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Albert Schmied bleibt Vorsitzender des Georgivereins

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Traunstein: Albert Schmied bleibt Vorsitzender des Georgivereins – Neues Konzept für Georgiritt am Ostermontag
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Jünger und weiblicher ist die neue Vorstandschaft des Georgivereins Traunstein geworden. Unser Foto zeigt den zweiten Vorsitzenden Martin Schweiger (von links), die neuen Kassierinnen Andrea Maier und Katharina Calafato, den Vorsitzenden Albert Schmied und Schriftführer Manfred Kösterke. (Foto: Buthke)

Traunstein – Bei der Jahreshauptversammlung des Georgivereins Traunstein im Hofbräustüberl wurde Albert Schmied einstimmig als Vorsitzender bestätigt. Schmied kündigte an, dass dies unwiderruflich seine letzte Amtszeit sein und er in zwei Jahren als Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Erste Amtshandlung war dann die obligatorische Frage, ob man am Ostermontag wieder den Georgiritt durchführen soll. Wie zu erwarten, regte sich bei den 61 »Georgirittern« kein Widerspruch.


Als Stellvertreter stellten die Mitglieder Schmied wieder Martin Schweiger zur Seite. Das Amt des Schriftführers führt weiterhin Manfred Kösterke aus. Jünger und weiblicher wurde es, wenn es um die Vereinsfinanzen geht. Nach 30 Jahren machte Peter Graspeuntner als erster Kassier Schluss. Für ihn wurde Andrea Maier gewählt. Auch beim zweiten Kassier gab es eine Änderung. Diese Aufgabe übernimmt künftig Katharina Calafato von Bernd Bauhofer, der diesen Posten 14 Jahre innehatte. Die Kasse prüfen Josef Deisenseer und Gerhard Schmied.

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Vorbereitungen für Ritt sind schon am Laufen

Dass die Frage des Vorsitzenden bezüglich des Georgiritts eine eher rhetorische war, machte sein Rechenschaftsbericht deutlich. Schmied und seine Vorstandskollegen waren bereits im vergangenen Jahr eifrig dabei, den Ritt vorzubereiten.

Auf Wunsch der Rettungsdienste, der Polizei und des Ordnungsamts musste ein Sicherheitskonzept erstellt werden. Für jede Straße musste festgelegt werden, was passiert, wenn während des Ritts Polizei, Rotes Kreuz oder Feuerwehr wegen eines Vorfalls in eine Straße hinein müssen. Für jede Straße musste ein eigener Plan entworfen werden. Künftig wird auf dem Maxplatz eine Einsatzzentrale mit Vertretern der Polizei, der Feuerwehr, des BRK und des Georgivereins eingerichtet. Allein die Erstellung des Sicherheitskonzepts nannte Schmied einen »Gewaltakt«.

Teilgenommen hat der Verein am »Erzählcafé«, bei dem es um den Georgiritt ging, beim Jubiläum der Reitergruppe Piding sowie an allen Pferdewallfahrten in der Region, um die Verbundenheit zu pflegen. Schmied rief die Rosserer dazu auf, auch weiterhin an den Ritten außerhalb Traunsteins sowie an der Bitt- und Dankmesse teilzunehmen.

In seinem Jahresrückblick nannte Schriftführer Manfred Kösterke es als zentrale Herausforderung, den Einsturz eines Stallteils an der Chiemgauhalle durch Schneelast mit der Unterbringung der Pferde beim Georgiritt in guten Einklang zu bringen. Letztlich sei der Ritt ohne Probleme über die Bühne gegangen.

Einen überaus erfreulichen Jahresabschluss legte der scheidende Kassier Peter Graspeuntner vor. Aufgrund des großen Spendenaufkommens von mehr als 18.000 Euro, der Tatsache, dass alle Festzeichen verkauft und ebenfalls über 18.000 Euro in die Vereinskasse gespült wurden sowie weiteren Einnahmen aus der Verkaufshütte und dem Café St. Georg blieben unter dem Strich über 12.000 Euro übrig. Aus finanzieller Sicht könne der Verein den Georgiritt durchführen, betonte Graspeuntner, der seiner Nachfolgerin ein gutes finanzielles Polster hinterlässt.

Gesucht werden jedoch noch Zeichenverkäufer am Ostermontag. Es sind noch 1200 Festzeichen zu vergeben. Interessenten können sich bei Graspeuntner unter der Telefonnummer 08662/2536 melden. Der Verein sucht ferner jemanden, der sich künftig am Ostermontag um das Anbringen und den Abbau der Verkleidung am Ettendorfer Kircherl kümmert. Der Mitgliederstand konnte im vergangenen Jahr um zehn Mitglieder auf 594 erhöht werden.

Vom bisher besten Ergebnis des Cafés St. Georg berichtete Monika Stockinger. Für die Vereinskasse wurden über 1600 Euro erlöst. Alle 52 Kuchen habe man verkauft, sagte sie stolz.

Für die Menge der geleisteten Arbeit zollte Oberbürgermeister Christian Kegel der Vorstandschaft seinen großen Respekt. Es seien viele kleine Zahnrädchen, die in jedem Jahr ineinandergriffen. Sein Wunsch war, dass man den Einsatzplan niemals ausführen müsse. Traunstein sei außerhalb der Region vor allem durch den Georgiritt bekannt. Deshalb dürften und müssten die Traunsteiner stolz darauf sein. Der Georgiritt sei ein Kulturgut, das man dauerhaft erhalten müsse.

In Israel legten die Religionen großen Wert auf ihre Identität, erklärte Pfarrvikar Martin Gehringer. Das Zeichen der orthodoxen Christen sei dort der heilige Georg. »Auch wir wahren unsere Identität, wenn wir zu Ehren des heiligen Georgs den Ritt veranstalten.« Die Pfarrei sei deshalb gerne Mitveranstalter der Pferdewallfahrt. Weihbischof Wolfgang Bischof werde den Gottesdienst am Ostermontag halten.

Politiker sollen keine Reden mehr halten

Unter »Wünsche und Anträge« wurde ein Antrag von Gerhard Schmied behandelt, dass zukünftig kein Politiker mehr beim Ritt eine Rede halten darf. Ihn hatte gestört, dass Ministerpräsident Markus Söder vor der Landtagswahl am Georgiritt teilgenommen und ein Grußwort auf dem Stadtplatz gesprochen hatte. Dem wurde entgegengehalten, dass Söder nicht als Parteivorsitzender, sondern als höchster Repräsentant Bayerns nur drei Minuten gesprochen habe. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Inge Pistotnik wollte, dass die Festzeichen künftig aus Umweltgründen nicht mehr aus Plastik sind. Verwiesen wurde auf den Wiedererkennungswert und die Werbewirksamkeit der Zeichen. Außerdem landeten die Zeichen in der Regel nicht auf dem Müll, sondern sie würden aufgehoben, lautete das Gegenargument. Die Vorstandschaft wurde dennoch beauftragt, nach möglichen Alternativen zu suchen. Bjr

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