Ablehnung von Bebauung in der Daxerau – Investor schließt Klage nicht aus

Bildtext einblenden
Brach liegt die Fläche in der Daxerau, die die Chiemgau Residenzen GmbH in Rosenheim bebauen wollte. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Ablehnung der Bebauung in der Daxerau durch den Stadtrat hat möglicherweise ein Nachspiel. Die Chiemgau Residenzen GmbH in Rosenheim, die in diesem Bereich Häuser geplant hatte, werde die Absage »auf keinen Fall hinnehmen«, sagte Geschäftsführer Heinrich Wittmann im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Wir werden uns beraten lassen.« Und dann werde die GmbH eine Entscheidung treffen. Wittmann: »Eine Klage ist nicht ausgeschlossen.«


Unter dem Eindruck der jüngsten Hochwasserkatastrophen in Westdeutschland, vor allem aber auch im benachbarten Berchtesgadener Land war der Stadtrat in Traunstein in seiner jüngsten Sitzung auf die Bremse getreten und hatte sich gegen die Pläne für die Bebauung in der Daxerau gestellt. Er beschloss, sowohl aus der Aufstellung des Bebauungsplans, als auch aus der Änderung des Flächennutzungsplans auszusteigen und die beiden Verfahren einzustellen.

Der Richtungswechsel des Stadtrats sorgt in den Reihen des Investors für Unverständnis. Wittmann erinnerte an die Gespräche mit der Stadtverwaltung und sagte, dass die GmbH in Abstimmung mit den Verantwortlichen im Rathaus bis vor kurzem auf dem Weg gewesen sei, eine alternative Bebauung in Abkehr von der früheren Zielsetzung zu entwerfen.

Laut Wittmann hatte sich die GmbH ursprünglich vorgenommen, elf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 120 Wohnungen zu errichten. In Abstimmung mit der Stadt habe sie dann ihre Ausrichtung »komplett geändert«. Angedacht habe sie dann, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und ein Ansiedlungsmodell für Einheimische auf die Beine zu stellen. Sie habe Kurs genommen auf 59 Reihen­häuser.

Geschäftsführer Wittmann erläuterte, dass die GmbH in dem neuen Projekt eine andere als die ursprünglich vorgesehene Bauweise angestrebt habe. Um den Bedenken in der Nachbarschaft wie auch im Rathaus Rechnung zu tragen, dass ein Bauen in die Tiefe möglicherweise Hochwassergefahr in der Umgebung mit sich bringt, habe sie sich entschieden, sowohl auf die Tiefgarage als auch auf die Unterkellerung zu verzichten.

Mit einem Ortstermin in diesen Tagen hätte die GmbH, wie Wittmann weiter ausführt, die Planungen zusammen mit dem Oberbürgermeister und den Anliegern vorantreiben wollen. Auch ein neuer Gutachter hätte an der Besprechung teilgenommen. Nach der Entscheidung des Stadtrats, aus den Verfahren auszusteigen, sei dieser Ortstermin nicht mehr zustande gekommen.

Über Jahre hinweg hatte sich der Stadtrat eine Bebauung grundsätzlich vorstellen können, jetzt änderte er seine Meinung. Wittmann spricht von einer »Kehrtwende«. Sie stoße in den Reihen der GmbH auf »vollkommenes Unverständnis«. Der Beschluss des Stadtrats sei »komplett konträr zu allem, was wir mit der Stadt erarbeitet haben«.

Die GmbH habe das neue Konzept für eine Bebauung der Daxerau in der nichtöffentlichen Sitzung des Planungs- und Bauausschusses des Stadtrats im April vorgestellt. Das Gremium habe die Planung mit 9:2-Stimmen befürwortet. »Wir waren auf einem guten Weg«, betonte Wittmann.

»Wir haben eine Menge Geld ausgegeben«, führt der Geschäftsführer der Chiemgau-Residenzen GmbH weiter aus. Die Planung für die Mehrfamilienhäuser sei fertig gewesen, die nachfolgende für die Reihenhäuser sei im Entstehen gewesen. »Wir haben komplett von vorne angefangen.« Heinrich Wittmann spricht von »mehreren Hunderttausend Euro«, die die GmbH bezahlt habe. Sie habe die neue Planung »im engen Schulterschluss mit der Kommune« entwickelt. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer habe sie für »gut befunden«. Er habe den Eindruck erweckt, als ob sie ihm »sehr gut gefällt«.

Mehr aus der Stadt Traunstein