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Mit Fäusten, die verbinden, gedachten Schüler des Chiemgau-Gymnasiums der Opfer des Krieges in der Ukraine.

Chiemgau-Gymnasium setzt Zeichen der Solidarität

Traunstein – Alle Schüler und Lehrkräfte des Chiemgau-Gymnasiums (ChG) setzten auf dem Hartplatz der Schule ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern des Krieges in der Ukraine. Um die Verbundenheit zu zeigen, streckten sie in einer Schweigeminute die Arme aus und legten die Fäuste aneinander.


Angesichts des Krieges hatten die Schülermitverwaltung (SMV), der Elternbeirat und die Lehrerschaft des Chiemgau-Gymnasiums gemeinsam beschlossen, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen, um den Menschen in der Ukraine zu helfen. Vom 9. bis einschließlich 14. März wurden Sachspenden in Form von Medikamenten und Verbrauchsprodukten wie Kleinkindnahrung oder Hygieneartikeln gesammelt und dann an das Apostolische Exarchat in München übergeben. Der Kontakt war vom Vorsitzenden des Elternbeirats, Sebastian Ring, hergestellt worden, der von zwei Müttern ukrainischer und russischer Herkunft um Unterstützung gebeten worden war.

Geschichtslehrer Stefan Schuch griff Erfahrungen aus seiner Jugendzeit während des Kalten Krieges auf, die von einer ständigen Angst vor einem Atomkrieg geprägt war – einer Angst, die aktuell erneut um sich greift. Doch sieht er diese nicht unbedingt als etwas Negatives, sondern als Kraftquelle zur Veränderung. Sie mobilisiere, wie damals auch, viele Jugendliche, durch Proteste ein Zeichen zu setzen.

Betont wurde, dass die Gedenkveranstaltung nicht nur den Opfern der Ukraine, sondern auch den unschuldigen Menschen Russlands gilt, wobei beide Völker, wie der israelische Historiker Yuval Noah Harari es nannte, »Zwillinge sind, denen Hass von oben verordnet wird«. Als Zeichen, dass alle Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte bei der Veranstaltung gegen Hass und Krieg sind, bat Studiendirektor Schuch für die Dauer einer Schweigeminute, »die Arme auszustrecken, gegenseitig die Fäuste aneinander zu legen als Zeichen auch unserer Verbundenheit – Fäuste, die verbinden und nicht zuschlagen«.

Elternbeiratsvorsitzender Sebastian Ring zeigte sich dankbar für den unermüdlichen Einsatz der Schüler in dieser seelisch belastenden Zeit und gab seiner Freude Ausdruck, wie schnell sich die Kartons gefüllt hatten.

Auch Schülersprecher Theodor Pernath lobte das Engagement der Schüler am ChG: »Im 21. Jahrhundert leben wir in einer Ellenbogengesellschaft, doch mit der Spendenaktion kann man erkennen, dass alle zusammenhalten, helfen und somit Solidarität zeigen, wenn es hart auf hart kommt.« Durch das Helfen habe man ein Gefühl der Verbundenheit mit den Opfern des Krieges. Und selbst wenn es nur etwas Kleines sei, mache jede helfende Hand, aber auch jede symbolische Geste einen Unterschied.

Josephine Platschka, ChG, Q 11

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