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Anwohner über Containerplatz: »So laut, dass wir uns nicht unterhalten können«

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Traunsteiner: Anwohner fühlen sich von Containerplatz gestört – »So laut, dass wir uns nicht unterhalten können«
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Foto: Symbolbild (pixabay)

Traunstein – »Wenn wir im Garten sitzen, ist es oft so laut, dass wir uns nicht unterhalten können«, sagt Lisa Heigl. Sie wohnt direkt oberhalb des ehemaligen BayWa-Geländes in Traunstein, das derzeit als Containerplatz für die Firma Schaumaier dient – allerdings maximal so lange, bis der Landkreis dort mit dem Bau des Bildungs Campus' Chiemgau beginnt. Das soll 2022 so weit sein, wie das Traunsteiner Tagblatt erfahren hat.


Von einer »Übergangslösung« spricht in diesem Zusammenhang auch die Stadt. »Bei innerstädtischen Gewerbegebieten sind Konflikte zwischen unterschiedlichen Nutzungsarten oft nicht zu vermeiden«, betont Eva Schneider von der Stadtverwaltung. Deswegen sei stets angestrebt gewesen, das Bahnhofsgelände städtebaulich aufzuwerten und Gewerbenutzungen zu verlagern – was ja auch geplant ist.

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Trotzdem ist der Lärm für Lisa Heigl und viele ihrer Nachbarn derzeit problematisch. Vor allem ihre zweijährige Tochter werde mittags regelmäßig aus dem Schlaf gerissen. »Sehr laut« sei zum Beispiel, wenn die Container abgestellt oder über das Gelände gezogen würden. »Oder wenn die Ketten der Container klappern.«

Sie spricht von einem »regen Betrieb«. Manchmal kämen auch zwei Lastwagen gleichzeitig. Die Mutter von Jennifer würde sich zumindest wünschen, dass es um die Mittagszeit herum ruhiger wäre. »Und vielleicht könnten die Container ja etwas weiter hinten abgestellt und aufgeladen werden?« – also weiter weg von den Anwohnern und näher bei den Gleisen.

Traunsteiner: Anwohner fühlen sich von Containerplatz gestört – »So laut, dass wir uns nicht unterhalten können«
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Das ehemalige BayWa-Gelände wird derzeit als Containerplatz der Firma Schaumaier genutzt. Es ist nur eine Übergangslösung, trotzdem ist es für die Anwohner ziemlich laut.

Grundstückseigentümer Herbert Röde betont, dass er in erster Linie einem Traunsteiner Unternehmen habe helfen wollen. »Der Schaumaier hat extreme Platzprobleme. Deshalb haben wir ihn angesprochen.« Er könne durchaus verstehen, wenn vielleicht das Piepen beim Rückwärtsfahren der Lastwagen störe. Doch der Geschäftsführer der R+S Grundstückshandelsgesellschaft aus Zossen betont auch, dass dieses Grundstück schon immer ein Gewerbegebiet gewesen sei. Außerdem hätte er, Röde, an der Stelle ja am liebsten Wohnungen gebaut. »Aber das war unter dem alten Oberbürgermeister nicht möglich«, betont er.

Nun soll an dieser Stelle ab 2022 mit dem Bau des Bildungscampus' Chiemgau begonnen werden. Auf dem ehemaligen BayWa-Gelände will der Landkreis ein Schülerwohnheim bauen. »Mit diesem Gebäude legen wir los«, sagt Marcus Dieplinger, der Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft, in Bezug auf den geplanten Bildungscampus Chiemgau. Derzeit sei man in der Planungsphase, vor allem auch für die dort beabsichtigte Tiefgarage. Insgesamt betont Marcus Dieplinger: »Wir sind voll im Zeitplan.« Das Grundstück gehöre zwar noch nicht dem Landkreis, aber das sei eine rein formale Sache. »Vertraglich ist alles unter Dach und Fach.«

Claus Egger von der Firma Schaumaier hätte sich gewünscht, dass die Anwohner zunächst einmal auf ihn zugehen. »Für uns war das neu, dass es da Unmut gibt«, sagt der Geschäftsführer. Dieses Grundstück sei nicht ideal, »es ist eher aus der Not heraus geboren«, betont Egger. »Wir wollen uns ja seit Jahren erweitern, aber wir bekommen keine Flächen in Traunstein.«

Die Firma Schaumaier hat deshalb als Übergangslösung 3000 Quadratmeter von Herbert Röde und 3000 Quadratmeter (direkt an den Gleisen) vom Landkreis angemietet. »Aber eigentlich bräuchten wir 10.000 Quadratmeter«, betont Egger. Im Zusammenhang mit der Lärmbelästigung zeigt er sich jederzeit gesprächsbereit. »Ich kann die Lastwagen nicht leiser machen. Aber wir können darauf eingehen, wenn jemand zum Beispiel sagen sollte: 'Bitte nicht um halb sieben in der Früh'.«

Mittlerweile gab es in der Angelegenheit ein Gespräch mit Vertretern der Firma und OB Dr. Christian Hümmer. Dabei sei betont worden, dass auf die Einhaltung der Immissionsgrenzen geachtet und auf die angrenzende Wohnbebauung Rücksicht genommen werde. Zu den Erweiterungsplänen der Firma Schaumaier sagte Hümmer auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts: »Wir sind sehr bemüht, eine passende und dauerhafte Lösung zu finden.« KR

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