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Der Stadtplatz und seine Umgebung stehen im Brennpunkt: Die Verwaltung im Rathaus will die Innenstadt beleben. Maßnahmen und Ideen zur Steigerung der Attraktivität lässt sie nun von einem Fachbüro in München ausarbeiten. (Foto: Pültz)

Büro erstellt Gutachten für Belebung der Innenstadt

Traunstein – Eine Belebung ihres Zentrums setzt sich die Stadt zum Ziel. Hohe Förderungen hat sie sowohl vom Bund, als auch von der Europäischen Union in Aussicht gestellt bekommen. Die Verwaltung im Rathaus schaltet jetzt einen auswärtigen Gutachter ein, um einen Überblick über die Maßnahmen zu bekommen, die sie ergreifen kann, um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) informierte den Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung des Stadtrats, dass er das Büro realgrün in München beauftrage, ein Konzept zu erstellen.


Von dem Berater erwartet sich die Stadt Handlungsvorschläge und -empfehlungen. So geht an das Büro der Auftrag, ein Konzept mit wirkungsvollen und in die Zukunft weisenden Ideen und Maßnahmen zu entwickeln, um die Innenstadt zu beleben, das Erscheinungsbild zu verbessern und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu erhöhen. Zu erarbeiten sind in diesem Rahmen auch Vorschläge für neue Nutzungen – etwa für Spiel- und Kommunikationsflächen und Ruhezonen –, Leitlinien für die Gestaltung von Oberflächen, Fassaden und Ausstattungsgegenständen sowie auch ein Konzept für mehr grüne Oasen in der Innenstadt. Auch die Beleuchtung kann neu gestaltet werden.

Hümmer erläuterte in der Ausschusssitzung, dass die Stadt Traunstein im Rahmen von Förderprogrammen zum Zuge gekommen sei und Zuschüsse in Aussicht gestellt bekommen habe. Die Zielsetzung laute nun, mit diesem Geld die Attraktivität der Innenstadt weiter zu steigern. Um die Aufenthaltsqualität im Zentrum zu erhöhen, seien geeignete Maßnahmen zum einen zu planen und zum anderen umzusetzen. Um die Innenstadt weiter zu beleben, reiche es nicht, da eine Parkbank und dort einen Blumentopf aufzustellen. Erforderlich sei vielmehr ein Konzept, das ein Bündel von Maßnahmen enthält.

Simon Steiner (Traunsteiner Liste) sah die vom Bund und der Europäischen Union in Aussicht gestellten Förderungen »relativ kritisch«. Denn ersichtlich werde nicht, wofür diese Zuschüsse gedacht sind. »Kein Problem« hätte er mit den Förderungen, wenn er wissen würde, was mit ihnen gemacht wird. Steiner regte an, Vorschläge für Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt in der Stadtverwaltung und in der Bürgerschaft zu sammeln – und dann zu schauen, ob für diese Maßnahmen dann Zuschüsse zu bekommen sind.

Hümmer entgegnete Steiner, dass man keineswegs sagen könne, die Stadt habe keinen Plan und keine Strategie für die Belebung der Innenstadt. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall. In diesem Zusammenhang verwies der Oberbürgermeister darauf, dass er vor einem Jahr ein Zehn-Punkte-Programm zur Steigerung der Attraktivität des Zentrums vorgelegt habe.

Nils Bödeker (SPD/Die Linke) erinnerte an einen Antrag, den seine Fraktion im Dezember eingebracht habe, um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen – und in dem sie eine Reihe von Maßnahmen zur Belebung des Zentrums zur Diskussion gestellt habe. Bödeker betonte, dass ein »renommiertes Fachbüro« eingeschaltet werden müsse. In der Diskussion über die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Zentrum müsse man den Verkehr beachten und dann etwa auch über den Taubenmarkt und die Schaumburgerstraße reden.

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) brach eine Lanze dafür, sich die Förderungen zu holen. »Wenn wir nicht mitmachen, dann geht das Geld woanders hin.« Mörtl-Körner schlug vor, zusammenstellen zu lassen, was die Stadt für Zuschüsse bekommen und was sie mit ihnen gemacht hat.

Auch Karl Schulz (CSU) sprach sich dafür aus, in die Fördertöpfe zu greifen. Denn die Zuschüsse eröffnen seiner Ansicht nach die Chance, Maßnahmen in der Innenstadt zu vollziehen und die »gute Stadt noch besser zu machen«. Ein auswärtiges Büro einzuschalten sei sinnvoll. »Der Außenblick ist immer gut.«

Gutachten liegt im Herbst vor

Das Procedere für die Erarbeitung des Gutachtens zur Belebung der Innenstadt erläuterte Agnes Giesbrecht, Pressereferentin in der Stadtverwaltung, nach der Ausschusssitzung auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts: Die Stadt erteile dem Büro realgrün in München jetzt den Auftrag und gehe dann davon aus, dass die Untersuchung im Herbst vorliegen wird.

Das Gutachten kostet, wie aus dem Rathaus weiter zu erfahren ist, rund 67.000 Euro. Die Stadt erhält eine Förderung in Höhe von 80 Prozent – womit unterm Strich etwa 14.000 Euro bleiben, die sie selbst aus ihrer Kasse nehmen muss.

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