weather-image

Ausbau der Kreuzstraße mit Radweg und Baumreihe

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Mit dem Ausbau des nördlichen Teils der Kreuzstraße befasste sich der Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Abhängig vom Ergebnis der Grundstücksverhandlungen sollen westlich der Straße (links im Bild) ein begleitender Geh- und Radweg sowie nach Möglichkeit eine Baumreihe entstehen. (Foto: Hohler)

Traunstein – Es geht nur um rund 700 Meter, doch der nächstes Jahr vorgesehene Ausbau der Kreuzstraße vom Umspannwerk bis zur Kreisstraße von Kotzing in Richtung Nußdorf will gut geplant sein. Knapp 400 Meter länger wäre der zusätzlich zu bauende Radweg, der die bisherige Lücke vom Kreisverkehr an der Wolkersdorfer Straße bis zum Radweg an der nördlichen Kreisstraße Richtung Nußdorf schließen soll – wenn es nach dem Wunsch des Planungsausschusses geht. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind aber die Grundstücksverhandlungen.


So stellte Robert Fendt vom Traunreuter Planungsbüro BSM in der jüngsten Sitzung des Ausschusses einen Vorentwurf für drei Varianten vor. Die erste Variante hätte bedeutet, dass nur die Straße auf – wie bisher – sechs Meter Breite ausgebaut würde, also ohne Geh- und Radweg plus je 50 Zentimeter Bankett. Dazu wäre kein Grunderwerb nötig, die Kosten lägen bei 576.000 Euro.

Anzeige

Variante 2 a  wäre ein Straßenausbau mit begleitendem, 2,5 Meter breitem Geh- und Radweg westlich der Straße auf einer Länge von 1090 Metern. Dazu müsste die Stadt knapp 6000 Quadratmeter Grund kaufen, die Baukosten lägen bei 991.000 Euro. Variante 2 b  sähe zusätzlich eine begleitende Baumreihe vor – »im Hinblick auf die Belange von Landschaftsgestaltung (Naherholung), Klima und Straßenentwässerung (Verdunstung) westlich des Geh- und Radwegs. Die Stadt müsste 10 290 Quadratmeter Grund kaufen, die reinen Baukosten lägen bei 1,044 Millionen Euro.

Bei Variante 3 a würde der Radweg auf der östlichen Seite der Straße gebaut. Am Umspannwerk müsste die Straße nach Westen verlegt werden. Auch hier wäre der Kauf von 5400 Quadratmeter Grund notwendig, die Baukosten würden auf 1,097 Millionen Euro geschätzt.

Bei Variante 3 b wäre die Anlage einer begleitenden Baumreihe zwischen Straße und Radweg aus Platzgründen erst nördlich der Bebauung von Geißing möglich. Inklusive einer eventuellen Leitplanke zwischen Baumreihe und Straße waren die Kosten auf 1,228 Millionen Euro geschätzt worden. In der Sitzung hieß es dann allerdings aus der Verwaltung, bei weniger als 3000 Fahrzeugen am Tag könnte auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h reichen.

Für den Radweg sprachen sich sowohl Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) als auch Dr. Christian Hümmer (CSU) aus. »Der ist aber nur westlich der Straße sinnvoll, sonst muss der Radler die Straße queren. Ob man eine Baumreihe braucht, ich weiß nicht, vielleicht eher eine Hecke. Gibt's denn eine Bestandsuntersuchung für die Straße?«

Dazu erklärte Fendt, für den südlichen Teil nicht, die Straße sei ja im Zuge der Erschließung des Baugebiets Geißing erneuert worden. »Für den nördlichen Teil ja.« Schäden gebe es ja auch nur dort.

Auch Burgi Mörtl-Körner (Grüne) fand einen Radweg nur westlich der Straße sinnvoll. »Auf der anderen Seite steht der Radler wieder vor dem Nichts. Westlich geht der Radweg durch vom Kreisverkehr bis zum Radweg an der Kreisstraße nach Nußdorf.« Eine Hecke böte auch Windschutz im Winter, gab sie zu bedenken. Und sie wäre ein »schönes Landschaftselement«. »Mit Vegetation den Radweg von der Straße abzutrennen, wäre schon schön«, fand auch Robert Sattler (SPD), »aber sonst geht's auch ohne Hecke.«

Stadtplaner Elmar Schwäbisch gab zu bedenken, »es ist elementar davon abhängig, ob wir den Grund für Radweg und Baumreihe bekommen oder nicht. Ich möchte aber schon für die Baumreihe werben, das wäre auch ein Beitrag zur ökologischen Stadtplanung.« Klimaextreme nähmen zu an Heftigkeit und Häufigkeit. Die Baumreihe könne durchaus etwas beitragen zur Luftqualität, es gehe um die Veränderung des Mikroklimas. »40 bis 50 Großbäume, das ist schon etwas. Das wäre auch wichtig für den Artenschutz. Und wir haben hier die einmalige Chance, etwas für das Ökokonto der Stadt und nötige Ausgleichsflächen zu tun.

»Also normalerweise hab ich ja die grüne Ideologie frontal«, sagte Josef Kaiser (UW) und hatte als Gegenüber von Burgi Mörtl-Körner die Lacher auf seiner Seite. »Aber dass ich's jetzt auch schon im Gnack hab«, sagte er zu dem hinter ihm sitzenden Elmar Schwäbisch. Allerdings hinterfragte er die Notwendigkeit des Vollausbaus der Straße.

Nach dem Einwand der dritten Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD), eine Hecke bedeute mehr Arbeit und eventuell mehr Personalbedarf bei der Stadtgärtnerei, einigte sich der Ausschuss auf die Variante 2 b  als Empfehlung an Finanzausschuss und Stadtrat. Je nach Ergebnis der Grundstücksverhandlungen werden ein westlich der Straße gelegener Geh- und Radweg sowie eine Baumreihe geplant. Inklusive Grunderwerb und Nebenkosten schätzte die Verwaltung die Kosten dafür auf rund 1,586 Millionen Euro – minus eventueller Förderung, die noch zu prüfen wäre. coho