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Im Rahmen einer Verkehrsschau wurde angeregt, die Kolpingstraße wegen der Kindertagesstätte auf 30 km/h zu beschränken. Die Anordnung wurde bereits umgesetzt, wie unser Foto zeigt. Foto: Rasch

Vorerst keine Lademöglichkeiten in Laternenmasten für E-Autos

Traunreut – Gegen die Stimme des Verkehrsreferenten Roger Gorzel (Bürgerliste) hat sich der Verkehrsausschuss dem Vorschlag der Verwaltung angelehnt, derzeit keine Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge in den Straßenbeleuchtungs-Masten zu schaffen. Als Grund für die Ablehnung wurden in der Verkehrsausschusssitzung die hohen Kosten und massiven Umbaumaßnahmen genannt.


Das Vorhaben fußt auf einem Antrag der Bürgerliste vom Oktober letzten Jahres. Den Antrag, mit der Begründung, dass die Stadt damit den Nutzern von E-Autos einen besseren Service bieten und damit seine Attraktivität steigern könnte, hielt die große Mehrheit damals für vorstellbar. Zuvor sollte aber mit dem Bayernwerk das Gespräch hinsichtlich eines Konzeptes gesucht werden.

Das Bayernwerk teilte jetzt der Stadt mit, dass ein Anschluss von Ladesäulen aus verschiedenen technischen Gründen nicht realisierbar sei. »Da die Brennstellen nur nachts betrieben werden, liegt tagsüber keine Spannung an der Straßenbeleuchtung an. Somit können die Ladesäulen tagsüber nicht genutzt werden. Da nicht jedes Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Messung ausgestattet ist, können jeweilige Ladezyklen nicht erfasst und somit auch nicht abgerechnet werden. Außerdem ist das Straßenbeleuchtungsnetz aufgrund des Kabelquerschnitts nicht auf die Ladeleistung von E-Fahrzeugen ausgelegt, heißt es in der Stellungnahme.

Als Hinweis fügt das Bayernwerk an, es gebe Ladesäulen auf dem Markt, die an Straßenbeleuchtungs-Masten angebracht werden. Um diese aber mit ausreichend Ladeleistung zu versorgen, müsse hierbei ein separater Stromanschluss erstellt werden. Insofern sei es sinnvoller, direkt eine alleinstehende Ladelösung mit Netzanschluss zu installieren.

Wie die Stadtverwaltung mitteilte, gebe es durchaus mehrere Pilotprojekte in Bezug auf die Integration von Ladesäulen an bestehenden Straßenbeleuchtungs-Masten. Bedauerlicherweise würden aber in den Darstellungen wichtige Angaben weggelassen und man erfahre nur auf Nachfrage, dass die angegebenen Werbeversprechen nur unter bestimmten Vorgaben bei der bestehenden Beleuchtung umgesetzt werden. So gebe es kaum Hersteller, die bestehende Masten nutzen, sondern es werde vielmehr ein neuer Mast mit Ladeanschluss erstellt.

Weiter räumte die Verwaltung ein, dass eine von wenigen Firmen, eine Firma mit Sitz in Berlin, die bestehenden Straßenbeleuchtungsmasten als Befestigungspunkt benutze, um die Ladesäulen zu montieren. Es gebe aber wichtige Punkte, die bei allen Herstellern zu berücksichtigen seien: Der Mast sollte so nah wie möglich an der Fahrbahnkante oder dem Parkplatz stehen, damit die Ladekabeln so kurz wie möglich gehalten werden können. Außerdem müsse der Mast geprüft sein, um die technischen Anforderungen für die Aufnahmen zu erfüllen. Diese beiden Punkte könnte die Stadt Traunreut möglicherweise erfüllen, hieß es. Dass das bestehende Stromnetz der Straßenbeleuchtung die Anforderung für die Lademöglichkeit erfüllen und dauerhaft mit Strom versorgt werden muss, könne die Stadt nicht erfüllen.

Gorzel verteidigte den Antrag seiner Gruppierung vehement und zeigte sich enttäuscht von der Stellungnahme des Bayernwerks. »Die E-Mobilität muss gesteigert werden und dazu müssen Ladepunkte geschaffen werden«, forderte er. In Traunreut gebe es so gut wie keine Schnellladestationen und dem müsse entgegengetreten werden: »In Laternen oder in Gehsteigen, ist mir wurscht. Wir sollten als Stadt Vorreiter sein und auch beim Umbau der Kantstraße müsse alles darauf ausgerichtet werden«, betonte der Verkehrsreferent.

Der Verkehrsausschuss wurde auch über die Themen der Verkehrsschau informiert, die im November letzten Jahres mit dem Arbeitskreis »Verkehr« und der Verkehrsbehörde durchgeführt wurde. Bereits umgesetzt wurde die Forderung, auf der Kolpingstraße eine 30 km/h-Beschränkung einzuführen wegen der Kindertagesstätte »Schneckenhaus«. Ebenfalls bereits wurde eine zusätzliche Beschilderung des Geh- und Radwegs am Bahnübergang in Sankt Georgen.

ga

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