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70 Jahre Frieden und Reisefreiheit dank EU

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Für Christian Naß (links) von der Industriegewerkschaft Metall bedeutet die EU 70 Jahre Frieden und Reisefreiheit.. (Foto: Peter)

Traunstein – Die Kundgebung zum »Tag der Arbeit« des DGB stand dieses Jahr und dem Motto »Europa. Aber jetzt richtig!«. In Traunstein sprach Christian Naß, der stellvertretende Geschäftsführer der IG Metall Rosenheim. Für ihn bedeute die EU 70 Jahre Frieden und Reisefreiheit in den EU-Staaten ohne Zoll- und Passkontrollen. Es komme darauf an, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. »Der 1. Mai ist unser Tag, den sich die Arbeitnehmer hart erkämpft haben.« Dafür seien manche damals gar mit dem Tod bestraft worden, erinnerte der Gewerkschaftler.


Die Klimapolitik und das Klima seien ein wichtiges und Thema. Der Umgang damit entscheide darüber, ob die nachfolgenden Generationen noch eine lebenswerte Welt vorfinden oder nicht. Die Dieseldiskussion könne er nicht mehr hören. Denn es werde flexibles Handeln gefordert, da es die E-Mobilität alleine nicht sein werde, sagte Naß. Wenn man mit E-Mobilität momentan für das Klima vorankomme, solle sie verfolgt werden. Doch belaste die Herstellung von Akkus ebenso die Umwelt. Weiter müsse man auch die Arbeitnehmer im Metallbereich verstehen, die Angst um ihre Arbeitsplätze hätten, weil zur Produktion von E-Autos weniger Beschäftigte benötigt würden. Auch durch die Digitalisierung ändere sich die Arbeitswelt. Eine Menge Menschen fürchteten dadurch um ihren Arbeitsplatz. Darum fordere Naß auch in Bayern ein Bildungsgesetz, damit Arbeitnehmer bereits während ihrer Beschäftigung fortbilden könnten und nicht erst in der Arbeitslosigkeit. Es gebe jedoch bei allen Bemühungen Menschen, die die Änderung aus verschiedenen Gründen nicht vollziehen könnten und auf der Strecke blieben. Ihnen könnte die Grundsicherung Sicherheit bieten, so Naß.

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In der Diesel-Diskussion werde gerne übersehen, dass die Menschen auf Mobilität angewiesen seien, besonders auf dem Land, gab Naß zu bedenken. »Lasst uns gemeinsam Lösungen finden«, appellierte er. Dabei stellte er den Nutzen derSperrung einzelner Straßen infrage.

Die EU bedeute für ihn 70 Jahre Frieden und Reisefreiheit in der EU. Doch befürchte er, dass das System ins Wanken gerät, wenn immer mehr Länder aussteigen. Die EU bringe viele Vorteile, es sei in der EU nichts falsch gemacht worden. Er wolle weiterhin eine freie EU mit sozialer Gerechtigkeit, sagte Naß. Doch da passten Fördernomaden nicht hinein, sagte er mit Blick auf Firmen, die nur dort Arbeitsplätze schafften, wo sie EU-Gelder kassieren könnten, und wenn die Gelder nicht mehr fließen, weiterziehen.

Bei der Wahl sehe er das Problem, dass viele Wähler den »Alternativen« ihre Stimme geben werden. Für ihn seien diese jedoch eine Ansammlung von rechten Gesinnungen. Wobei nicht jeder ihrer Wähler rechtsradikal sei. Sehr viele Menschen hätten das Gefühl, nicht gehört zu werden. Doch forderten gerade diese Alternativen die Senkung der Arbeitslosenunterstützung und verträten die Ansicht, dass Alleinerziehende selbst schuld an ihrer Lage seien. Hinzu kämen Strömungen, die forderten, dass die Gewerkschaften weg müssten, so Naß. MP