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»Abfall unsachgemäß entsorgt und achtlos abgestellt«

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Den Containerstandort an der Kardinal-Faulhaber-Straße schließen der Landkreis und die Stadt. Sie streichen einmal mehr eine Wertstoffinsel ersatzlos aus dem Konzept. Nicht immer, aber oft herrschte Unordnung an dem Containerstandort. (Foto: Pültz)

Traunstein – Eine weitere Wertstoffinsel in Traunstein schließen der Landkreis und die Stadt: Zum 12. Juni lösen sie den Containerstandort an der Kardinal-Faulhaber-Straße auf. Den Grund nennt Manfred Bulka, der Leiter des Ordnungsamts im Rathaus, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt: »Über Monate hinweg wurde dort Abfall unsachgemäß entsorgt und achtlos abgestellt.«


Mit dem Abzug der Container von der Kardinal-Faulhaber-Straße verringert sich noch einmal die ohnehin schon geringe Zahl der dezentralen Sammelstellen im Stadtgebiet: Einwurfmöglichkeiten bestehen laut Bulka dann nur noch – neben der Abgabe auf den beiden Wertstoffhöfen – in Traunstein auf dem Parkplatz am Schwimmbad, am Förderzentrum auf der Brunnwiese und an der Theresienstraße sowie in Wolkersdorf und Kammer. Und Bulka blickt zurück: Als die Sammlung von Wertstoffen vor vielen Jahren begonnen habe, seien in Traunstein ein Wertstoffhof sowie 15 bis 16 Containerstandorte zur Verfügung gestanden.

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Immer wieder hätten Landkreis und Stadt in der Vergangenheit den einen oder anderen Sammelplatz ersatzlos auflösen müssen – aus immer dem gleichen Grund: weil oft und viel Unordnung herrschte. »Die Zahl der Containerstandorte wird immer geringer, weil die Disziplin nachlässt«, sagt Bulka. Und weiter: »Wir bedauern diese Entwicklung sehr.«

Dem Leiter des Ordnungsamts und den anderen im Rathaus und im Landratsamt sind die Hände gebunden, wenn sich Bürger nicht an die Regeln halten. Wenn man von Beschwerden aus der Nachbarschaft »überschüttet« werde, müsse man handeln – erst recht, wenn Hinweise, das Verhalten zu ändern, ins Leere laufen.

Der Leiter des Ordnungsamts muss den Tatsachen in die Augen blicken – und er hat wenig Freude daran. Ganz im Gegenteil, Sorge erfüllt ihn, wenn er daran denkt, was die Bürger so alles auf einer Wertstoffinsel entsorgen – und wie sie vorgehen. Aus seinen Erfahrungen weiß er, dass nicht allein Altpapier und Altglas immer wieder nicht im, sondern am Container unten am Boden liegen. Einmal – damals an einem Containerstandort in Haslach, der inzwischen geschlossen ist – habe man sogar einen Motor gefunden, der in einer Nacht-und-Nebel-Aktion dort abgelegt worden sei.

Träger der Abfallwirtschaft ist der Landkreis Traunstein. Im Rahmen der Entsorgung arbeitet er mit den Städten und Gemeinden sowie mit Firmen zusammen, die in seinem Auftrag die Wertstoffhöfe und Containerstandorte betreiben. Und auch in der Kreisstadt ist insbesondere das Teamwork zwischen den Leuten im Landratsamt und im Rathaus stark ausgeprägt – und zwar auch und gerade was die Wertstoffinseln betrifft. »In partnerschaftlicher Zusammenarbeit versuchen wir, die dezentralen Sammelstellen zu betreiben«, sagt Bulka. »Wir unterstützen den Landkreis in seiner Tätigkeit.«

Einvernehmlich haben Landkreis und Stadt nun beschlossen, die Wertstoffinsel an der Kardinal-Faulhaber-Straße zu streichen. »Der Containerstandort wird in Absprache mit der Stadt Traunstein zum 12. Juni aufgelöst«, sagt Mathias Heinrichs, ein Sprecher des Landratsamts.

Über 25 Jahre hatten die Bürger die Möglichkeit besessen, an der Kardinal-Faulhaber-Straße Papier, Glas, Kleider sowie Alu und Weißblech zu entsorgen. Im Juli 1993 waren die Container in Sichtweite zum Studienseminar aufgestellt worden. Mitte Juni ist nun Schluss, dann werden die Container entfernt. »An diesem Standort waren die Umstände für die Anwohner nicht mehr haltbar«, sagt der Leiter des Ordnungsamts. »Über Monate hinweg wurde dort Abfall unsachgemäß entsorgt und achtlos abgestellt. Sowohl eine Verlegung des Standorts als auch häufige Kontrollen brachten keine Besserung.«

An einer anderen Stelle – möglicherweise in der Nachbarschaft – werden die Container, die von der Kardinal-Faulhaber-Straße abgezogen werden – nicht wieder aufgestellt. Ein Ersatz für die Wertstoffinsel sei, wie Manfred Bulka wissen lässt, nicht geplant. Die Stadt habe keinen Platz in Aussicht – weil niemand eine Wertstoffinsel in seiner Nachbarschaft haben will, die zum Stein des Anstoßes wird.

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