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Auf dieser Fläche kurz vor Traunstein entsteht ein neues Baugebiet. Dort sollen vor allem Einfamilienhäuser entstehen – was nicht alle im Stadtrat begrüßen. (Fotos: Reiter)
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Diesen Bebauungsplanentwurf stellte Richard Hagenauer, der Sachgebietsleiter »Bauen und Wohnen« der Stadt, in der jüngsten Sitzung vor.

43 Einfamilienhäuser und ein Vierseithof mit Wohnungen in Seiboldsdorf – Bebauungsplan wurde aufgestellt

Traunstein – Erneut kontrovers diskutiert wurde über das neue Baugebiet in Seiboldsdorf. Vor allem die Grünen-Fraktion des Traunsteiner Stadtrats findet es schade, dass dort nun vor allem Einfamilienhäuser entstehen sollen – und nicht, wie ursprünglich einmal angedacht, günstige Wohnungen für Familien. Doch auch von anderer Seite gab es Kritik und Anregungen. Letztlich stimmte der Traunsteiner Stadtrat aber mit 22 zu 7 Stimmen der Aufstellung eines Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren zu.


Gebaut werden können nach den jetzigen Plänen auf dem 3,6 Hektar großen Gelände 43 Einfamilienhäuser. »Davon 25 im städtischen Bereich und 18 auf Grundstücken, die von privat verkauft werden«, wie Richard Hagenauer, der Sachgebietsleiter »Bauen und Wohnen«, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt sagte. Des Weiteren soll bei Seiboldsdorf ein Vierseithof errichtet werden. Wie viele Wohnungen dort genau entstehen werden, sei noch nicht klar. Und auch nicht, wer diese Wohnungen bauen werde, sagt Hagenauer, »Fest steht aber, dass die Gebäude dreigeschoßig werden.«

In der Stadtratssitzung stellte Richard Hagenauer die Grundstücksentwicklung in Seiboldsdorf vor und zeigte anhand einer Präsentation den ausgearbeiteten Bebauungsplanentwurf.

Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) regte den Bau von Zisternen an. So könnte Regenwasser gesammelt und etwa für die Toilettenspülung verwendet werden. »Dafür muss man nicht das gute, teure Trinkwasser nehmen.«

»Nicht gut« fand er »die Kettenhäuser«. Sepp Kaiser sprach sich für eine Freistellung der Gebäude aus. So, wie das derzeit geplant sei, könne man nicht einmal um sein eigenes Haus gehen. »Von der Optik her ganz zu schweigen.« Und nachdem man mit dieser Planung auch keine zusätzliche Parzelle gewinne, »sollte man sich das noch einmal überlegen«, fand er.

Helga Mandl (Grüne) tat sich nach eigenen Worten »extrem schwer« mit dieser Planung. Sie habe noch immer die früheren Entwürfe im Kopf. »Wir brauchen Wohnungen für Familien. Wir brauchen Wohnungen für Menschen, die sich kein Haus leisten können«, betonte sie.

Anders sah das CSU-Fraktionsvorsitzender Konrad Baur. »Wir müssen auf den Bedarf der Traunsteiner Bürger hören«, betonte er. »Wir brauchen Einfamilienhäuser.« Außerdem könne man mit dieser Planung »einen guten Mix anbieten«. Also Wohnungen und Einfamilienhäuser. »Nur Wohnungen fände ich nicht gut«, sagte Baur.

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Grüne), die die Sitzung leitete, fand die Planungen »nicht kreativ« und meinte, »da geht sicher mehr«. Selbst kleinere Gemeinden würden Projekte mit zukunftsweisenderen Wohnformen verwirklichen.

Denis Holl (SPD/Die Linke) sagte, dass es in Deutschland 1,1 Millionen Sozialwohnungen gebe, »Tendenz sinkend«, bedauerte er. Deshalb hoffe er, dass Traunstein künftig mit »Herzblut und ähnlichem Engagement wie jetzt« auch solche Projekte verfolgen werde.

Fraktionsvorsitzender Simon Steiner (Traunsteiner Liste) war der Meinung, »dass uns ein zweiter Vierseithof sehr gut getan hätte« – also weniger Einfamilienhäuser und dafür mehr Wohnungen. Außerdem wollte er wissen, ob in dem Neubaugebiet ein Spielplatz oder ein Bolzplatz für Kinder geplant sei. »Das finde ich immer sehr wichtig«, betonte Steiner.

Richard Hagenauer bestätigte, dass dies geplant sei. »500 bis 600 Quadratmeter sind für Kinder eingeplant. Es wird vermutlich ein Erlebnisspielplatz werden.«

Stefan Namberger (CSU) stellte einen Antrag auf Ende der Debatte, der mit 17 zu 12 angenommenwurde. Der Aufstellung eines Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren stimmte der Stadtrat schließlich mit 22 zu 7 Stimmen zu. Dagegen waren die Grünen-Stadträte und Wilfried Schott (fraktionslos).

Nicht zu erfahren war am Freitag, wie diese Grundstücke vergeben werden – also ob das wie Traunstorf im Ansiedelungsmodell sein wird.

KR

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