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Banges Warten auf Kindergartenplatz: »Das ist schon etwas ungut, wir wissen nichts«

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Traunstein: Warten auf Zusage für Kindergartenplatz – »Das ist schon etwas ungut, wir wissen nichts«
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In Traunstein fehlen insgesamt 35 Kindergarten- und 20 Krippenplätze. »Die Stadt ist dabei, kurzfristige Lösungen zu schaffen«, hieß es auf Nachfrage. Wie diese aussehen könnten, steht noch nicht fest. (Foto: dpa)

Traunstein – Amelie (3) besucht seit eineinhalb Jahren die Krippe am Klosterberg. Eigentlich hätten sich ihre Eltern gewünscht, dass sie ab September dort in den Kindergarten gehen kann. Denn das Mädchen kennt die Einrichtung, den Garten und zum Teil auch die Erzieher. Doch nun steht nicht fest, ob Amelie überhaupt einen Platz bekommt.


»Wir wissen nichts, das ist schon etwas ungut«, betont Papa Jonas Müller. Das Traunsteiner Tagblatt hat nachgefragt. Die Antwort der Stadt macht Hoffnung.

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Im Februar hat die Traunsteiner Familie Amelie über das Onlineportal der Stadt – wie alle anderen Eltern seit der Umstellung vor gut einem Jahr – angemeldet. Dort laufen die Anmeldungen für alle Kindertageseinrichtungen in der Großen Kreisstadt zusammen. Bis jetzt steht beim Status der Familie aus Traunstein »Warteliste – nur noch wenige Plätze verfügbar«.

»Wir haben uns zunächst nichts dabei gedacht«, sagt Jonas Müller. Er und seine Frau seien davon ausgegangen, dass es aufgrund der Wahl und aufgrund von Corona möglicherweise zu Verzögerungen gekommen sei. Dass andere längst eine Zusage erhalten haben, erfährt die Familie per Zufall. »Da wurden wir natürlich etwas nervös«, sagt Jonas Müller. Anrufe bei der Stadt brachten die Familie nicht weiter.

Fest steht: Derzeit fehlen in Traunstein ab September 35 Kindergartenplätze, 20 sind es in der Kinderkrippe. »Die Stadt ist dabei, kurzfristige Lösungen zu schaffen«, teilte Agnes Giesbrecht auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts mit. Momentan gebe es mehrere Optionen, die von den zuständigen Fachstellen geprüft würden. Wie diese aussehen könnten, wollte die Stadt nicht sagen.

Doch zumindest gibt es eine gute Nachricht für alle Eltern, die bislang unsicher sind: »Die Stadt Traunstein geht davon aus, allen Eltern, die auf der Warteliste stehen, eine Zusage für einen Betreuungsplatz zusenden zu können«, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Derzeit gibt es im Stadtgebiet 193 Kinderkrippenplätze und 554 Kindergartenplätze sowie seit der Fertigstellung des Neubau des Familienzentrums an der Vonfichtstraße weitere 50 altersgemischte Betreuungsplätze. In den vergangenen Jahren wurden die Betreuungsplätze in Traunstein immer weiter ausgebaut. 2013 etwa wurde die Kinderkrippe am Klosterberg errichtet mit 40 Krippenplätzen, 2014 die Kinderkrippe Himmelszelt mit 52 Krippenplätzen. 2017 wurden zwei Notbetreuungsgruppen im Kreiswehrersatzamt eingerichtet mit zum Schluss insgesamt 36 genehmigten Plätzen. Viele dieser Kinder sind nun im Familienzentrum an der Vonfichtstraße.

Für das kommende Jahr ist der Neubau des Kindergartens St. Oswald mit 100 anstatt derzeit 75 Plätzen geplant. Doch das wird nicht reichen. Langfristig müssen also weitere Lösungen gefunden werden. Familie Müller fällt mit der Zusage der Stadt ein Stein vom Herzen. »Das war jetzt schon sehr belastend für uns, nicht zu wissen, ob Amelie überhaupt betreut werden kann«, sagt Jonas Müller. »Jetzt wissen wir zumindest, dass es irgendeine Lösung geben wird. Das beruhigt uns.« KR

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