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Der Zweckverband Heimat.Chiemgau baut in Traunstein ein Personalwohnheim für Klinikmitarbeiter. Auf einer Computersimulation wird ersichtlich, wie das Gebäude einmal ausschauen wird. (Repro: Zweckverband Heimat.Chiemgau)

Beim Zweckverband Heimat.Chiemgau läuft es momentan gut

Traunstein – Der Zweckverband Heimat.Chiemgau, 2018 von Landkreis und Kommunen gegründet zum Bau von hochwertigem Wohnraum zu günstigen Mieten und niedrigen Nebenkosten, meistert seine Aufgaben. In der Verbandsversammlung gaben Landrat Siegfried Walch und Martin Aschauer, Sachgebietsleiter »Hochbau« im Landratsamt, einen Überblick über schon erreichte Ziele und künftige Projekte.


Der Zweckverband, dem neben dem Kreis inzwischen 24 Kommunen angehören, hat nach Landrat Walch die Hauptaufgabe, Wohnungen für breite Schichten der Bevölkerung zu errichten und zu vermieten. Anfang des letzten Jahres war das erste Objekt des Verbands mit acht Wohneinheiten in Traunreut, Karlsbader Straße, bezugsfertig geworden. Alle acht Wohnungen sind seither vermietet. Bereits begonnen wurde mit dem zweiten Vorhaben, einem in zwei Bauabschnitten geplanten Personalwohnheim für Klinikmitarbeiter in Traunstein. Des Weiteren sind konkrete Planungen im Gange für ein Studentenwohnheim am Campus Chiemgau sowie Wohnungen in Schnaitsee, Palling und Engelsberg.

Eine neue Aufgabe wird mit Wohnraum für Flüchtlinge auf den Zweckverband zukommen. Dazu der Landrat: »Wir brauchen dringend Unterbringungskapazitäten für Flüchtlinge und Asylbewerber. Der Zweckverband kann relativ schnell tätig werden und wie vor fünf Jahren freiwillig Containerunterkünfte errichten.« Damit würden gleichzeitig die Kommunen entlastet.

Über Einzelheiten der Vorhaben informierte der Sachgebietsleiter. Die Wohnungen in Traunreut hätten inklusive Grundstück Baukosten von rund 2,24 Millionen Euro erfordert. Dazu steuere der Freistaat Bayern über das »Kommunale Wohnraumförderungsprogramm« (KommWFP) 660.000 Euro bei. Die monatlichen Mieteinnahmen bezifferte der Baufachmann mit 5079 Euro.

Im »Personalwohnheim Kaserne Traunstein« schaffe der Zweckverband Heimat.Chiemgau im ersten Bauabschnitt 48 Wohneinheiten plus 16 Tiefgaragenstellplätze für Krankenhausmitarbeiter. Die derzeitigen Rohbauarbeiten würden Ende Januar 2023 abgeschlossen sein. Am Wochenende werde das Dach dicht gemacht, betonte Aschauer. Die Fertigstellung sei für Anfang 2024 vorgesehen.

Die Bauarbeiten befänden sich »voll im Zeitplan«. Aschauer: »Wir haben ganz schön Gas gegeben.« Firmen hätten keine Lieferschwierigkeiten, wurden sie doch jeweils frühzeitig über alles Erforderliche in Kenntnis gesetzt. Drei Viertel der Vergaben seien erfolgt, aber die Innenausbaugewerke noch nicht ausgeschrieben. Die bisherigen Vergaben bewegten sich im Kostenrahmen.

Zu den Baukosten führte der Referent aus, von den Gesamtkosten von etwa 10,99 Millionen Euro könne der Zweckverband circa 2,82 Millionen Euro aus dem KommWFP und 1,82 Millionen Euro aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) abziehen. Rund 31 400 Euro seien aus einer Holzbauförderung zugesagt. Damit blieben für den Verband Gesamtausgaben von etwa 6,324 Millionen Euro.

Bereits beauftragt ist nach Worten des Sachgebietsleiters im Landratsamt die Planung für den zweiten Bauabschnitt mit 38 Wohneinheiten und 52 bis 54 Stellplätzen in der Tiefgarage, davon 36 Duplexparker sowie 15 oberirdischen Stellplätzen. Man gehe von Schätzkosten von rund 11 Millionen Euro aus. Zwei Millionen Euro Zuschuss aus dem KommWFP minderten den Gesamtbetrag auf 8,7 Millionen Euro.

Das Studentenwohnheim »Campus Wohnen« wird nach Aschauer vier bis fünf Geschoße umfassen, Betten für 84 Studenten bieten – in 65 Einzelzimmern, drei rollstuhlgerechten Wohnungen und in acht Wohngemeinschaften. Der Zweckverband werde alle gesetzlichen Vorgaben wie Abstandsflächen einhalten.

Vier Mehrfamilienhäuser geplant

In Palling will der Zweckverband vier Mehrfamilienhäuser mit 46 Wohneinheiten in zwei bis drei Geschoßen plus Dach verwirklichen. Vorgesehen sind laut Machbarkeitsstudie eine Tiefgarage mit 81 Stellplätzen und zwei Abfahrten sowie elf oberirdische Stellplätze. Aschauer hob he-raus: »Nachdem das Altenheim kürzlich in das neue Gebäude umgezogen ist, steht das Grundstück für eine neue Bebauung zur Verfügung. Derzeit werden der Bebauungsplan und Gutachten gefertigt.«

In Schnaitsee wird der Zweckverband Heimat.Chiemgau ebenfalls aktiv. Der Bebauungsplan ist rechtskräftig, somit Baurecht vorhanden. Möglich sind zwei Mehrfamilien-häuser mit zusammen 20 Wohneinheiten und Tiefgarage. Im Erdgeschoß sollten barrierefreie Wohnungen entstehen. Im Gegenzug könne auf eine teure Liftanlage verzichtet werden, so Martin Aschauer.

Auch in Engelsberg engagiert sich der Zweckverband aus Landkreis und Kommunen. Der Bebauungsplan wurde bereits öffentlich ausgelegt. Möglich sind Mehrfamilienhäuser mit voraussichtlich 43 Wohneinheiten und Tiefgarage. Über weitere Projekte wird ebenfalls nachgedacht. Ins Auge gefasst sind Baumaßnahmen in Schleching, Tittmoning, Traunreut, Palling-Polsing und in Traunstein an der Hochstraße. Das Fazit von Martin Aschauer: »Momentan läuft’s gut.«

Zum Thema Stellplätze hatten Bürgermeister Johann Schild und Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer Fragen. Der Sachgebietsleiter gab Auskunft, ein Tiefgaragenplatz erfordere etwa 50 000 Euro. Landrat Siegfried Walch meinte, der Betrag könne noch höher ausfallen, beispielsweise bei schwierigem Untergrund. Andererseits minderten Tiefgaragen den Flächenverbrauch.

Verbandsgeschäftsführer Lothar Wagner ergänzte, im Förderprogramm sei die Stellplatzmiete auf 80 Euro gedeckelt. Inzwischen würden in Traunstein schon 120 Euro gezahlt. Wenn ein Mieter, der kein Auto habe, keinen Stellplatz benötige, müsse er dafür auch nicht zahlen.

kd

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