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110.000 Euro für neue Landesausstellung »Verspielte Kronen«

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Schloss Herrenchiemsee
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Schloss Herrenchiemsee. Foto: Sven Hoppe/Archiv Foto: dpa

Traunstein – Die Landesausstellung im Jahr 2011 auf Herrenchiemsee zum Thema Ludwig II. war ein großer Erfolg, der viele Kulturinteressierte und Touristen in die Region gebracht hat. Daher hat sich der Landkreis Rosenheim dafür entschieden, sich erneut um eine Landesausstellung zu bemühen. Das ist geglückt: 2021 wird auf Herrenchiemsee eine Landesausstellung mit dem vorläufigen Arbeitstitel »Verspielte Kronen« zu sehen sein, die die Zeit nach Ludwig II. beleuchtet.


Der Landkreis Traunstein wird den Landkreis Rosenheim unterstützen und sich insbesondere in Arbeitsgruppen und mit Veranstaltungen beteiligen, beschloss der Kreisausschuss ohne Gegenstimme in seiner jüngsten Sitzung. Zudem leistet der Landkreis Traunstein einen finanziellen Zuschuss von 110 000 Euro, der auf die Haushalte 2020 (15 000 Euro), 2021 (80 000 Euro) und 2022 (15 000 Euro) verteilt wird.

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Der Landkreis Rosenheim hat mit dem Haus der Bayerischen Geschichte und der Schlösser- und Seenverwaltung einen Vertrag geschlossen, um die Aufgaben zu verteilen. Nach den Erfahrungen aus dem Jahr 2011 rechnet der Nachbar-Landkreis mit eigenen Kosten von etwa 362 000 Euro. Darin sind bereits Zuschüsse für eine Schülerbeförderung aus Traunsteiner Gebiet mit eingerechnet. Man geht davon aus, dass noch weitere Sponsoren dazugewonnen werden können, die die Kosten senken.

Da die Landesausstellung »unbestritten in kultureller und touristischer Hinsicht auch auf den Landkreis Traunstein ausstrahlt«, hatte Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler um einen Zuschuss gebeten und eine Kostenaufteilung von 70:30 ins Gespräch gebracht. Der Landkreis Traunstein wäre in diesem Fall mit etwa 108 600 Euro dabei gewesen. Der Zuschuss wurde von Traunsteiner Seite auf 110 000 Euro aufgerundet – laut Sitzungsvorlage »getragen von dem allseitigen Wunsch, eine gemeinsame Dachmarke mit Rosenheim zu entwickeln«.

Sollte der Kostenrahmen wesentlich überschritten werden, will der Kreisausschuss über eine weitere Finanzspritze erneut beraten. Das hatten Walch und Alexandra Wolf, Leiterin der Abteilung Rechtsamt und regionale Entwicklung im Landratsamt, auf die Wortmeldung von Franz Parzinger (CSU) hin bestätigt. Es handle sich um einen Festzuschuss, nicht um eine pauschale 70:30-Aufteilung. Der Landkreis Traunstein sei nicht Vertragspartner, so dass keine automatische Verpflichtung für eine weitere, finanzielle Unterstützung entstehe, wenn die Kosten tatsächlich nicht eingehalten werden könnten.

Angesichts der großzügigen finanziellen Beteiligung werde der Landkreis Traunstein darauf achten, beim Marketing für die Ausstellung positiv in Erscheinung zu treten, versicherten Wolf und Walch auf Anregung von Parzinger und Dr. Thomas Graf (ÖDP). Heinrich Wallner (Bayernpartei) ergänzte, dass während der kompletten Landesausstellung die Schifffahrt an die Traunsteiner Gemeinden andocken müsse, und auch die Ringbus-Zeiten sollten den Öffnungszeiten angeglichen werden: »Die Rosenheimer vergessen ab und zu, dass es auch ein Chiemsee-Ostufer gibt.«

Grundsätzlich äußerten sich alle Redner begeistert darüber, dass es gelungen sei, die Landesausstellung wieder nach Herrenchiemsee zu holen. rse

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