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»Waldkäfer« erobern neuen Lebensraum – Traunreuter Kindergarten öffnet

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Wie der Name schon sagt, spielt sich in einem Waldkindergarten alles im Freien ab. Nur bei sehr schlechtem Wetter bietet ein sehr spartanisch eingerichteter Bauwagen Unterschlupf. (Foto: Rasch)

Traunreut – In einer Waldlichtung nahe der Schrebergärten können Kindergartenkinder bald den Wald und seine Tier- und Pflanzenwelt das ganze Jahr über erleben. Am Montag ist es soweit: Der Waldkindergarten »Waldkäfer« öffnet seine Pforten.


Noch wird um den blauen Bauwagen, der den Kindern und dem Erzieherteam als Aufenthaltsraum bei schlechtem Wetter dient, fleißig gewerkelt. Vor dem Bauwagen ist bereits ein Sitzkreis aus Baumstümpfen. Der Sandkasten in Form eines Segelschiffs wird gerade hergerichtet.

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Der Sitzkreis hat für die »Waldkäfer« besondere Bedeutung. Jeden Morgen werden den Kindern dort die Waldregeln erklärt. »Das ist ein Teil des Gesamtkonzepts«, erklärt Initiatorin und Leiterin der ISG (Integrative Sozialpädagogische Gruppenarbeit), Cornelia Streitwieser. Die ISG ist Träger der Tagesstätte, in der Naturmaterialien als Spielsachen die Fantasie und die Kreativität der Kinder fördern sollen.

In der Regel halten sich die Kinder vor dem Bauwagen auf. »Es spielt sich alles um den Bauwagen herum ab«, erklärt Streitwieser. Erst, wenn die Grundregeln sitzen, fängt man an, den Ort zu verlassen, um den Wald in kleinen Gruppen zu erkunden. Wie in Regelkindergärten werden in dem Waldkindergarten auch alle Bildungs- und Erziehungsziele nach dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan erreicht.

Jedes Kind ist willkommen. »Wir sehen uns als Brücke für alle Kinder und Familien«, betont Streitwieser. Die Tagesstätte, die von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffnet ist, startet am Montag mit sechs Kindern. Es sind also noch Plätze frei. Interessierte können sich bei Sandra Dumberger unter Telefon 0160/95 06 66 65 informieren und einen Besichtigungstermin ausmachen. Ohne Anmeldung einfach vorbeizuschauen, wünsche das Erzieherteam nicht, erklärt Streitwieser. »Das Team legt großen Wert darauf, dass die Kinder in der Eingewöhnungsphase nicht gestört werden.«

Es ist noch nicht alles perfekt, aber »wir sind ganz zufrieden«, freut sich Streitwieser. Die Toilettenfrage, die im Stadtrat eine Diskussion hervorgerufen hatte (wir berichteten), muss noch endgültig geklärt werden. »Über den Herbst können wir die Toiletten der Schrebergärten benutzen und für den Start wird gleichzeitig ein Dixi-Klo aufgestellt.« Im Laufe der nächsten Wochen will man dann nach einer ökologischen Lösung Ausschau halten. Vom Erzieherpersonal gewünscht wird auch eine kleine Gerätehütte, die gleichzeitig als Garderobe genutzt werden kann. Mit einer selbst gebauten Schuhputz-Anlage wurde bereits dafür gesorgt, dass die Kinder nicht mit schmutzigen Schuhen in die Autos ihrer Eltern steigen.

Als gemeinnütziger Verein und freier Träger der Jugendhilfe hatte die Initiatorin bereits Ende letzten Jahres den Stadtrat über das Vorhaben unterrichtet und dessen Unterstützung auch erhalten. Zu diesem Zeitpunkt war als Standort eine Waldlichtung hinter dem Seniorenheim an der Hoferstraße vorgesehen, der sich aber wegen der unzureichenden Zufahrt für Einsatzfahrzeuge zerschlagen hatte.

Der neue Standort liegt jetzt in einem Waldgrundstück im Anschluss an die Schrebergärten östlich von Traunreut. Der Zugang erfolgt über einen öffentlichen Feld- und Waldweg, der auch den Rettungsdiensten im Bedarfsfall als Zufahrt dienen kann. Stellplätze sind auf dem angrenzenden Parkplatz, der sich im Eigentum der Stadt Traunreut befindet, ausreichend vorhanden. ga