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Christian III. und Elfriede I. »regieren« Traunstein

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Mit der Überreichung von Diadem und Stadtschlüssel vollzog Oberbürgermeister Christian Kegel (links) die Krönung des Veitsgroma-Prinzenpaars Christian III. von Mietenkam und Elfriede I. vom Kindergartenland. (Foto: Buthke)

In größte Verzückung versetzte die Narrenschaft in und um Traunstein bereits im vergangenen Dezember eine vorweihnachtliche, frohe Botschaft: Nach zwölf langen und quälenden Jahren royaler Abstinenz hat die Veitsgroma Zunft Traunstein wieder ein Faschingsprinzenpaar. Und da bekanntermaßen Spaß eine ernste Angelegenheit ist, wird man nicht allein durch die bloße Vermeldung Faschingsprinz oder Faschingsprinzessin. Da muss schon eine »ordentliche« Krönung her.


Selbige nahm Oberbürgermeister Christian Kegel beim Faschingsauftakt der Veitsgroma Zunft in der Surtalhalle in Surberg vor, indem er Prinzessin Elfriede I. vom Kindergartenland ein glitzerndes Ding, in royalen Kreisen auch als Diadem bezeichnet, in die Haarpracht steckte, und seinem Vornamensvetter Christian III. von Mietenkam den Stadtschlüssel überreichte. Dazu bemerkte Kegel, dass wegen des Kommunalwahlkampfs bis März in der Stadt ohnehin keine gescheite Politik mehr gemacht werde. Somit erklärte er die Große Kreisstadt bis Aschermittwoch zur Monarchie.

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Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss in dieser Stelle gesagt werden, dass das Traunsteiner Prinzenpaar nicht über das gesamte Stadtgebiet herrscht, denn seit mehr als drei Jahrzehnten machen die Faschingsfreunde Blau-Weiß Kammer im Gebiet der ehemals freien Gemeinde Kammer ihr eigenes »Ding«. Bereits seit November herrschen dort Prinz Herbert I. und Prinzessin Iris I. quasi als »Gegenprinzenpaar«.

Kalorienreiche Torte statt klammer Stadtkasse

Anstelle der früher üblicherweise übergebenen Stadtkasse hatte der Oberbürgermeister eine große Torte mit zwei Kronen drauf mitgebracht. Die Stadtkasse war in der Regel ohnehin leer und ist es vermutlich immer noch. Aufschluss darüber wird erst die Haushaltsdebatte in der Stadtratssitzung am Mittwoch geben. Die Torte hat wenigsten einen Haufen Kalorien, mit denen das Prinzenpaar die bei seinem Prinzenpaartanz verlorenen ersetzen kann. Kegel freute sich »narrisch«, dass die Veitsgroma wieder einmal ein Prinzenpaar haben, dass er bei der Vorstellung im Dezember bereits eingebürgert hatte, weil der Prinz in Mietenkam und die Prinzessin in Kirchweidach zuhause sind. Als »Preis« für diese Einbürgerung müssen sie dem Stadtoberhaupt jeden Montag Krapfen ins Rathaus bringen. Was seinen Worten zufolge bisher auch so geschehen ist.

Zum Trübsalblasen sei im Fasching kein Platz, denn schließlich sei Lachen gesund, meinte das Prinzenpaar in seiner Antrittsrede. Auch wenn es einmal trübe Tage gebe, sollte man optimistisch nach vorn blicken. Anschließend stiegen sie den Kommunalwahlkampf ein, indem sie aufzählten, was in Traunstein alles geschehen ist bzw. auf den Weg gebracht wurde, wie zum Beispiel der Salinenpark, die Klosterkirche, die Schulsanierungen, die Renaturierung des Pechschnaitmoors oder der Rufbus. Kritik übten sie an der missglückten Fertigstellung der Fußgängerbrücke in Heilig Geist und an den vielen Gewerbegebieten.

Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer hieß die Traunsteiner Veitsgroma in ihrem »Asyl« willkommen. Er habe im vergangenen Jahr immer schon ungeduldig auf den Anruf der Veitsgroma gewartet. Da Bürgermeister Wimmer bei den kommenden Kommunalwahlen nicht mehr kandidiert, konnte er sich angesichts des vollen Saals eine Spitze in Richtung seiner Gemeindebürger nicht verkneifen. Nach vier Jahren hätten sie nun auch bemerkt, dass der Faschingsauftakt eine schöne Veranstaltung ist. Deshalb sprach er die Hoffnung aus, dass die Veitsgroma weiterhin nach Surberg kommen werden.

Besuch anderer Faschingsprinzenpaare

Selbstverständlich bestand die Veranstaltung nicht nur aus Reden. Die Veitsgroma traten mit ihrem Fanfarenzug, der Kindergarde, dem Prinzenpaar mit dem Prinzenpaarwalzer, der Garde und den Powerfrauen auf. Die Faschingsgesellschaft Sing-Sang Teisendorf, der Faschingsclub Tittmoning, die Faschingsgesellschaft Naracucula aus Kuchl, die Salzburger Faschingsgilde, die Faschingsgesellschaft Eilischon aus Rufling, die Faschingsfreunde Blau-Weiß Kammer, die Faschingsfreunde Chieming und die Showtanzgruppe Grabenstätt traten mit ihren Präsidenten und – soweit vorhanden – Prinzenpaaren auf. Die Garden sorgten mit Gardetänzen, modernen Showtänzen und Rock'n'Roll für ein schwungvolles und unterhaltsames Programm, durch das Veitsgroma-Präsidentin Josefine Berny mit verbindenden Worten sehr professionell führte. Bjr