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Entlang dieser über sechs Meter hohen Mauer (Rückseite des Trauna-Centers) soll die neue Wegeverbindung zwischen Kant- und Munastraße verlaufen. Als Kulturpassage deklariert, soll sie den Kulturschaffenden aus der Stadt Traunreut eine Plattform bieten, um sich zu präsentieren. (Foto: Rasch)

Werbeträger für Kulturschaffende: Erste Entwürfe für eine Kulturpassage

Traunreut – Die Schaffung einer Kulturpassage zwischen Kant- und Munastraße rückt immer näher. In der Sitzung der Lenkungsgruppe Städtebauförderung hat der Priener Architekt Harald Hell einen ersten Planentwurf mit unterschiedlichen Varianten vorgestellt. Die Mitglieder der Lenkungsgruppe nahmen den Entwurf dabei grundsätzlich zustimmend zur Kenntnis.


Die Traunreuter Stadtplanerin Professor Anne Beer, die als beratendes Mitglied der Lenkungsgruppe in die Sitzung per Video zugeschaltet war, sprach gar von einem »ausgesprochen glücklichen und sehr interessanten Beitrag« im Zuge der Innenstadtsanierung.

Der neue Durchgang, der auch zwischen zwei Wohn- und Geschäftshäuser führt, soll allen Kulturschaffenden aus der Stadt Traunreut als Werbeträger dienen. So könnten beispielsweise die Kulturvereine in Schaukästen ihre Programme präsentieren. Vorstellbar wäre auch, Projekte lokaler Künstler im Turnus zu präsentieren. Aber auch die Schulen könnten sich dort kreativ präsentieren.

Und so könnte die rund 60 Meter lange Passage, die barrierefrei über freies Gelände unmittelbar neben der 6,50 Meter hohen Rückwand des ehemaligen Trauna-Centers (nicht zu verwechseln mit der Traunpassage) entlang führen wird, aussehen: Falls möglich, soll die Rückwand in das Projekt mit einbezogen, gestrichen und zum Beispiel mit Graffiti gestaltet werden.

Der drei Meter breite Fußweg soll in unterschiedlichen Graustufen gepflastert werden. Eine Überdachung ist nicht geplant. Als Beleuchtung könnte sich der Architekt Lichtstelen, aber auch Leuchtstreifen im Pflaster als Aufwertung vorstellen. Entsprechend gestaltet werden sollen auch die Anschlüsse und Übergänge zu den Straßen Munastraße und Kantstraße.

Um das Projekt, das der Traunreuter Innenstadtreferent und dritte Bürgermeister Johannes Danner (Bürgerliste) angeleiert hat, überhaupt zu realisieren, musste mit dem Besitzer des Gebäudes an der Kantstraße ein Dienstbarkeitsvertrag abgeschlossen werden. Die Kosten für einen kleinen Bereich der Umbauarbeiten in dem früheren Geschäftsgebäude und die Kosten für den Weg auf der Freifläche muss die Stadt übernehmen. Der Hauptumbau des Gebäudes liegt in den Händen des Immobilienbesitzers, der dieses wieder beleben möchte.

Eine detaillierte Kostenrechnung liegt noch nicht vor, zumal es sich bei der Planung um einen vorläufigen Entwurf handelt. Nachdem das Projekt ins »REACT- EU-Förderprogramm« aufgenommen wurde, kann die Stadt mit einem Zuschuss von über 140 000 Euro rechnen. Sobald die Planung in trockenen Tüchern ist, soll mit den Arbeiten begonnen werden. Nach Angaben der Stadtverwaltung soll mit dem Projekt, das laut Förderrichtlinien bis Ende Juni 2023 abgeschlossen sein muss, im September begonnen werden.

Über den Entwurf wurde in der Lenkungsgruppe ausführlich diskutiert. Auf Nachfrage von Andreas Füssel (AfD) teilte Bürgermeister Hans-Peter Dangschat (CSU) mit, dass die Passage als öffentlicher Weg gewidmet werde und Tag und Nacht geöffnet sei. Füssel hatte Bedenken, dass sich die Nachbarn gestört fühlen könnten.

»Ich sehe das nicht kritisch und eher als eine Aufwertung«, sagte Dangschat dazu. Die Anregung des AfD-Stadtrats, digitale Lösungen in die Planungen mit aufzunehmen, wurde notiert. Werner Heuberer regte an, die Gestaltung eher robust zu halten, zumal die Durchwegung nicht ständig kontrolliert werden könne. Eine Überdachung, die Markus Schupfner (BP) anschnitt, würde nach Auffassung des Architekten optisch wie ein großer Tunnel wirken. Außerdem wäre es auch eine Kostenfrage.

»Ich bin kein Freund von der Kulturpassage«, gab Roger Gorzel (Bürgerliste) offen zu. Dagegen sollte vielmehr die bestehende Trauna-Passage wieder für die Öffentlichkeit geöffnet werden: »Ich halte die Trauna-Passage für die bessere Lösung«, so Gorzel. Nach Angaben des Bürgermeisters stehe der Durchstich der Trauna-Passage aktuell aber nicht mehr zur Debatte.

Neben der Trauna-Passage befindet sich in unmittelbarer Nähe ein weiterer Durchgang zwischen Kant- und Munastraße. Sowohl dieser Durchgang beim »Fressnapf« als auch der Durchgang der Trauna-Passage befinden sich aber in Privatbesitz.

Deshalb wäre die Kulturpassage dann der einzige auch offiziell gewidmete Durchstich zwischen den beiden Straßen, betonte Dangschat auf Anfrage von Helga Berger. Auf Nachfrage von Robert Fendt, ob dort auch Radfahrer fahren dürfen, teilte Hell mit, dass der Weg nur Fußgängern vorbehalten sei.

ga

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