Änderung des Bebauungsplans »Altstadtkern«: Photovoltaikanlagen bald erlaubt

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Eine Anfrage zur Errichtung einer Photovoltaikanlage auf den Dächer der Gebäude Stadtplatz 22 und Stadtplatz 23 (unser Bild) war bei der Stadt eingegangen. Eine Errichtung auf Dächern, die dem Stadtplatz zugewandt sind, ist bislang aufgrund des Bebauungsplans nicht möglich. Doch nun wurde die Verwaltung damit beauftragt, die Änderung des Bebauungsplans »Altstadtkern« durchzuführen. (Foto: Reiter)

Traunstein – Bislang gilt: Keine Photovoltaikanlagen auf Dächern, die in Richtung des Traunsteiner Stadtplatzes zeigen – aus Gründen des Denkmalschutzes. Doch das könnte sich nach dem jüngsten Beschluss des Ausschusses für Planung, Bau und Wohnen ändern. Die Verwaltung wurde damit beauftragt, das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans »Altstadtkern« durchzuführen.


Zum Hintergrund: Bei der Stadt war eine Anfrage zur Errichtung einer Photovoltaikanlage auf den Gebäuden Stadtplatz 22 und Stadtplatz 23 eingegangen. Mit dem Beschluss des Ausschusses ist keine Genehmigung verbunden, sondern die grundsätzliche Entscheidung der Stadt, dass die Zulässigkeit von Photovoltaikanlagen nach Änderung des Bebauungsplans »Altstadtkern« nicht mehr an die Festsetzungen des Bebauungsplans gebunden ist.

Unabhängig davon liegen die Gebäude am Stadtplatz im Bereich des denkmalgeschützten Ensembles »Stadtplatz«; das bedeutet, dass für die Errichtung von Photovoltaikanlagen in jedem Einzelfall die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis zu beantragen und entsprechend zu prüfen ist. Zuständig sei die Stadt Traunstein als Untere Denkmalschutzbehörde, die wiederum das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege als Träger öffentlicher Belange beteiligen werde, wie es von Seiten der Stadt auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts hieß.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer betonte im Ausschuss, dass der Denkmalschutz seine Gründe habe. »Aber in Zeiten des Klimawandels ist auch ein Umdenken nötig.«

Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) hatte »überhaupt nichts dagegen«. Er regte allerdings an, dass nur blendfreie Module erlaubt sein sollten. Diese Anregung wurde mit in den Beschluss aufgenommen.

Abschließend betonte Hümmer: »Eine neue Epoche beginnt.« Er erwähnte, dass – wenn der gesamte Stromverbrauch Traunsteins über Photovoltaikanlagen gedeckt werden sollte – »dann bräuchten wir 10.000 Dächer«. Der Beschluss fiel einstimmig.

KR

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