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»Auch ein Symbol für die gute Zusammenarbeit«

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Traunstein: Stadtrats-Sitzung erstmals im Landratsamt – Wohnungsbaugesellschaft war Thema
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Der Traunsteiner Stadtrat kam erstmals im Landratsamt zusammen. (Foto: Reiter)

Traunstein – Als etwas Historisches bezeichnete es Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. Denn erstmals überhaupt kam der Traunsteiner Stadtrat im Landratsamt zusammen. »Das ist auch ein Symbol für die gute Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis«, sagte Hausherr Landrat Siegfried Walch.


Es sei wichtig, »dass wir uns als kommunale Familie sehen«, betonte er. Sowohl für den Landkreis als auch für die Stadt gehe es darum, die Heimat voran zu bringen. »Kirchturmdenken gehört Gott sei Dank der Vergangenheit an. Die Interessen der Stadt sind immer auch die Interessen des Landkreises«, sagte Walch. Bestes Beispiel sei hier auch der Bildungscampus Chiemgau.

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Ähnlich sah das Oberbürgermeister Christian Hümmer. »Die Stadt beginnt zu boomen. Der Bildungscampus ist nur möglich, weil sich der Landkreis in der Stadt so engagiert.«

Engagieren möchte sich die Stadt in Sachen sozialer Wohnungsbau. Die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft steht schon länger im Raum, nun ist der Stadtrat einen Schritt weiter. Zunächst sollen die einzelnen Fraktionen intern ihre Wünsche und Ziele formulieren, im Anschluss soll je ein Vertreter zu einer erweiterten Runde, einer sogenannten Steuerungsgruppe, zusammenkommen. In einem ersten Schritt geht es vor allem darum, zu entscheiden, welche Rechtsform man wählt.

Rat holt sich die Stadt dabei – wie der Traunsteiner Stadtrat einhellig entschied – beim VdW Bayern. Dabei handelt es sich um einen Verband, in welchem knapp 500 bayerische Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen sind. Alle Mitglieder vereint, dass sie bezahlbaren Wohnraum schaffen möchten. Der VdW ist dabei nicht nur Interessensvertreter der Mitglieder, sondern berät diese auch in allen wirtschaftlichen Belangen.

»Das Wohnungsproblem ist tief in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen«, sagte Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU). »Da müssen wir als Kommune aktiv eingreifen.«

Dr. Joachim Kohn, der Justiziar der Stadt, warb für den VdW. »Für den Verband ist es täglich Brot, eine Gesellschaft zu gründen. Er kann uns die Vor- und Nachteile verschiedener Rechtsformen darlegen.« Die Gespräche im Vorfeld der Sitzung seien sehr vielversprechend gewesen.

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Grüne) wünschte sich vor den Fraktionstreffen und vor der Zusammenkunft der Steuerungsgruppe eine Veranstaltung mit allen Stadträten, »bei der uns die Vor- und Nachteile aufgezeigt werden«.

Das gefiel Oberbürgermeister Christian Hümmer nicht. »Wenn wir jede Detailfrage mit 30 Leuten klären, dann kommen wir nicht weiter.« Es sei sinnvoller, dass sich die Fraktionen zunächst einmal klar darüber würden, was sie wollten.

Wilfried Schott (Grüne) wollte wissen, wie hoch die Gründungskosten sind. Diese wurden mit 10.000 bis 13.000 Euro beziffert.

Nils Bödeker (SPD/Die Linke) fand es wichtig, dass geprüft werde, ob eine Genossenschaft eine Option wäre und Konrad Baur (CSU) betonte die Wichtigkeit des Themas. »Wir sind da in den vergangenen Jahren keinen größeren Schritt vorangekommen.« Doch der Mangel an bezahlbarem Wohnraum sei da. »Das merkt man ja auch im privaten Umfeld.«

Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) sagte, dass es bei der Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft nicht nur um Wohnungen gehe, sondern auch um Quartiersentwicklung. Angesprochen wurden in diesem Zusammenhang von verschiedenen Seiten auch die Leerstände in der Stadt.

Thomas Stadler (Grüne) betonte, dass Preis- und Wohnungsdruck hoch seien in der Stadt. »Deshalb sollten wir schnell zu Potte kommen.« – Das soll nun geschehen in zunächst kleineren Runden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Thema dann wieder im Traunsteiner Stadtrat behandelt werden. KR

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