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Auch eine Kriegswaffe war dabei

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Insgesamt 16 Waffen, darunter eine Kriegswaffe, wurden beim Landratsamt Traunstein während der zwölfmonatigen Waffenamnestie abgegeben.

Traunstein – Schusswaffen, Hieb- und Stichwaffen, tausende Schuss Munition, Elektroschocker und sogar Kriegswaffen: Während der Waffenamnestie sind in Bayern bis zum Stichtag am 1. Juli 2018 insgesamt 13.485 Schusswaffen straffrei abgegeben worden. Etwas mehr als 5000 der Pistolen und Gewehre waren in illegalem Besitz.


Auch im Landkreis Traunstein machten Bürger von der Möglichkeit Gebrauch, Waffen straffrei beim Landratsamt abzugeben. Wie Katharina Buchner vom Landratsamt gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt angab, wurden insgesamt 16 Schusswaffen, darunter acht Langwaffen, sieben Kurzwaffen und eine Kriegswaffe abgegeben.

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Bei der Kriegswaffe handelt es sich um ein Maschinengewehr. Das Modell werde noch produziert, es ist also keine Weltkriegswaffe. »Wie der Besitzer an das Maschinengewehr gekommen ist, darüber wissen wir nichts«, so Buchner.

Oftmals sei es ein Erbfall, der Menschen plötzlich zu Waffenbesitzern werden lasse, für die sie aber keine Besitzerlaubnis haben. Sie konnten nun den Amnestiezeitraum nutzen, die Waffen straffrei abzugeben. Auch machten die immer strengeren Vorschriften manchem Besitzer legaler Waffen wie Jäger oder Sportschützen die Aufbewahrung unmöglich, sodass auch viele legale Waffen aus dem Verkehr gezogen wurden, wie Buchner bestätigt.

Alle Waffen, auch die im Landkreis Traunstein abgegebenen, wurden überprüft, ob sie bei einer Straftat verwendet wurden, und anschließend eingeschmolzen oder vernichtet.

Unabhängig davon wurden Waffenbesitzer, die bekanntermaßen der Reichsbürgerbewegung angehören oder nahe stehen, aufgefordert, ihre Waffen abzugeben. Das Landratsamt hat in diesem Zusammenhang die waffen- und/oder sprengstoffrechtlichen Erlaubnisse von insgesamt zwölf Personen widerrufen, wie Buchner auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. Die entsprechenden Waffen wurden abgegeben.

Lediglich in einem Fall ist derzeit noch ein Eilverfahren beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof München anhängig, weshalb hier noch keine Abgabe der Waffen erfolgt ist. Der Betroffene hatte Rechtsmittel gegen den Widerrufsbescheid eingelegt, war aber in 1. Instanz vor dem Verwaltungsgericht München gescheitert. Dagegen hatte er Beschwerde eingelegt.

Da der Amnestiezeitraum nun vorbei ist, können Waffen nicht mehr ohne Weiteres straffrei abgegeben werden. Legale Waffen können zwar auch weiterhin jederzeit zur sicheren Entsorgung abgegeben werden. »Bei illegalen Waffen kann ich nur empfehlen, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen«, informiert Katharina Buchner. Denn schon der Transport einer Waffe, für die man keine Besitzkarte hat, ist strafbar. vew