadt nicht gehört – wenn dessen Eigentümer das will.


Andreas Jurina von der Planungsgruppe Strasser stellte dem Ausschuss drei Varianten vor. Bei einer Variante war die Firstrichtung der Häuser am westlichen Rand des Grundstücks gedreht, so dass man ein Haus weniger untergebracht hätte als in der letztlich weiterverfolgten Variante. Ebenso wie bei der dritten Variante wären am östlichen Rand des Grundstücks statt der vier Einfamilienhäuser zwei Mehrfamilienhäuser mit je acht Wohnungen, Tiefgaragen und Parkplätzen für Besucher entstanden.

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Am Ende entschied sich der Planungsausschuss für die Variante 1.1. Die hatte zuvor auch Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) favorisiert: »Wir sollten bei den Einfamilienhäusern bleiben, um den Dorfcharakter zu erhalten«, sagte er. Bernhard Glaßl von der Stadtverwaltung riet, bei der Änderung des Flächennutzungsplans den Bestand als Dorfgebiet, die Erweiterungsfläche als Allgemeines Wohngebiet festzulegen, um die Bauernhöfe in der Nachbarschaft zu schützen. Bisher ist Schmidham im Flächennutzungsplan als Splittersiedlung im landwirtschaftlichen Bereich dargestellt. Der Änderung stimmte der Planungsausschuss letztlich bei einer Gegenstimme zu. Zudem soll auf Grundlage der Planstudie der PLG ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Wie in der Zeichnung dargestellt, sollen die Häuser über eine eigene Erschließungsstraße erreichbar sein. Die Grundstücksgrößen liegen bei rund 400 Quadratmeter. Die Variante mit Wendehammer würde mehr Fläche verbrauchen, erklärte Jurina. Der Untergrund müsse aber noch untersucht werden. Teilweise müssten die Häuser Hanghäuser werden. »Da müssen wir zum Teil mit Stützmauern arbeiten.«

»Ich war von Anfang an dagegen, das Grundstück zu kaufen«, sagte dazu Ernst Harrecker (CSU). Die Zufahrtsstraße sei nur einspurig befahrbar, »die müssen wir breiter machen. Mit dem ganzen Erschließungsverkehr, das wird zu viel.« Auch Stephan Hadulla (Grüne) fürchtete Probleme: »Das produziert zusätzlichen Verkehr, es gibt dort keinerlei Infrastruktur und keine Anbindung.« Dazu sagte Kegel: »Jeder fordert Wohnraum. Ich bin sehr dankbar, dass es Grundbesitzer gibt, die bereit sind, mit uns zusammenzuarbeiten.«

Josef Kaiser (UW) lehnte die Mehrfamilienhäuser ab: »Auf alle Fälle sollten wir die Variante mit den Einfamilienhäusern wählen.« Zu Hadullas Bedenken sagte er: »D' Schmidhamer san bisher a net verhungert. Es gibt bestimmt Leute, die schätzen genau die Ruhe da draußen.« Er appellierte, beim Bodengutachten nicht wieder so lange »umeinander zu doktern wie in Traunstorf, da müssen wir die Kirch' im Dorf lassen und pragmatisch drangehen.« coho