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Campus St. Michael bekommt »KinderGärtnerei«

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Traunstein: Campus St. Michael bekommt »KinderGärtnerei« – Stiftung Studienseminar beginnt Bauarbeiten
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Der Bau des Kindergartens beginnt: Den symbolischen ersten Spatenstich unternahmen (von links) Simon Schreiber, der Kirchenpfleger der Pfarrei St. Oswald, Wolfgang Dingl- reiter, der Direktor der Stiftung Studienseminar St. Michael, Dr. Sandra Krum, die Leiterin des Bildungsressorts im Erzbischöflichen Ordinariat und Stiftungsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und Architekt Tobias Mattes. (Foto: Pültz)

Traunstein – Der Campus St. Michael bekommt einen Kindergarten: Rund 4,2 Millionen Euro nimmt die Stiftung Studienseminar St. Michael in die Hand, um auf dem Gelände an der Wartberghöhe eine Einrichtung zu schaffen, der vier Gruppen mit insgesamt 100 Mädchen und Buben Platz bietet.


Mit dem symbolischen Spatenstich hat die Stiftung am Donnerstag mit dem Bau begonnen, der den ersten Schritt auf dem Weg zur Neugestaltung des Geländes in den nächsten Jahren darstellt. Die Fertigstellung ist im Herbst 2021 geplant. In den Neubau zieht der katholische Pfarrkindergarten St. Oswald ein, der bislang in einem Gebäude am Kellerweg untergebracht ist.

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Gerade erst hat der Bau begonnen, außer einem großen Erdhügel, der im Rahmen der Abtragung der obersten Bodenschicht entsteht, ist vom Kindergarten noch nichts zu sehen. Doch einen Namen hat die Einrichtung schon: Sie wird »KinderGärtnerei« heißen – womit zum Ausdruck kommt, dass sie insbesondere auch über einen großen Garten verfügen und das pädagogische Ziel verfolgen wird, die Mädchen und Buben über den Anbau von Obst und Gemüse im Einklang mit der Natur zu betreuen.

Wolfgang Dinglreiter, der Direktor der Stiftung Studienseminar St. Michael, erinnerte an die Neugestaltung des gesamten Geländes, die in den nächsten Jahren geplant ist. Getragen seien die anstehenden Baumaßnahmen von der Idee, das 1929 gegründete Studienseminar als geschichtsträchtigen Ort weiterzuentwickeln. Zu erfüllen sei der Auftrag, vor allem und gerade die Nachhaltigkeit auf dem Bildungscampus ins Bewusstsein zu rücken.

Ein Baustein der Umgestaltungen, die die Stiftung Studienseminar in den nächsten Jahren vorzunehmen gedenkt, ist die Errichtung der »KinderGärtnerei«. Unter Verweis auf das pädagogische Konzept der Einrichtung betonte Dingl-reiter, dass die Mädchen und Buben im Kontakt mit der Natur – mit Gottes Schöpfung – heranwachsen sollen. »Sie sollen die Natur schätzen und lieben lernen«, so Dinglreiter.

Dr. Sandra Krump, die Leiterin des Bildungsressorts im Erzbischöflichen Ordinariat und Stiftungsratsvorsitzende, sprach von einem »großen Werk«, das in vielen kleinen Schritten zu bewerkstelligen sei. Besonders betonte sie, dass die Kinder einen gut gestalteten Lebensraum« vorfinden werden. Er werde sie in die Lage versetzen, dass sie die Natur emotional wahrnehmen und dann einen eigenen Lebensstil entwickeln.

In dem Projekt stecke, wie sie weiter ausführte, »unglaublich viel Arbeit«. Nicht nur Gedanken seien erforderlich, darüber hinaus brauche man vor allem Menschen, die die Ideen alsdann auch umsetzen. »Wir arbeiten an etwas Tollem«, betonte Krump. Sie freute sich »wahnsinnig«, dass nun der Spatenstich erfolge – und dass die Bauarbeiten beginnen.

Von einem »großen Tag für die Stiftung Studienseminar St. Michael, aber auch für Traunstein« sprach Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. Für die Stadt sei es »äußerst positiv«, dass sich die katholische Kirche in der Kinderbetreuung so sehr engagiere. Rund die Hälfte der 800 Kinder in Traunstein werden Hümmer zufolge in Einrichtungen der katholischen Kirche betreut. Als er im Mai sein Amt angetreten habe, sei ein Defizit an Kinderbetreuungsplätzen gegeben gewesen. In Zusammenarbeit vor allem auch mit der katholischen Pfarrei St. Oswald sei schließlich das Ziel erreicht worden, dass jedes Kind einen Platz bekommen hat.

Die Stadt beteiligte sich mit einem erheblichen Beitrag an der Finanzierung des Neubaus, sagte Hümmer weiter, ohne Zahlen zu nennen. Und der Oberbürgermeister erläuterte unter anderem auch, dass der Neubau Platz für vier Gruppen bieten werde – und damit für eine mehr als das Gebäude, das bislang den Kindergarten St. Oswald beherbergt.

In Vertretung von Pfarrer Georg Lindl, der im Urlaub weilt, freute sich Simon Schreiber, der Kirchenpfleger der Pfarrei St. Oswald, über die »gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Kirche«. Gegeben sei ein tiefes, gegenseitiges Vertrauen. Auch die Beziehungen in der Kirche – zwischen der Pfarrei St. Oswald und dem Studienseminar – seien hervorragend. Das Miteinander sei geprägt von Mut, Zuversicht und Vertrauen.

Wichtig sei, so Schreiber, dass den Mädchen und Buben im katholischen Kindergarten der Pfarrei St. Oswald christliche Werte vermittelt werden. Die kirchliche Einrichtung stehe in der Verantwortung, zum sozialen Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.

Architekt Tobias Mattes erläuterte unter anderem, dass Holz zum Bauen hergenommen werde. »Holz ist der richtige Baustoff für Kinder.« Holz sei »etwas Warmes und etwas Lebendiges«. Und Holz sei auch ein Baustoff, der nach seiner Verwendung – wenn der Bau irgendwann einmal wieder abgetragen werden sollte – der Natur zurückgegeben werden kann.

Die Segnung nahm Dr. Christoph Hentschel, der Spiritual für den Campus St. Michael vor. Mädchen und Buben des Kindergartens St. Oswald umrahmten den Spatenstich mit einigen Liedern.

Mit dem Bau des Kindergartens beginnt die Neugestaltung des Geländes. Nach der »KinderGärtnerei« entstehen ein neues Gebäude für das Studienseminar St. Michael sowie ein zentrales Forum. Anschließend wird der Bestand saniert. Der Gesamtkostenrahmen für das Projekt ohne Kindergarten beläuft sich nach derzeitigem Stand auf 41,5 Millionen Euro.

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