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98,52 Prozent für Walch: »Unser Anspruch ist die Champions League«

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Siegfried Walch (CSU) wird erneut als Landrat kandidieren
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98,52 Prozent der Delegierten stimmten dafür, Siegfried Walch erneut als CSU-Kandidaten für die Landratswahl aufzustellen. (Foto: Wannisch)

Traunstein – Mit 98,52 Prozent der abgegebenen Stimmen sprachen sich die CSU-Kreisdelegierten dafür aus, Siegfried Walch erneut ins Rennen um den Chefsessel im Landratsamt zu schicken. »Ich bin unglaublich dankbar für dieses Ergebnis, das hätte ich mir am Morgen ned zu träumen gewagt«, sagte Walch nach der Verkündung des Ergebnisses.


140 Stimmberechtigte waren in den Brauereiausschank Schnitzlbaumer gekommen, 138 von ihnen hatten ihre Stimme abgegeben. Davon waren 136 Stimmen gültig, 134 entfielen auf den amtierenden Landrat. Gegenkandidaten gab es keine.

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In seiner Rede machte Walch eine Standortbestimmung: »Wo stehen wir Mitte 2019?«. Den Delegierten konnte er dabei nur Positives verkünden. »Der Landkreis ist so stark wie nie, wir haben die niedrigeste Arbeitslosenzahl bei gleichzeitig einer der höchsten Beschäftigungsquoten, junge Leute haben in unserer Region die besten Chancen.«

Diesen Erfolg wollte Walch sich jedoch nicht alleine auf die Fahne schreiben. Er sehe sich selbst als überzeugten Teamplayer: »Nicht ich habe es gemacht, wir haben es gemeinsam geschafft«. Diesen Zusammenhalt würden die Leute spüren, zeigte sich der Landrat überzeugt.

Besonders wichtig ist es Walch, das soziale Gleichgewicht im Landkreis zu erhalten. »Für unsere Heimat ist es sehr wichtig, dass der Schwächere nicht zurückbleibt, auch wenn es gerade so gut läuft.« Er wolle sich weiterhin für eine menschliche, nachhaltige und ökologische Heimat einsetzen. Dazu gehöre auch ein weltoffener, aufgeklärter Patriotismus. »Wir sind eine Region, die jeden willkommen heißt, was aber auch bedeutet, dass ich respektiere, wie die Menschen hier leben«.

Zur Standortbestimmung gehörte auch der Rückblick auf bereits Erreichtes. »Wer hätte 2014 geglaubt, dass keiner der Klinikstandorte im Landkreis geschlossen werden muss«, fragte Walch. So sei es dem Landkreis als Gesellschafter gelungen, die Kliniken Südostbayern AG dank finanzieller Unterstützung in kommunaler Trägerschaft zu halten. »In der Vergangenheit wurde Geld überwiesen, um Schulden zu begleichen, jetzt überweisen wir Geld, um in die Zukunft zu investieren.«

Das soziale Herz des Landkreises zeige sich aber auch, so Walch, in der Einrichtung eines Pflegestützpunkts sowie einer stationären Kurzzeitpflege am Trostberger Krankenhaus. Letzteres bezeichnete der Landrat gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt als Herzensangelegenheit.

Natürlich lobte Walch auch das von ihm mitangeschobene Projekt des »Campus Berufliche Bildung Chiemgau«. Damit will er den Landkreis Traunstein zur Vorzeige-Bildungsregion in Bayern machen. Vor allem die berufliche Bildung solle zum Markenkern der Region ausgebaut werden, »Unser Anspruch ist nichts weniger als die Champions League«. Dies wurde vom Publikum mit anhaltendem Applaus honoriert.

Stolz sein dürfe der Landkreis auch, so Walch, dass es gelungen sei, die Schulden zu verringern: von 71 Millionen Euro bei seinem Amtsantritt auf heute 41 Millionen Euro. Zeitgleich habe in den vergangenen Jahren aber 150 Millionen Euro in den Bildungssektor investiert werden können und die Kreisumlage sei gesunken. »Jedes für sich allein ist nicht schwer zu erreichen, aber alles zusammen ist alles andere als einfach.«

Beim Thema Nachhaltigkeit gab sich Walch durchaus kritisch. »Dies hätte uns immer schon am Wichtigsten sein sollen.« Dennoch sieht der Amtsinhaber den Landkreis auf einem guten Weg. So sei die CO2-Bilanz deutlich reduziert worden.

Zudem würden bereits jetzt 100 Prozent des Stroms für die Landkreisgebäude aus erneuerbaren Energien gewonnen. Mit einem Seitenhieb auf die Unterstützer des Volksbegehrens »Rettet die Bienen« – der durchaus auch als Ansage an seine Herausfordererin, die Grünenpolitikerin Gisela Sengl, verstanden werden kann –, sagte Walch: »Wir waren schon lange davor ein blühender Landkreis.« Zudem setzte er in der Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft lieber auf Kooperation    statt auf Konfrontation. vew