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Breitbandausbau rückt in die Ferne

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Der Breitbandausbau in einigen Stadtteilen von Traunstein – hauptsächlich am Hochberg und in den Außenbereichen von Kammer – lässt noch geraume Zeit auf sich warten. Während des Breitbandausbaus werden Leerrohre (im Bild) verlegt. Und in diese Leerrohre werden dann Glasfaserkabel eingezogen.

Traunstein – Wider Erwarten noch längere Zeit in Geduld üben müssen sich viele Bürger, die auf ein schnelles Internet warten. Betroffen sind rund 250 unterversorgte Haushalte vor allem am Hochberg und in den Außenbereichen von Kammer. Die Stadt Traunstein hatte sich schon eine Firma ausgesucht, die sie mit dem Breitbandausbau beauftragen wollte. Der Plan ging nicht auf: Das Unternehmen habe sein Angebot, wie Eva Schneider von der Stadtverwaltung auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts mitteilte, zurückgezogen.


Ohne Wartezeiten im Internet surfen, ohne Verzögerungen E-Mails verschicken und empfangen: Diese und andere Wünsche hegen viele Bürger in einigen Stadtteilen von Traunstein. Mit Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 30 Mbit/s gelten sie in der Verwaltung im Rathaus als »unterversorgt«. Die Wünsche der Bürger schienen auch schon in Erfüllung zu gehen, in den Bürgerversammlungen der Stadt Traunstein verlautete aus der Verwaltung im Rathaus, dass die Weichen gestellt seien – und dass der Breitbandausbau demnächst erfolge. Jetzt muss die Stadt den Bürgern aber mitteilen, dass sie noch länger warten müssen.

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Die für die Beauftragung vorgesehene Firma habe die Stadt Traunstein, so Schneider, »monatelang hingehalten.« Und weiter: Kurz vor der Stadtratssitzung am 11. April sei sie dann »von sich aus von ihrem Angebot zurückgetreten.«

Nach Ansicht der Stadt war es nicht in Ordnung, wie aus dem Rathaus weiter verlautet, dass die Firma von ihrem Angebot zurückgetreten ist – was das Unternehmen jedoch anders sieht. Durch die Abgabe eines Angebots habe bereits eine Bindung bestanden, so die Argumentation der Verwaltung. Sie prüft nun, ob sie womöglich Schadenersatz einfordert.

Die Stadt muss sich nun – erneut – einen Partner suchen. Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen mit der von ihr ins Visier genommenen Firma habe die Verwaltung, wie Schneider mitteilte, ein neues Auswahlverfahren nach der Breitbandrichtlinie mit der vorgeschriebenen Markterkundung eingeleitet und inzwischen auch schon abgeschlossen. Schneider: »Voraussichtlich Anfang Juni werden die unterversorgten Bereiche im Stadtgebiet, insbesondere Hochberg und Außenbereiche Kammer, neu ausgeschrieben.«

Und der weitere Zeitplan sieht dann wie folgt aus: Nach Ablauf der Angebotsfrist wird der Stadtrat voraussichtlich in der September-Sitzung über den Zuschlag entscheiden. Danach wird bei der Regierung von Oberbayern der Förderantrag gestellt. Erst nach einem positiven Bescheid aus München, können dann Vertragsabschlüsse getätigt werden.

Ausführungszeiten »von bis zu drei Jahren«

Der Breitbandausbau, der schon so nah zu sein schien, rückt damit unterm Strich wieder in die Ferne. Bis der Auftrag dann erfüllt wird – bis  die Bauarbeiter kommen –, wird noch viel Wasser die Traun hinunterfließen. Schneider: »Aufgrund der überlasteten Tiefbaukapazitäten in Deutschland ist mit Ausführungszeiten von bis zu drei Jahren zu rechnen.«

Die Stadt Traunstein will die Weichen stellen für einen Breitbandausbau nach modernsten technischen Kriterien. Das Verfahren, das sie ins Visier nimmt, heißt »Fibre to the building« oder kurz FTTB – was wiederum heißt, dass Glasfaserkabel bis ins Gebäude verlegt werden. Schneider: »Die Stadt Traunstein schreibt FTTB-Lösungen aus mit Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 200 Mbit/s im Download.«.