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»Brauchen nicht eine weitere Planung für die Schublade«

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Im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) wurde die Umgestaltung des Mühlbachs beispielhaft dargestellt. (Visualisierung: Schirmer Architekten)
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Die Geländer am Mühlbach sind marode und müssen saniert werden. Nun hat die Stadt überlegt, eine komplette Umgestaltung des Bereichs in Angriff zu nehmen. Allein für die Planung würden Kosten von 35 000 Euro anfallen, was von einigen Stadträten kritisiert wurde. (Foto: Reiter)

Traunstein – Keine Entscheidung fällte der Stadtrat in Bezug auf die Erneuerung der Absturzsicherung entlang des Mühlbachs. Überlegt worden war, nicht nur die maroden Geländer zu erneuern, sondern den Bereich als Erlebnisbereich am Wasser schön zu gestalten.


Kritik gab es in Bezug auf die Kosten. Allein die Planung würde nämlich mit rund 35 000 Euro zu Buche schlagen. Außerdem hätten sich einige Stadträte gewünscht, dass im Vorfeld mit den Kraftwerksbetreibern gesprochen worden wäre.

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»Ich finde es nicht gut, wenn wir allein 35 000 Euro für die Planung ausgeben«, betonte zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU). Außerdem gab er zu bedenken, dass dadurch eine Gefahrenquelle geschaffen werde. »Wenn da jemand hineinfällt.« Er war der Meinung, dass es reiche, die Absturzsicherung zu sanieren.

Auch Wilfried Schott (Grüne) betonte, dass es keinen Sinn mache, für Planungen jetzt Geld auszugeben, »denn für die Umsetzung müssten wir dann noch einiges mehr in die Hand nehmen. Wir brauchen nicht eine weitere Planung für die Schublade«.

In Bezug auf die Kosten sagte Oberbürgermeister Christian Kegel, dass 65 Prozent über die Städtebauförderung gefördert würden. Bei der Stadt würden also rund 15 000 Euro bleiben.

Dr. Christian Hümmer (CSU) sagte, dass seine Fraktion mit den Kraftwerksbesitzern gesprochen habe. »Grundsätzlich finden sie die Idee gut«, sagte Hümmer. In Richtung der Stadt kritisierte er aber, »dass da nicht viel zu planen ist, denn der Kanal gehört zu weiten Teilen nicht der Stadt«. Deshalb mache es auch keinen Sinn, jetzt Planungen in Auftrag zu geben. »Das landet dann nämlich wirklich in der Schublade, weil wir gar nichts gestalten können.« Er schlug deshalb vor, sich erst mit allen Beteiligten zusammenzusetzen.

Seine Fraktionskollegin Christa Fuchs war grundsätzlich der Meinung, »dass es schön wäre, wenn wir uns für da unten etwas überlegen würden.« Sie schlug vor, das Ganze auch touristisch zu vermarkten »mit schönen Bildern«.

Stephan Hadulla (Grüne) sah das anders. »Der Mühlbach ist ein gefährlicher Bach. Er hat einen ganz schönen Zug drauf«, betonte er. »Wir haben doch die Traun, wo sich Familien wunderbar aufhalten können.«

Robert Sattler und dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (beide SPD) sprachen sich für eine Umgestaltung am Mühlbach aus. »Das soll doch kein Badebereich werden, sondern ein Bereich für Fußgänger und Radfahrer«, sagte Sattler. Und seine Fraktionskollegin ergänzte: »Wir entscheiden nichts über Köpfe hinweg. Aber wir müssen uns doch erst im Rat klar darüber sein, was wir wollen, bevor wir mit den Kraftwerksbetreibern sprechen.«

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) stellte zunächst einen Antrag auf Ende der Debatte, der mit 17 zu 5 Stimmen angenommen wurde. Außerdem stellte sie einen weiteren Antrag auf Vertagung der Entscheidung, bis mit den Kraftwerksbetreibern gesprochen wurde. Diesem wurde mit 12 zu 10 Stimmen stattgegeben.

Zum Hintergrund: Das Geländer entlang des Mühlbachs ist größtenteils marode. Es entspricht außerdem laut Stadt nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen, was die Höhe betrifft. Aus diesem Grund bestehe Handlungsbedarf, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Verwaltung stellte dabei zwei Möglichkeiten vor: Entweder nur den Ersatz der maroden Elemente oder die komplette Umgestaltung des Bereichs am Mühlbach. Diese sei im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept als Projektziel unter dem Titel »Erhöhung der Erlebbarkeit des Themas Wasser im Stadtbild« benannt. Nun wird zunächst einmal mit den Kraftwerksbetreibern gesprochen. KR

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