Baugebiet in der Daxerau verzögert sich weiter: »Wir sind in laufenden Gesprächen«

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An dieser Stelle in der Daxerau waren ursprünglich mehrere Gebäude mit insgesamt 140 Wohnungen geplant. Nun werden es vermutlich deutlich weniger. (Foto: Reiter)

Traunstein – Ruhig ist es geworden um das umstrittene Baugebiet in der Daxerau. Ohne Widerstand gegen das Projekt würden am Fuße des Hochbergs mittlerweile die ersten Häuser stehen. Nun hofft Heinrich Wittmann von der Chiemgau-Residenzen GmbH aus Rosenheim auf einen Baubeginn im Jahr 2022 oder 2023. »Das ist zumindest unser Ziel«, sagte der Geschäftsführer.


Nach Informationen des Traunsteiner Tagblatts sollen es nun deutlich weniger Wohnungen werden als die zunächst geplanten 140. Und auch die Aufschüttung und die Tiefgaragen sollen wohl vom Tisch sein. Heinrich Wittmann wollte sich dazu zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. »Wir sind in laufenden Gesprächen mit der Stadt und den Nachbarn und gerade dabei, eine Lösung zu finden, die für alle zufriedenstellend sein wird«, betonte er. Sie hätten ein Konzept vorgestellt, »aber wir sind noch ganz am Anfang«.

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Der Satzungsbeschluss für das Gebiet in der Daxerau sei 2018 gefasst worden. Baubeginn wäre eigentlich für Herbst 2019 geplant gewesen, sagte Wittmann im Gespräch mit unserer Zeitung. »Die ursprünglichen Planungen wurden nicht von uns aufgestellt. Wir haben das Gelände samt Planung gekauft«, sagte der Geschäftsführer der Chiemgau-Residenzen GmbH. Doch es habe – wie allseits bekannt – große Bedenken und Befürchtungen der Nachbarn gegeben. »Und die nehmen wir auch ernst. Wir sind morgen wieder weg, aber die Nachbarn sind die, die bleiben.« Es sei ihm daher sehr wichtig, »dass das für alle zufriedenstellend ist. Lieber machen wir ein Objekt mal kleiner, bevor es zu einem jahrelangen Streit kommt. Das ist immer unsere Philosophie«.

Zum Hintergrund: Die Anlieger in der Daxerau hatten wiederholt Bedenken hinsichtlich der Wasserproblematik geäußert – durch den Röthelbach, das Grundwasser und das Oberflächenwasser von der nahe gelegenen Hangleite. Sie befürchteten, dass ihre Häuser bei einer massiven Versiegelung der Fläche und der eigentlich geplanten Aufschüttung des Geländes von Überflutungen stärker betroffen sein werden. Zunächst waren die Anwohner mit einer Petition an den Landtag gescheitert, doch sie gaben nicht auf – und drei weitere Petitionen gegen die Bauleitplanung waren schließlich erfolgreich. Im Kern ging es bei der Ausei-nandersetzung um die Hochwassergefahr – für die neue Bebauung selbst, für die bestehenden Nachbarhäuser und das angrenzende Schwimmbad. Auch die Kommunen Nußdorf, Traunreut und Altenmarkt hatten sich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Sie befürchteten eine erhöhte Gefahr von Überschwemmungen als Unterlieger der Traun aufgrund der zunächst geplanten, massiven Bebauung.

Nun gibt es Gespräche zwischen Stadt, Investor und Nachbarn, die vielleicht zu einer Einigung führen werden.

KR

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