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Bürger will der Stadt mehrere Millionen Euro schenken

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Traunstein Millionenspende
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Sein Vermögen, das auf mehrere Millionen Euro geschätzt wird, will ein Bürger in Traunstein der Stadt vermachen. Mit seiner Spende will er insbesondere dazu beitragen, dass die Stadt das Heimatmuseum erweitert und das sogenannte Mayer-Haus (rechts) mit einbindet. (Foto: Pültz)

Traunstein – Mehrere Millionen Euro will ein Bürger, der namentlich nicht genannt werden möchte, der Stadt Traunstein spenden. Angenommen hat sie die Schenkung noch nicht. Der Stadtrat habe, wie Otto Huber, der Sprecher des Spenders, gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt ausführte, die Angelegenheit in nichtöffentlicher Sitzung behandelt. Der Gönner sei anschließend kurz informiert worden, dass sich eine Stadtratsmehrheit nicht in der Lage gesehen habe, über die Annahme der Spende abzustimmen.


Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) bestätigte auf Anfrage, dass er in dieser Sache in der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrats einen Schenkungsvertrag zur Genehmigung vorgelegt habe. Eine Verabschiedung sei dann aber nicht erfolgt. Stattdessen habe der Stadtrat auf seinen Vorschlag hin beschlossen, so Kegel, die Angelegenheit auf die nächste Sitzung im März zu vertagen.

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Der Spender, der in Traunstein lebt, will sein ganzes Vermögen vermachen. Wie viel Geld genau der Stadt in Aussicht steht, ist offen. »Wie hoch letzten Endes der Betrag sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau zu beziffern, weil es sich unter anderem um Aktien und Firmenbeteiligungen handelt«, sagte Otto Huber. Man könne aber davon ausgehen, dass es nicht weniger, sondern »eher mehr als fünf Millionen Euro« seien. Nicht bestätigten Angaben aus gut unterrichteten Kreisen zufolge könnten es sogar bis zu zehn Millionen Euro sein. Der Oberbürgermeister wollte sich zu Zahlen nicht äußern.

»Der Spender ist schwer krank. Er möchte sich dem Stress ständiger Anrufe nicht mehr aussetzen«, erläuterte Huber den Grund, warum der Gönner seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. »Er hat mich beauftragt, in seinem Namen zu agieren und seinen Namen, solange es geht, nicht zu nennen.«

Laut Huber will der Spender unter anderem den Umbau, die Renovierung, die Neuausrichtung und die Neugestaltung des Heimatmuseums hin »zu einem echten Stadtmuseum Traunstein« unterstützen. Weil sich ein OB-Kandidat in seiner Wahlwerbung damit brüste, für Prestige-Projekte in Zukunft keinen Euro mehr ausgeben zu wollen, möchte der Spender Huber zufolge, dass insbesondere Kultur-Prestige-Projekte privat finanziert werden. Im Testament des Spenders sei »ausdrücklich festgehalten, dass Teile des Geldes auch für andere Investitionen verwendet werden müssen, die für die Stadt zukünftig von großer Bedeutung sind und im übrigen in den Wahlbroschüren aller Parteien gefordert werden: zum Beispiel Großgarage, autofreie Innenstadt, Fahrradwege et cetera«.

Testament und Schenkungsvereinbarung des Spenders seien per Notar abgesichert, so Huber. »Die Sache ist wasserfest.« pü

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