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Auf dem Weg zu einem neuen Baugebiet in Seiboldsdorf

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Traunstein: Stadt plant neues Baugebiet in Seiboldsdorf
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Eine 36.000 Quadratmeter große Fläche an der Hochstraße in Seiboldsdorf (rot schraffiert) will die Stadt in ein neues Baugebiet umwandeln. (Repro: Stadt Traunstein)

Traunstein – Die Stadt Traunstein will ein neues, 3,6 Hektar großes Baugebiet an der Hochstraße in Seiboldsdorf schaffen. Nachdem sie 60 Prozent dieser Fläche erworben hat, beginnen im Rathaus Überlegungen für eine Nutzung. Der Plan: In einem ersten Schritt möchte die Verwaltung auswärtige Modellprojekte unter die Lupe nehmen, die dann als Orientierung für die Entwicklung des Baugebiets in Seiboldsdorf dienen.


Dieses Vorgehen hat der Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung befürwortet. Die Absegnung des von Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) und der Verwaltung vorgeschlagenen Vorgehens steht noch aus. Der Stadtrat befasst sich mit der Angelegenheit in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag.

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Die Stadt hatte viele Jahre versucht, Grundstücke in diesem Bereich zu erwerben. Vor kurzem waren ihre Bemühungen um eine Fläche von Erfolg gekrönt. Oberbürgermeister Kegel und Stadtkämmerer Reinhold Dendorfer führten – wie Pressesprecherin Carola Westermeier auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts mitteilte –, »viele gute Gespräche«. Schließlich sei es erfreulicherweise gelungen, das Grundstück zu erwerben.

Der Kaufvertrag ist unterzeichnet. Die Stadt hat rund 22.000 Quadratmeter von einem Landwirt erworben – 60 Prozent der 36.000 Quadratmeter, die sie zum Bauland erklären will. Wie in diesen Fällen üblich verbleiben 40 Prozent, also rund 14.000 Quadratmeter, im Eigentum des Landwirts.

Groß war die Freude im Planungsausschuss, dass die Stadt nun endlich den begehrten Grund und Boden in Seiboldsdorf bekommen hat und an die Schaffung eines Baugebiets gehen kann. »Wir können einen absoluten Durchbruch im Bereich des Wohnens erreichen«, sagte Oberbürgermeister Kegel. Auf der »sehr großen Fläche«, die nun zur Verfügung steht, seien »viele Wohnformen« möglich. Kegel: »Aus meiner Sicht ergeben sich gewaltige Möglichkeiten.«

Die Stadt gibt sich offen für alle zukunftsfähigen Konzepte. Die zur Verfügung stehende Gesamtfläche, so der Oberbürgermeister und seine Verwaltung, eigne sich in besonderer Weise dafür, eine neue Art der Flächenentwicklung ins Auge zu fassen. Für eine innovative Entwicklung sei unter anderem die Energieversorgung von besonderer Bedeutung. Zu denken sei zum Beispiel an die Errichtung eines Nahwärmesystems, das dann eventuell auch gleich die nahe gelegenen Entwicklungsflächen der Sparkasse und des Landkreises mit versorgt. Wünschenswert sei die Schaffung von attraktiven Angeboten für unterschiedliche Nutzergruppen – und damit vor allem auch für jene, für die es bisher keine Angebote gibt.

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) sprach von einem »großen Durchbruch«. Rund 300 Neubürger pro Jahr zähle man in der Stadt – und vor diesem Hintergrund müsse man dringend etwas im Bereich Wohnen unternehmen. Zu schaffen sei die entsprechende Infrastruktur für ein Baugebiet, das möglicherweise rund 100 Parzellen umfassen wird.

Josef Kaiser (UW) begrüßte das Vorhaben, auch und gerade alternative Wohnformen zu prüfen. Auf »anständige Dachformen« sei jedoch zu achten. Auf jeden Fall sei zu versuchen, die Erschließung möglichst günstig zu vollziehen – nicht, dass der Quadratmeterpreis am Ende ähnlich in die Höhe schnellt wie in Traunstorf. »Der Grund und Boden darf nicht zu teuer werden.«

Dr. Christian Hümmer (CSU) sagte, dass im Rahmen der Ausweisung des Baugebiets in Seiboldsdorf – im Vergleich zum Verfahren in Traunstorf – »zwei Innovationen« vonnöten seien. »Wir müssen schneller werden«, so Hümmer. Und: »Der Preis muss bezahlbar sein.« Wenn man für den Grund und Boden wie in Traunstorf bis zu 450 Euro pro Quadratmeter verlangt, dann sei er zu teuer.

Walburga Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, dass eine ökologische Bauleitplanung – zum Beispiel auch mit der Berücksichtigung von Photovoltaikanlagen – erforderlich sei. Und weiter meint sie: »Wir sollten endlich das Modell der Erbpacht anpacken – dann wird's nicht so teuer.«