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Bebauung in der Daxerau bringt »keine Verschlechterung für die Bewohner«

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Traunstein: Bebauung in der Daxerau bringt "keine Verschlechterung für die Bewohner"
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Der Traunsteiner Stadtrat hat das neue Gutachten von Prof. Dr. Markus Disse zur Daxerau einhellig zur Kenntnis genommen. Nachdem das geplante Bauvorhaben aber nach wie vor umstritten ist, soll es einen Runden Tisch mit allen Beteiligten geben. (Foto: Hohler)

Traunstein – »Das Gutachten hat im Wesentlichen das bestätigt, was vorher auch schon durch Aquasoli ermittelt wurde«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel im Traunsteiner Stadtrat. Das Gremium nahm das neue Gutachten von Prof. Dr. Markus Disse von der Technischen Universität in München einhellig zur Kenntnis.


Nachdem das geplante Bauvorhaben in der Daxerau aber nach wie vor umstritten ist, soll es einen Runden Tisch mit allen Beteiligten geben.

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Zum Hintergrund: Die Stadt hat ein neues Gutachten in Auftrag gegeben, nachdem die Richtigkeit des Gutachtens von Aquasoli von Seiten der Bewohner der Daxerau, aber auch von Unterliegerkommunen wie Nußdorf wiederholt in Frage gestellt wurde.

Prof. Dr. Disse von der TU in München hat nun als neutraler Sachverständiger unter Berücksichtigung aller verfügbaren Gutachten, Stellungnahmen, Dokumenten sowie hydrologischen und hydraulischen Berechnungen die wasserwirtschaftlichen Fragestellungen gutachterlich neu bewertet.

Was diese neuerliche Untersuchung die Stadt gekostet hat, wollte sie nicht sagen. Und auch Professor Markus Disse hielt sich auf eine entsprechende Frage des Traunsteiner Tagblatts bedeckt. Er bestätigte aber die folgenden Rückschlüsse: »Die Ergebnisse (...) zeigen, dass sich mit der geplanten Bebauung, verglichen mit dem Ist-Zustand, keine Verschlechterung für die Bewohner im Ortsteil Daxerau im Hochwasserfall ergibt«, so die Stadt in ihrer Beschlussvorlage.

Nur bei der Einschätzung der Bodentypen sieht der Gutachter aus München Mängel. Deshalb wurden neue Berechnungen angestellt – mit dem Ergebnis, dass sich auch bei der Annahme von ungünstigeren Bodentypen »keinerlei negative Veränderung« für die benachbarten Flächen ergibt.

Einschränkungen macht der Gutachter für den westlichen Rand der beplanten Fläche. Dort könnte sich bei der »ungünstigen Variante (...) eine nur geringfügig weiter ausgedehnte Überflutung« ergeben.

Die von den Anliegern wiederholt geforderte Gesamtbetrachtung aller in der Daxerau befindlichen Grundstücke sieht die Stadt als »nicht erforderlich«. »Eine Bebauung der südlich angrenzenden Grundstücke war bisher nie Gegenstand einer Beschlussfassung im Stadtrat. Warum eine auch in Zukunft nur rein hypothetische Bebauung dieser Grundstücke untersucht werden sollte, ist nicht nachvollziehbar«, so die Stadt. Denn selbstverständlich würde bei einer geplanten Bebauung dieser Grundstücke eine weitergehende gutachterliche Bewertung erforderlich.

Mit 23 zu O Stimmen nahm der Stadtrat die gutachterliche Bewertung von Prof. Dr. Markus Disse und Dr. Alexander Gerner vom Lehrstuhl für Hydrologie und Flussgebietsmanagement an der Technischen Universität zur Kenntnis. Das Ingenieurbüro Aquasoli hat das ursprüngliche Gutachten zur Bebauung der Flächen in der Daxerau entsprechend zu überarbeiten.

Außerdem votierte das Gremium mit 17 zu 6 Stimmen dafür, den kompletten Bebauungsplan nach der Überarbeitung erneut auszulegen. Dagegen votierten die Grünen und die Traunsteiner Liste. »Wir sind gegen eine Bebauung in der Daxerau, weil wir eine solche nicht für vertretbar halten«, betonte Wilfried Schott (Grüne). KR

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