Bei der 63. Aktion »Brot für die Welt« stand das Klima im Mittelpunkt

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Mit dem Einwurf ihres Spendenumschlags in das Spendenfässchen eröffneten Dekan Peter Bertram (von links), Regionalbischof Christian Kopp sowie Diakoniepräsident Michael Bammessel gestern in der Auferstehungskirche in Traunstein die 63. Aktion »Brot für die Welt«. (Foto: Peter)

Traunstein – Die bayernweite Eröffnung der 63. Aktion »Brot für die Welt« feierten Dekan Peter Bertram, Regionalbischof Christian Kopp und Diakoniepräsident Michael Bammessel mit zahlreichen Gläubigen am gestrigen Sonntag in der Auferstehungskirche in Traunstein. Die Aktion steht dieses Jahr unter dem Motto »Eine Welt – Ein Klima – Eine Zukunft«.


»Unsere Gebete und unser Drängen könne nicht nur die eigenen Belange behandeln«, sagte Diakoniepräsident Michael Bammessel in seiner Predigt. Man dürfe die Nöte der Menschen in anderen Teilen der Welt nicht vergessen. Und darum gebe es die Aktion »Brot für die Welt«. In Deutschland komme auf rund 400 Menschen ein Arzt oder eine Ärztin. In Kenia gebe es eine Provinz mit 150.000 Menschen, in der die medizinische Versorgung von einigen Krankenschwestern übernommen werde, so Bammessel. Der Mensch sei mit der Natur verbunden und wenn sich die Natur verändere, verändere sich auch das Leben der Menschen. Wetterextreme und andere Zusammenhänge hätten deutlich gemacht, dass wir alle in einem Boot sitzen, so der Diakoniepräsident.

Der Regionalbischof Christian Kopp hob hervor, dass die Aktion »Brot für die Welt« das Klima in den Mittelpunkt gestellt habe. Wie wir in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten gewirtschaftet hätten, sei nicht nachhaltig gewesen. Wir müssten vom Reden zum Handeln kommen, wie es auch die Dekanatsjugend fordere. Viele hätten schon viel getan, doch es reiche noch nicht, so der Regionalbischof. Hunger sei für viele Millionen Menschen in Folge von Dürre und Hochwasser Alltag. Aber die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal habe gezeigt, dass auch unser Land von Wetterextremen betroffen sei.

Der Missionsbeauftragte des Dekanats, Joachim Grytzyk, stellte das Projekt mit dem Partnerdekanat Mqwapwa in Tansania vor. Das Projekt diene der Ernährungssicherung. Dabei würden die landwirtschaftlichen Methoden den Klimaänderungen in der Region angepasst sowie Wasserspeicher errichtet und alternative Feldfrüchte angebaut. Es seien 50 Bauern aus fünf Gemeinden geschult worden, die nun ihr Wissen weitergeben.

Nicht nur die Ärmsten, sondern uns alle könnten wir nicht schützen, wenn wir nicht alle zusammen helfen, appellierte der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner, zugleich entwicklungspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Landtag, an die Gläubigen. Die Aktion »Brot für die Welt« fördere die Nachhaltigkeit, die zu Änderungen und Verbesserungen in den Ländern, in denen Projekte betreut würden, führen könnten, hob Steiner hervor. Denn in den afrikanischen Ländern müssten auch die Eigenverantwortung gefördert und der Korruption als eine Quelle der Probleme, Einhalt geboten werden. Dazu sei eine neue Ausrichtung der Staatenentwicklung in der UNO, aber auch in Deutschland erforderlich, meinte Steiner.

Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer zeigte sich erfreut, dass die zentrale Veranstaltung zur Aktionseröffnung in Traunstein stattfinde. Es sei in der Messe zurecht viel von Gerechtigkeit die Rede gewesen. Das sei sicher eine Aufgabe der Politik, aber auch jedes einzelnen. Dazu komme noch das Verständnis von Freiheit. Wenn diese mit mehr »Ich« und »Immer mehr für mich« verstanden werde, komme man nicht zu einer Gerechtigkeit. Im Artikel 2 des Grundgesetzes sei das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit festgeschrieben, so Hümmer. Jedoch nicht das Recht auf Egoismus.

Robert Münderlein, Mitglied der Landessynode, führte aus, dass zu Beginn des Kirchenjahres auf das Elend in der Welt geschaut werde. Es gehe nicht nur um den Hunger in der Welt, sondern auch um gerechte Löhne und gerechten Umweltschutz. Auch gehöre die Impfgerechtigkeit dazu. Aus diesem Grund unterstütze die Diakonie das schnelle Verteilen von Impfstoffen in alle Länder sowie die Aufhebung aller Produktions- und Handelshemmnisse für den Corona-Impfstoff.

Meist sei die Not in unseren Regionen nicht so groß, wie in anderen. So würden bei uns immer wieder wertvolle Ressourcen verschwendet. Darum sei es wichtig, global zu denken und lokal zu handeln, schloss Münderlein.

MP

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